Einlasskontrolle
01.02.2018

Es ist nun schon ein Jahrzehnt her, dass in Deutschland die ersten Umweltzonen in Städten eingeführt worden sind. Seitdem sind es stetig mehr geworden und die neuesten Entwicklungen in den Diskussionen um Dieselabgase und Feinstaubbelastung lassen auch keinen Raum für Hoffnung, dass diese so bald wieder abgeschafft werden. Im Gegenteil: So mancher Innenstadt drohen Fahrverbote, wenn die Luftreinhaltung nicht bald eine Trendwende erreicht. Doch die Problematik wird nicht nur in Deutschland diskutiert, in ganz Europa werden Grenzwerte überschritten und in Folge dessen Umweltzonen eingeführt und ausgeweitet. Flottenmanagement klärt auf, wo Sie noch mit Ihrem Dienstwagen reinkommen und wo nicht.

In 56 deutschen Städten wird mittlerweile eine grüne Plakette verlangt, wenn man sich mit dem Pkw in der Innenstadt fortbewegen möchte. Einzige Ausnahme bildet da derzeit noch Neu-Ulm, hier reicht es aus, wenn eine gelbe Plakette auf der Frontscheibe klebt. Nun könnte sich der privilegierte Firmenwagenbesitzer entspannt zurücklehnen, denn in der Regel erfüllen die allermeisten Dieselfirmenwagen die Euro6-Norm und haben entsprechend eine grüne Plakette vorne rechts auf der Scheibe angebracht. Doch was passiert, wenn der Fahrer ins europäische Ausland mit dem Firmen-Pkw fahren muss? Dann gilt: Andere Länder andere Plaketten...

Beispiel: Frankreich

Wie deutsche Stadtverwaltungen verlangen auch die ausländischen Behörden eine bestimmte Plakette bei der Einreise mit dem Pkw. Derzeit besonders aktiv auf diesem Gebiet ist unser Nachbarland Frankreich. Hier wurde eine Vielzahl neuer Umweltzonen eingerichtet. Neben Großstädten wie beispielsweise Paris und Toulouse sind dabei auch weiträumige Umweltzonen die mehrere Städte und Gemeinden umspannen. So braucht man beispielsweise in den Großräumen Haute-Savoie-Annecy, Maine-et-Loire - Angers, Savoie - Chambéry, Vendée - La Roche-sur-Yon und Gers-Auch die grüne CRIT’ Air Plakette. Das Problem an diesen Zonenerlassen ist, dass sie temporär gelten und Größe der Zonen variieren kann, je nachdem wie hoch die momentane Luftverschmutzung ist. Übrigens ist der Winter die Jahreszeit der größten Luftverschmutzung. Der Wintersmog besteht vor allem aus Rußpartikeln (Feinstaub) und wird durch Verbrennungen (Heizungen, Kochen, Verkehr, Industrie, Kraftwerke) oder Reifenabrieb verursacht.

Derzeit gibt es bei unseren französischen Nachbarn rund 20 Umweltzonen. Wo gerade ein temporäres Fahrverbot herrscht und wo nicht kann beispielsweise mit Hilfe der Website crit-air.fr herausgefunden werden. Dort sind alle Informationen zu den neuen Umweltzonen sowie den tagesaktuellen Einfahrtstatus gesammelt und interaktive Karten, zeigen mögliche Umfahrungswege auf. Ebenfalls empfehlenswert ist die kostenlose Green-Zones-App, die dem Dienstwagenfahrer vor Ort den Weg durch den Dschungel der immer komplexer werdenden lokalen Einzelregelungen aufzeigen kann.

Wenn eine Dienstreise nach Frankreich ansteht, sollte man sich frühzeitig informieren wo eine entsprechende Plakette benötigt wird und wo nicht. Zwar kann diese relativ unproblematisch im Internet bestellt werden, doch die Auslieferung kann mitunter mehrere Wochen in Anspruch nehmen. Wer ohne gültige Plakette unterwegs ist und nicht zumindest eine Bestellbestätigung mitführt, muss mit einem Bußgeld zwischen 68 Euro für Pkw und 135 Euro für Lkw rechnen. Darüber hinaus sind die französischen Behörden relativ strikt was die fristgerechte Zahlung des Bußgeldes betrifft. Derjenige der ein Bußgeld zu begleichen hat, sollte nicht allzu lange damit warten, denn wer nicht innerhalb von 45 Tagen zahlt, muss gar 180 beziehungsweise 375 Euro bezahlen.

Und sonst?

Neben Frankreich und Deutschland haben auch andere europäische Staaten Umweltzonen einführen müssen um die Klimavorgaben der EU einzuhalten. Wie so oft in Europa haben die Staaten unterschiedliche Herangehensweisen und Lösungen für die gleiche Problematik gefunden. So gibt es auch in Belgien temporäre Umweltzonen, ähnlich denen in Frankreich. Jedoch ist es hier möglich diese auch ohne passende Plakette zu passieren, wenn man nur einen kurzen Aufenthalt dort plant. Dazu sollte man allerdings sein Kennzeichen online registrieren, damit die elektronische Nummernschilderkennung keinen Verstoß meldet. Wer dies nicht tut und auch keine Plakette mitführt, muss mit einem Bußgeld von 150 Euro rechnen.

In Österreich, Dänemark, Tschechien und Portugal gelten die Umweltzonen nur für Transporter und Lkw über 3,5 Tonnen. Allerdings könnten diese bald auch auf Pkw ausgeweitet werden. Überhaupt ist europaweit eher mit einer Zuspitzung der Situation in Sachen Umweltzonen zu rechnen. Auch in Deutschland wurde im letzten Jahr immer wieder die Einführung einer blauen Plakette diskutiert. Um diese zu erhalten müssten beispielsweise Pkw mindestens die Euro6-Norm erfüllen. Bislang konnte man sich nicht auf die Einführung einer solchen Plakette einigen, wohl auch weil die Gegenargumente zu zahlreich sind. Dagegen spreche beispielsweise das Kosten-/Nutzenverhältnis, so manche Kritiker. Alleine die neue Beschilderung aller Innenstädte spräche demnach dagegen.

Fazit

Eine Auslandsfahrt mit dem Dienstwagen, sei es nun beruflich oder weil einem der Firmenwagen auch für den privaten Urlaub überlassen worden ist, sollte auch hinsichtlich der Umweltzonen gut geplant werden. Trotz des gemeinsamen Ziels in Europa die Feinstaubbelastung in den Städten zu senken gibt es kein einheitliches Vorgehen dieses zu erreichen. Daher hilft zum Beispiel die erwähnte App Green Zones den Durchblick im Dickicht der verschiedenen Umweltregelungen zu behalten.


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