Jetzt geht’s Up!
Wie viel Auto braucht der Mensch oder wie wenig kann er vertragen? Kommt man mit dem Volkswagen Up! als Hauptwagen aus, um wirklich alle automobilen Aufgaben angemessen erfüllen zu können? Entspannt in die City zum Einkaufen zum Beispiel und danach auf die Langstrecke? Genau dieser Frage ging Flottenmanagement nach und testete den kleinsten VW-Anhänger ausgiebig.

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Bisher ist noch fast jedes Nachfolgemodell ordentlich gewachsen in den Abmessungen – wohin soll das noch führen? Ganz einfach: in die Erweiterung des Modellprogramms nach unten. So auch bei Volkswagen geschehen, als man dem Polo im Jahr 1998 den kleineren Lupo unterordnete. Mit einer Länge von weniger als 3,53 Metern war der Winzling ein echtes City-Mobil. Auf den in Lateinamerika entwickelten und sieben Jahre später in Europa als Lupo-Ersatz eingeführten Fox trifft denn die klassische Wachstumsregel zu – mit fast 3,83 Längenmetern legte das reduziert ausgestattete und mit unter 9.000 Euro eingepreiste Stadtfahrzeug deutlich zu. Auch der Radstand wuchs um fast 15 Zentimeter. Doch jetzt kommt es: Der neue Up! zeigt es seinem Vorgänger in urbanen Gefilden und schrumpfte kräftig auf glatte 3,54 Meter, während der Radstand aber nur um rund vier Zentimeter abnahm. Also dürfen sich die Interessenten auf eine gehörige Portion Praxistauglichkeit in Form vorzeigbarer Raumverhältnisse einstellen.
In der Tat leidet man im kleinsten Volkswagen nicht wirklich Platznot; klar, die beiden vorderen Insassen kommen sich auf den kommoden Sitzen zwangsläufig etwas näher als in den ausladenden Karossen der Republik, aber hinten werden selbst großgewachsene Personen so untergebracht, dass sie ihre Knie auch ein paar hundert Kilometer gemütlich unterbringen können. Und mit vorne links sitzenden Insassen verträgt sich der Up! ebenfalls, indem er auf Wunsch einen Tempomat kredenzt als Zeichen des Langstrecken-Friedens. In diesem Fall sind 495 Euro (netto) extra zu berappen. Mit dem sogenannten Drive Pack „Plus” wird der Up! technisch anspruchsvoll; Volkswagen spendierte dem Kleinstwagen eine bis 30 km/h arbeitende Notbrems-Vorrichtung, mit der drohende Unfälle abgemildert oder je nach Situation sogar komplett verhindert werden können. Ein im Frontbereich angebrachter Laser misst permanent den Abstand zum Vordermann, damit der Bremsassistent im Bedarfsfalle ohne Zutun des Fahrers verzögern kann. Außerdem gibt es mit dem Paket einen Parksensor.
Den Antrieb bestellt bisher ein einziger Dreizylinder mit einem Liter Hubraum. Entweder gibt das Motörchen 60 oder 75 Pferdestärken ab, die dem weniger als eine Tonne wiegenden Wolfsburger unten herum munteres Fortkommen bescheren. Der Kenner identifiziert den Otto bereits am surrenden Klangtyp – auf diese Weise erhält der Cityflitzer einen Hauch Charakter. Die zu Testzwecken einbestellte stärkere Variante entpuppt sich als quirlige Begleitung nicht nur in der Urbanität. Eine recht kurze Gesamtauslegung lässt den Niedersachsen an der Ampel zügig starten – auf der anderen Seite ist man im fünften Gang bei Richtgeschwindigkeit mit hohen Drehzahlen unterwegs; dennoch bleibt der Testverbrauch (5,9 Liter) mit Schwerpunkt auf Schnellstraßen im grünen Bereich. Per Werksangabe stößt der kleine Volkswagen 108 Gramm CO2 pro Kilometer aus, um steuerlich zu glänzen. Die BlueMotion Technology- Ausführung mit widerstandsoptimierten Reifen, Start-Stopp-Anlage sowie Bremsenergie- Rückgewinnung bringt es gar auf 98 Gramm.
Geplant ist darüber hinaus eine Erdgas-Variante mit 78 Gramm Emissionsmaximum sowie eine Elektroversion. Aber der Up! spricht keineswegs nur das Spar-Zentrum der potenziellen Kundschaft an, sondern setzt ästhetische Akzente. Vor allem das Heck mit den studienhaft aussehenden Rückleuchten darf mit Fug und Recht als Publikumsmagnet bezeichnet werden – viele Passanten drehen ihre Köpfe. Vorn erhalten lieb dreinschauende Scheinwerfer in angedeuteter Facettenaugenform das Hingucker-Potenzial; der Kühlergrill muss zugunsten eines schlichten Schlitzes entfallen. Ultrakurze Überhänge betonen die Kompaktheit der kleinen Lifestyle- Offerte. Dazu passt das flippige Interieur mit Applikationen in Wagenfarbe, die durch Flächen in schwarz-glänzendem Kunststoff aufgelockert werden (ausstattungsabhängig).
Witzige Boxen (83 Euro) mit verschiedenen Themen („Travel”, „City” oder „Kid”) greifen den bei Produkten teurer Exklusivmarken verbreiteten Gedanken auf, zugeschnittene Koffersysteme kaufen zu können. Hier enthalten die unkonventionellen, faltbaren Transportbehälter wahlweise zusätzliche Taschen, Teddybären oder einen Thermobecher. Moderne Kommunikationssysteme untermauern Volkswagens Anspruch an die Kleinstwagen-Liga – gegen 298 Euro netto gibt es ein portables Navigationssystem inklusive Bluetooth-Freisprechanlage. Außerdem können verschiedene Apps geladen werden zwecks Erweiterung des Funktionenspektrums – darüber hinaus lassen sich sämtliche Bordcomputer- Daten auf den oberhalb der Mittelkonsole angebrachten Touchscreen laden. Wer es luxuriös liebt, bekommt ab 554 Euro Lederpolster plus Sitzheizung. Dass der kleine VW an die bezahlbare Automobilität appelliert, beweist jedoch sein moderater Einstiegspreis.
Selbst die kräftigere Version ist mit 8.781 Euro netto wohlfeil gelistet. An der Sicherheit sparen die Verantwortlichen hingegen nicht und rüsten jede Up!-Ausgabe beispielsweise mit Antiblockiersystem, Front-, Kopf- sowie Seitenairbags und elektronischem Stabilitätsprogramm aus. Dafür müssen „take up!”-Kunden – so heißt der Einsteiger – noch kurbeln, um die Scheiben zu öffnen. Auch eine Möglichkeit, das Leergewicht herunterzubrechen. Etwas komfortabler lebt der high-up!-Käufer mit serienmäßiger Klimaanlage (anderenfalls 752 Euro Aufpreis) sowie Radio samt CD-Player und Multimedia-Buchse. Außerdem rollt der rund 11.000 Euro netto kostende Topliner mit schicken Leichtmetallrädern vom Händlerhof, was wiederum optisch punktet. Deutlich mehr Licht in die Fahrgastzelle bringt das elektrisch bedienbare Glas-Panoramadach (739 Euro netto). Wem es dann zu hell wird, der darf gerne die manuelle Jalousie bemühen.

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