Die Roboterautos kommen
10.11.2017

Die Roboterautos verlassen die Labore und benötigen Straßen. Im kommenden Jahr wächst die Zahl der Teststrecken für autonomes Fahren deutlich.

Die Wahrscheinlichkeit, einem autonom fahrenden Auto zu begegnen, steigt langsam an. Im kommenden Jahr gehen in Deutschland zahlreiche neue Teststrecken für Roboter-Mobile in Betrieb – viele davon sogar in dicht besiedelten Gebieten. Hier eine Auswahl:

Mikrokosmos in Niedersachsen:
Mit rund 280 Streckenkilometern ist das neue Testfeld in der Region zwischen Hannover, Wolfsburg, Braunschweig und Salzgitter das größte zusammenhängende in Deutschland. Ab 2018 soll dort neben dem automatisierten Fahren selbst auch die sogenannte Car-to-Infrastructure-Technik getestet werden – die Kommunikation von Fahrzeugen mit Ampeln, Baustellen und Straßen. Genutzt wird das Testfeld unter anderem von VW, Continental, Siemens, ADAC und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).

Autonome Linienbusse im Rheinland:
Auf Landstraßen und Autobahnen rund um Düsseldorf testet das örtliche Verkehrsunternehmen Rheinbahn ab Sommer autonom fahrende Busse. Insgesamt 16 Fahrzeuge sind im Einsatz, dazu kommen drei Test-Pkw; alle orientieren sich anhand von eigens erstellten hochgenauen Karten. Gefahren werden soll vor allem außerorts, aber auch innerhalb des Stadtgebiets. Später können auch weitere Unternehmen die Strecken nutzen.

Automatisierter Grenzverkehr im Saarland:
Im Dreiländereck zwischen Deutschland, Frankreich und Luxemburg wird künftig grenzüberschreitend das automatisierte Fahren getestet. Das Projekt soll sicherstellen, dass Roboterfahrzeuge nicht beim Überschreiten von Staatsgrenzen plötzlich die Orientierung verlieren, weil sich Verkehrsschilder, Straßenführung und Infrastruktur hinter der Grenze ändern. Insgesamt 200 Kilometer Autobahn zwischen Merzig, Metz und Bettembourg sollen 2018 frei gegeben werden.

Kurze Wege für Mitarbeiter in Hessen:
Campus- und Betriebsgelände gelten als die ersten im großen Stil nutzbaren Einsatzorte für Roboter-Fahrzeuge. Allein, weil den Autos die Orientierung in den genau begrenzten und verkehrsarmen Gebieten leicht fällt. Die R+V-Versicherung macht es den Mobilen ab Anfang kommenden Jahres allerdings eine Spur schwerer: Das Unternehmen will mit einem autonomen Shuttle-Bus zwei Standorte verbinden und seinen Mitarbeitern so den Fußweg ersparen. Die selbstfahrend zurückgelegte Distanz beträgt rund einen Kilometer.

Touristen-Rundfahrt auf Sylt:
Auf Sylt soll im kommenden Jahr ein fahrerloser Shuttle-Bus Ferrari- und Porsche-Cruisern die Schau stehlen. Das autonome Elektromobil wird per Smartphone gerufen und chauffiert dann Insulaner und Gäste über die Insel. Genaue Routen stehen aber noch nicht fest.

Für alle Projekte gilt: Ganz ohne menschlichen Fahrer kommen die Roboter-Mobile nicht aus. Aus rechtlichen Gründen muss immer ein Mensch an Bord sein, der im Notfall Bremsen und Lenken übernehmen kann. Kommt es trotzdem zu einem Unfall, werden die Schäden Dritter laut dem Versicherungsverband GDV von der Kfz-Haftpflichtversicherung des Halters bezahlt.


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