Da fehlt noch was
24.10.2017

Das Mittelklasse-SUV wird optisch aufgefrischt | Foto © Nissan
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Nissan hat sein geräumiges SUV X-Trail aufgefrischt. Vorerst gibt’s aber nur eine neue Optik und ein paar kleinere Technik-Updates – die wichtigste Neuerung lässt noch auf sich warten.

Zusammen mit seinem US-Ableger Rogue ist der Nissan X-Trail das meistverkaufte SUV – weltweit. Damit das auch weiterhin so bleibt, hat der japanische Hersteller dem Crossover vor kurzem ein Facelift spendiert. Das allerdings ist vorerst im wahrsten Wortsinn vor allem optischer Natur, die spannendste Technik-Neuheit steht für den mindestens 25.440 Euro teuren X-Trail noch aus.  

Erst ab nächstem Frühjahr soll der bereits angekündigte ProPilot erhältlich sein: Damit hält der Nissan nicht nur bis 160 km/h auf der Autobahn automatisch den voreingestellten Abstand zum Vordermann, sondern bleibt auch in seiner Spur und bremst bei Bedarf bis zum Stillstand ab. Zumindest auf den Highways rund um Tokyo konnte uns das System, das im Japan-Van Serena schon erhältlich ist, auf ganzer Linie überzeugen und in dieser Preisklasse könnte Nissan mit dem ProPilot zum Vorreiter in Sachen autonomes Fahren werden. Wobei: Ganz autonom darf der X-Trail freilich auch noch nicht fahren. Wer jenseits der Schrittgeschwindigkeit die Hände vom Lenkrad nimmt, wird nach drei Sekunden optisch und akustisch ermahnt, wieder zum Volant zu greifen.

Das alles aber ist, wie gesagt, noch Zukunftsmusik, Vorerst wurde nur die vorhandene Sicherheitsausstattung, die schon bisher Spurverlassenswarner, Einparkautomatik, Notbremsassistent und Tempolimiterkennung umfasste, aufgewertet: Neu ist, dass die Notbremsfunktion nun auch eingreift, wenn sie Fußgänger auf der Fahrbahn erkennt, und auch ein Querverkehrswarner, der Unfälle beim Rückwärtsausparken vermeiden soll, kommt hinzu.

Umso mehr wird die Überarbeitung dem Begriff Facelift gerecht: Der X-Trail hat sich optisch deutlich weiterentwickelt und wirkt um einiges stimmiger als bisher. Neu ist vor allem die Front mit überarbeitetem Kühlergrill, der nun ein deutlich größeres Chrom-V trägt, und schärfer gezeichneten Scheinwerfern (Optional mit LED-Technik). Innen hat das aus dem Micra bekannte, unten abgeflachte Lenkrad Einzug gehalten und die Bedienoberfläche des Touchscreen-Infotainmentsystem wurde leicht überarbeitet. Auch die Sitzbezüge und das Armaturenbrett wurden aufgefrischt, allerdings fährt Nissan in Sachen Material-Auswahl und -Qualität noch immer nicht an der Spitze mit. Punkte einfahren kann der X-Trail dagegen nach wie vor mit seinem geräumigen Platzangebot; gegen Aufpreis ist das SUV weiterhin mit dritter Sitzreihe erhältlich.

Gleichgeblieben ist auch das Motorenangebot: Ein Benziner (120 kW/163 PS) und zwei Diesel (130 und 177 PS) stehen in der X-Trail-Preisliste. Das Gros der Käufer greift nach wie vor zum Zweiliter-Top-Diesel, und wer Allradantrieb und/oder Automatik haben will, kommt an den Selbstzündern auch nicht vorbei. Abgesehen davon aber ist der Otto mit dem günstigsten Einstiegspreis eine durchaus attraktive Variante, die zuletzt verstärkt in den Fokus der Kundschaft gerückt ist: Zwar stemmt der 1,6-Liter mit 240 Newtonmeter die wenigste Kraft von allen drei Aggregaten auf die Kurbelwelle, doch reicht die allemal, um das SUV in gefühlt recht kurzweiligen knapp zehn Sekunden auf Landstraßentempo zu bringen. 200 km/h Vmax sind auch für die meisten Langstrecken-Ausflüge mehr als genug, und Reserven zum Überholen sind allemal vorhanden. Apropos Langstrecke: Für die eignet sich der X-Trail nicht nur seiner komfortbetonten Fahrwerks-Auslegung – die einer allzu sportlichen Gangart etwas im Weg steht – wegen, sondern vor allem auch ob seiner vorbildlichen Geräuschdämmung. Der Lärm des Ottomotors wird in fast allen Situationen gut abgeschirmt, und der Klang des neuen – optionalen – Bose-Soundsystems lässt sich unverfälscht genießen. (Michael Gebhardt/SP-X)

Nissan X-Trail - Technische Daten
Fünftüriges SUV, Länge: 4,69 Meter, Breite: 1,82 Meter, Höhe: 1,70 Meter, Radstand: 2,71 Meter, Kofferraumvolumen: 135–1.996 Liter

1,6 DIG-T
1,6-Liter-Vierzylinder-Benzinmotor, 6-Gang-Schaltgetriebe, 120 kW/163 PS, maximales Drehmoment: 240 Nm bei 2.000–4.000 U/min, 0-100 km/h: 9,7 s, Vmax: 200 km/h, Durchschnittsverbrauch: 6,2 Liter/100 Kilometer, CO2-Ausstoß: 145 g/km, Abgasnorm: Euro 6, Effizienzklasse: C, Preis: 25.440 Euro 

Kurzcharakteristik:
Alternative zu: VW Tiguan, Ford Kuga, Skoda Kodiaq, Renault Koleos
Warum: geräumiges Platzangebot, hoher Fahrkomfort
Warum nicht: teilautonome Funktionen noch nicht verfügbar


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