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Bis 250 km/h schafft die neue Basisversion des F-Type Foto © Jaguar
Mit dem neuen Vierzylinder-Einstiegsmodell sinkt der Preis für den F-Type um 9.000 Euro und damit im Fall des Cabriolets auf 64.200 Euro Foto © Jaguar

„Sparmobil“ mit zwei Sitzen

0 2017-11-30 199

Jaguar macht das Sportwagenfahren günstiger. Und spart zwei Zylinder im F-Type ein. Das hört man mehr als dass man es spürt.

Jaguar erleichtert den Einstieg in seinen zweisitzigen Sportwagen F-Type. Roadster und Coupé sind jetzt auch mit Vierzylinder-Turbobenziner (211 kW/300 PS) zu haben. Die Preise sinken jeweils um 9.000 Euro, sind mit 57.200 bzw. 64.200 Euro (Cabrio) immer noch recht happig.

Das Verwöhnaroma stimmt. Die Novembersonne in blauen Himmel erwärmt Los Angeles, Dach auf bei 24 Grad, auf dem Ocean Highway entlang des Pazifiks düsen, vorbei an Surfern die im 14 Grad kalten Wasser auf den Wellen reiten und als Finale eine steile Serpentinenstraße bei Malibu als Spielwiese. Das alles natürlich nur, wenn die Lockrufe von Jaguar auf empfangsbereite Ohren treffen. Günstiger Einstiegspreis für den Erfolgssportwagen, 9.000 Euro gespart und nur 40 PS eingebüßt. Viel mehr Fans sollten sich von nun an einen echten F-Type leisten können.

Ein Sparmodell also? Keineswegs, denn dieser neue Zweisitzer hat den bislang stärksten Vierzylinder-Serienmotor der Jaguar-Geschichte unter der langen Haube. Der Zweiliter stammt aus der selbstentwickelten Ingenium-Familie, protzt trotz geringerer Dimensionen mit satter Durchzugskraft, weniger Verbrauch und kart-ähnlichem Fahrgefühl, vor allem, wenn es um enge Ecken geht. In der Tat sind die paar PS weniger im Vergleich zum bisher günstigsten Roadster mit Sechszylinder-Motor und einem Preis von 73.200 Euro kaum zu spüren. Hinzu kommt, dass die Achtgang-Automatik von ZF im „kleinen“ F-Type schon an Bord ist, während sie beim Modell mit 250kW/340 PS mit 2.500 Euro extra bezahlt werden muss. Der Vorteil steigt auf beachtliche 11.500 Euro.

Fakt ist: Mit der abgespeckten Version löst Jaguar ein Versprechen ein, dass schon seit April in der Preisliste der nunmehr 16 Varianten des F-Types (Cabrio und Coupé) vermerkt war. Doch offensichtlich wollten die Briten mit dem „Schnäppchen“ warten, bis sich der Verkaufsboom der teureren Modelle gelegt hat. Jetzt ist es soweit, jetzt wird geliefert. Dabei bekam der Neuling natürlich auch die kleinen Änderungen in die Wiege gelegt, die ab jetzt allen F-Types zuteilwerden: die dezente Neugestaltung des vorderen Stoßfängers und dessen seitlicher Öffnungen. Die doppelten Haifisch-Kiemen an den Seiten mussten einer einteiligen Lösung weichen. Zudem ist jetzt das taghelle LED-Licht zu haben, das automatisch zwischen verschiedenen Lichtstimmungen wechselt. Alles schön und gut, das bieten die Rivalen der Rennbahn ebenso.

Auf der Testtour wurde schnell eines deutlich: Was dem kleineren Motor fehlt, ist der satt-dumpfe Sound seiner größeren Brüder. Selbst bei gedrückter Sporttaste benimmt sich dieser F-Type durchaus sozialverträglich und verschont vor dem Krawall, der ansonsten künstlich erzeugt, die Potenz eines Jaguar akustisch nach außen trägt. Dabei ist das mildere Geräusch durchaus kernig und keinesfalls blechern, aber eben viel zurückhaltender. Was für de Fahrleistungen keinesfalls gilt. Mit einer Spitze von 250 km/h ist auch dieser F-Type künftig recht einsam auf der linken Spur der deutschen Autobahn, wenn es der Fahrer denn unbedingt will. Auch der Spurt auf 100 km/h wird im Roadster standesgemäß in 5,7 Sekunden absolviert. Die teureren Versionen unterbieten den Vierzylinder in dieser Disziplin zwar um eine Sekunde und mehr, aber wirklich wichtig ist das nur für echte Freaks.

Der kleine „F“ bietet eine recht umfangreiche Grundausstattung, sogar ein Navi ist mit drin, hält aber eine Fülle von teuren Extras bereit. Wer also alle Feinheiten bestellt, kann gut 10.000 Euro zusätzlich in seinem Zweisitzer unterbringen. Das gilt aber für die übrigen Modelle ebenso. Also doch ein Schnäppchen? Es fällt schwer, dieses Prädikat für ein Spielmobil mit winzigem Kofferraum und nur Platz für Zwei zu nutzen. Aber: Man muss halt alles relativ sehen. Und da stehen nun mal im Fall des Roadsters 11.500 Euro Ersparnis.

Jaguar F-Type Cabriolet 2.0 – Technische Daten:

Zweitüriger  Roadster mit zwei Sitzen, Länge: 4,48 Meter, Breite (mit Außenspiegel): 2,04 Meter, Höhe: 1,31 Meter. Radstand: 2,62 m, Leergewicht (nach DIN): 1.545 kg, Kofferraumvolumen: 207 Liter.

Antrieb: Vierzylinder-Benziner mit Turbo und Direkteinspritzung, Hubraum: 1.997 ccm, 221 kW/ 300 PS, maximales Drehmoment: 400 Nm. bei 1.500 – 4.500 1/min. Achtgang-Automatik, Heckantrieb. Vmax: 250 km/h, 0-100 km/h: 5,7 sec. Norm-Verbrauch: 7,2 l/100 km, CO2: 163 g/km. Effizienzklasse: C

Grundpreis: ab 64.200 Euro (Coupé 57.200 Euro)

Weitere Motorisierungen:

F-Type 3,0 Kompressor: Sechszylinder-Benziner mit Kompressor und Direkteinspritzung, Hubraum: 2.995 ccm, 250 kW/ 340 PS (bzw. 280kW/380 PS), maximales Drehmoment: 450 Nm. bei 3.500 – 5.000 1/min (bzw. 3.500-5.500 1/min). Sechsgang-Schaltgetriebe, Heckantrieb. Vmax: 275 km/h, 0-100 km/h: 4,9 sec (bzw. 5,1 sec). Norm-Verbrauch: 8,4 l/100 km (bzw. 8,6 l/100 km), CO2: 199 g/km (bzw. 203 g/km). Effizienzklasse: E

Preise: ab 73.200 bzw. 87.400 Euro

F-Type 5,0 Kompressor: Achtzylinder-Benziner mit Kompressor und Direkteinspritzung, Hubraum: 5.000 ccm, 423 kW/ 575 PS, maximales Drehmoment: 700 Nm. bei 3.500 1/min Achtgang-Automatik, Allradantrieb. Vmax: 300
km/h, 0-100 km/h: 4,1 sec. Norm-Verbrauch: 11,3 l/100 km, CO2: 269 g/km. Effizienzklasse: G

Preis: ab 123.200 Euro

F-Type SVR AWD: Achtzylinder-Benziner mit Kompressor und Direkteinspritzung, Hubraum: 5.000 ccm, 405 kW/ 550 PS, maximales Drehmoment: 680 Nm. bei 3.500 1/min Achtgang-Automatik, Allradantrieb. Vmax: 314 km/h, 0-100 km/h: 3,7 sec. Norm-Verbrauch: 11,3 l/100 km, CO2: 269 g/km. Effizienzklasse: G

Preis: ab 146.400 Euro 

Jaguar F-Type Cabriolet 2.0 – Kurzcharakteristik:

Warum: Sportliches Prestige etwas günstiger
Warum nicht: weil der Sechszylinder schöner klingt
Was sonst: Porsche 718 Boxster oder Cayman

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