Die Faire Fahrzeugbewertung und -rücknahme VMF

Für den Verband der markenunabhängigen Fuhrparkmanagementgesellschaften (VMF) steht neben der Beratung der vollständige Management- Prozess in Fuhrparks im Blickpunkt. Zu diesem Prozess gehören auch Fahrzeugbewertungen und Fahrzeugrücknahmen: Denn der Austausch von Leasingfahrzeugen, bei dem diese natürlich eingehend auf ihren Zustand überprüft werden, ist Kern der Arbeit eines jeden Fuhrparkleiters.

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Um Bewertung und Rücknahme zu standardisieren und zu vereinfachen, hat der VMF die beiden Qualitätssiegel „Die Faire Fahrzeugbewertung VMF“ und „Die Faire Fahrzeugrücknahme VMF“ entwickelt – Letzteres gemeinsam mit dem Mobilitätsdienstleister PS-Team. „Diese Siegel definieren ein verlässliches Vorgehen bei Bewertungen und machen die Rücknahme von Fuhrparkfahrzeugen transparent, fair, zuverlässig und zügig“, sagt Michael Velte, Vorstandsvorsitzender des VMF und Geschäftsführer der Deutschen Leasing Fleet GmbH.

Fuhrparkmanager kennen den Vorgang: Am Ende des Leasingvertrages muss das Fahrzeug in einem sauberen, verkehrstechnisch sicheren Zustand an einem trockenen, hellen beziehungsweise gut beleuchteten Ort übergeben werden. Um den Rücknahmeprozess transparent, fair, zuverlässig und zügig zu gestalten, hat der Verband der markenunabhängigen Fuhrparkmanagementgesellschaften (VMF) 2010 sein Qualitätssiegel „Die Faire Fahrzeugrücknahme VMF“ aufgelegt. Auf eine faire Rücknahme müssten sich Leasingkunden bereits bei Vertragsabschluss verlassen können, so das Credo des VMF. „Den Mitgliedern des Verbandes ist wichtig, dass die Kunden schon zu Beginn wissen, was sie am Ende des Leasingvertrages zu erwarten haben“, so Michael Velte.

„Die Faire Fahrzeugrücknahme VMF“ ist die Schwester des ersten Qualitätssiegels des Verbandes der markenunabhängigen Fuhrparkmanagementgesellschaften „Die Faire Fahrzeugbewertung VMF“. Dieser Standard soll eine transparente und faire Bewertung der Rückläufer gewährleisten. Damit bleiben Antworten auf wichtige Fragen wie: „Nach welchen Kriterien werden Fahrzeuge bewertet?“, „Wie entscheidet sich, ob ein Fahrzeug die Anforderungen des Leasinggebers erfüllt?“ und „Welche möglichen Schäden werden wie abgerechnet?“ nicht offen, sondern werden von vornherein vom Expertenverband geklärt. Für dieses Siegel lassen sich die VMF-Mitglieder jährlich von DEKRA oder TÜV überprüfen. „Die Fahrzeugrücknahme und die darauf folgende Bewertung der Schäden ist der Tag der Wahrheit im Lebenszyklus eines Leasingvertrages“, sagt Michael Velte. „Oft entscheidet sich erst hier, ob die Investitionsentscheidung in die Marke, Motorisierung und den Leasingpartner richtig war. Und ob sich der Leasingvertrag für den Kunden gerechnet hat.“ Beide Siegel haben mittlerweile die Bedeutung erreicht, die ursprünglich beabsichtigt war – sie sind Branchenstandards, die in vielen Ausschreibungen gefordert werden. Denn Fuhrparkmanager legen Wert auf Sicherheit und damit auf kalkulierbares Risiko.

Für führende Fuhrparklogistiker Deutschlands, wie beispielsweise die DAD Deutscher Auto Dienst oder PS-Team, sind die Standardisierungen der Bewertung und Rücknahme bedeutend. „Das Entwickeln von Standards setzt Maßstäbe für den Markt und bedeutet Innovation sowie oftmals Neuerungen und Verbesserungen in Prozessen. Es ist wichtig, klare Regelungen zu haben. Zudem schafft ein Standard auf der Kommunikationsseite eine Hürde für den Wettbewerb, die von diesem erst einmal erreicht und genommen werden muss“, heißt es beim DAD. PS-Team-Geschäftsleitungsmitglied Eric Wirtz ergänzt: „Entscheidend ist die Dokumentation. Alle Schäden werden detailliert aufgenommen. Ein gemeinsam entwickelter Bewertungskatalog führt die Beteiligten sicher durch den Rücknahmeprozess.“

Sofern nicht alle Unterlagen und Materialien im Fahrzeug sind, die nach den VMF-Standards da sein sollten, kann es dazu kommen, dass der Logistiker im schlechtesten Fall das Fahrzeug erst gar nicht übernimmt: „Wenn der Leasingnehmer nicht alles dabei hat und Fehlendes nicht noch schnell zum Fahrzeug bringen kann, wird je nach Vorgabe der Gesellschaft gehandelt. Dabei gibt es drei Szenarien: Erstens: Das Fahrzeug darf nicht zurückgenommen werden. Zweitens: Der Fahrzeugrücknehmer ruft in der zentralen Dispositionsabteilung des DAD an und diese regelt mit der Leasinggesellschaft, wie vorgegangen werden soll. Drittens: Die Leasinggesellschaft regelt im Nachhinein, dass die fehlenden Dinge nachgereicht werden und stellt den Aufwand in Rechnung“, erläutert Matthias Gauglitz, Geschäftsführer der DAD Deutscher Auto Dienst GmbH.

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Für die Logistiker gibt es nichts Vergleichbares zu „Die Faire Fahrzeugbewertung VMF“. Abgesehen von einigen individuellen Rücknahmeprotokollen der Leasinggesellschaften gäbe es außer dem Qualitätssiegel keine anderen allgemeingültigen Verfahren, sondern nur individuelle Vereinbarungen zur Rücknahme von Leasingfahrzeugen, erläutert Eric Wirtz. Das ist auch die Meinung von Matthias Gauglitz: „Es gibt keinen anderen Marktstandard dieser Art. Der VMF ist hier Vorreiter gewesen. Andere Nicht-VMF-Leasinggesellschaften haben Rücknahmeprozesse definiert, die sich an ‚Die Faire Fahrzeugrücknahme VMF‘ sehr stark anlehnen.“

Insgesamt habe der VMF eine gute Grundlage mit „Die Faire Fahrzeugrücknahme VMF“ und der Schwester „Die Faire Fahrzeugbewertung VMF“ geschaffen, heißt es beim Verband, und zudem setzten die ausführenden Logistik- Gesellschaft die Standards gut um. Die Mehrheit der Leasingnehmer sei dementsprechend mit dem Rücknahmeprozess sehr zufrieden, zeigte eine Studie, die der VMF 2010 gemeinsam mit dem von Prof. Dr. Ferdinand Dudenhöffer geleiteten Center Automotive Research (CAR) durchgeführt hat. Für diese Zufriedenheit sehen der DAD und PS-Team zahlreiche Gründe, beispielsweise, dass es bei einer Standardisierung kaum unbekannte Komponenten gäbe. „Das gibt allen Beteiligten Sicherheit“, so Matthias Gauglitz. „Schon vor dem Start des Leasingvertrages wird festgelegt, wie das Fahrzeug am Ende zurückgenommen und bewertet wird. Es ist somit wesentlich einfacher, als im Nachgang noch eine Einigung erzielen zu müssen, wenn das Fahrzeug zum Beispiel Schäden aufweist, die es analog zum Alter und der Laufleistung nicht haben sollte“, ergänzt Eric Wirtz. „Wir führen rund 30.000 Fahrzeuge jährlich für den VMF zurück. Bei diesem Volumen bedeutet der Standard eine immense Erleichterung“, fügt er hinzu.

Vorteile für beide Seiten
Durch „Die Faire Fahrzeugrücknahme VMF“ gestaltet sich die Rücknahme von Leasingfahrzeugen sowohl für den Fuhrparkmanager als auch die Leasinggesellschaft einfacher und transparenter als ohne. Der Kunde hat nicht viele Verpflichtungen. Ein VMF-Mitglied beziehungsweise sein ausgewählter Logistikdienstleister holt nach Leasingvertragsende das Fahrzeug bei ihm ab und sichtet es mit ihm gemeinsam auf Schäden, die auf einem VMF-Standardformular protokolliert werden. Das VMF-Mitglied transportiert das Fahrzeug dann zum Verwertungsplatz, wo es bis zur Begutachtung von einem Sachverständigen der Leasinggesellschaft, der DEKRA oder des TÜV sicher und fachgerecht eingelagert wird. Bei jeder Übergabe beziehungsweise Übernahme wird ein weiteres Protokoll erstellt. So können Kunden eines VMF-Mitgliedes sicher sein, dass auch nur die Schäden abgerechnet werden, die durch die eigenen Nutzer entstanden sind.

Der Leasingnehmer muss im Gegenzug nur alle Unterlagen sowie Zubehör und Ausstattungen parat haben – dazu gehören unter anderem Winterund Sommerreifen, Service- oder Tankkarten – und das Fahrzeug in einem sauberen Zustand übergeben. Besonders im Winter ist für die Übergabe ein trockener, gut beleuchteter Ort unabdingbar.

 

Autor

Michael Velte

Vorstandsvorsitzender des VMF Verband der markenunabhängigen Fuhrparkmanagementgesellschaften e.V. und Geschäftsführer der Deutschen Leasing Fleet GmbH

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