Viele Milliarden für viele neue E-Autos
12.09.2017

Spät kommen sie, aber nun hoffentlich umso gewaltiger. VW und Daimler investieren viele Milliarden Euro in die E-Mobilität – in neue Fahrzeuge und die Batterieproduktion.

Daimler und Volkswagen haben am Vorabend der IAA massive Investitionen in die Entwicklung und Marktreife von vollelektrischen Fahrzeugen angekündigt. So will Daimler-Chef Dieter Zetsche Smart bis 2020 in Europa und Nordamerika zu einer reinen Elektromarke machen. Bis 2022 soll auch in jeder Mercedes-Baureihe mindestens ein Elektrofahrzeug angeboten werden. Beide Marken zusammen werden nach Daimler-Plänen 50 voll- oder teilelektrische Modelle offerieren. Dafür sind laut Zetsche zehn Milliarden Euro an Investitionen vorgesehen.

Noch mehr Geld will VW in die Hand nehmen. Vorstandschef Mathias Müller verspricht, bis 2030 das gesamten Modellportfolio des Konzerns zu elektrifizieren. „Spätestens dann wird es von jedem der rund 300 Konzernmodelle mindestens eine elektrifizierte Variante geben“, so Müller. Dafür wird Volkswagen 20 Milliarden Euro investieren. Hinzu kommen weitere 50 Milliarden Euro, die in die Batterieproduktion gehen sollen.

Müller rechnete vor, dass alleine für den VW-Bedarf bis 2025 Batteriekapazitäten von 150 Gigawattstunden hergestellt werden müssen. Das entspricht ungefähr der vierfachen Menge von Teslas Giga-Factory. VW will 2025 weltweit die Nummer eins unter den E-Auto-Anbietern werden. Bis dahin sollen die Konzernmarken 50 reinelektrische und 30 Plug-in-Hybridmodelle anbieten. Auf die Absatzzahlen des Konzerns hochgerechnet, könnten dann jährlich rund drei Millionen Elektroautos aus dem VW-Konzern kommen.

Einen Vorgeschmack auf die neuen E-Mobile lieferte eine neue Variante des schon bekannten I.D. Crozz von VW und eine Audi-Studie namens Aicon. Beide fahren nicht nur elektrisch, sondern auch vollautonom und mit hohen Reichweiten. Der VW-Konzern will seine künftigen E-Autos auf zwei Plattformen aufbauen. Die Batterieentwicklung will man in Salzgitter zentralisieren, die Produktion der Zellen aber dort durchführen, wo die größten Märkte sind, also in China und den USA.

Bei aller E-Auto-Euphorie bleiben konventionelle Motoren allerdings ein wichtiges Standbein und mehr als ein Zwischenschritt. Müller betonte, Volkswagen rüste alle neuen Diesel des Konzerns mit SCR-Katalysatoren aus und alle neuen Benziner mit Rußpartikelfiltern. Zudem kündigte er für die nächsten Motorengenerationen ab 2019 signifikante Verbesserungen bei Verbrauch und Abgas an. Die Verbrennungsmotoren seien auch deshalb wichtig, weil nur mit dieser Technik der Konzern das Geld verdienen könne, dass er im Rahmen des „RoadmapE“ genannten Plans in E-Mobilität investieren will.


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