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Zukunftspläne der Deutschen Bahn

0 2018-02-01 385

Die Digitalisierung wird auch für die Deutsche Bahn immer wichtiger. Dabei will der Konzern seine Digitalisierungsstrategie über vier Dimensionen in nahezu alle Unternehmensbereiche integrieren. Jetzt wird das Projekt „Digitale Schiene“ in Angriff genommen.

Doch was steckt genau hinter der Digitalsierung bei der Deutschen Bahn? Der Konzern hat sie in die Bereiche in „Smart Mobility“, „Smart Logistics“, „Smart Assets“ und „Smart Admin“ untergliedert. Abstrakte Begrifflichkeiten, die der Konzern auf seiner Homepage näher erläutert.

Smart Mobility

Die DB will gemäß eigener Aussagen ein digitales Kundenerlebnis schaffen, ob im Zug, Auto, autonomen Bus oder mit dem Leihrad. Das setze schon bei der Reiseplanung an und reiche bis zu Abrechnung und Kundenfeedback. Ziel sei es, alle Wege von A nach B digital darzustellen, um jedem Kunden die passende Lösung zu bieten – Pendlern genauso wie Geschäfts- und Urlaubsreisenden. Im Mittelpunkt steht die weitere Vernetzung der Verkehrsträger sowie physischer und digitaler Angebote, so der Konzern. Deshalb fördere man über Start-up-Beteiligungen auch Ridesharing-Dienste, Taxi- und Limousinen-Vermittler oder Vergleichsportale für Mobilität.

Smart Logistics

Industriekunden können bei der DB bereits heute Gütertransporte in Echtzeit verfolgen, sogar Temperaturschwankungen oder Erschütterungen im Container sollen mittlerweile übertragen werden. Innovative Lager-Lösungen seien ein weiterer Teil des Kundenmehrwerts bei der Digitalisierung von Prozessen in der Logistik, die die DB gezielt fördere. Online-Portale sollen zudem sukzessive den Zugang zu Transportleistungen erhöhen und die Effizienz an der Kundenschnittstelle. Im Güterverkehr auf der Schiene sind gemäß der Deutschen Bahn bereits über 600 „intelligente Loks“ auf der Strecke, die eigenständig Daten über ihren Zustand melden. Bis Ende 2020 sollen europaweit bis zu 2.000 intelligente Loks unterwegs sein und den Bahnbetrieb im Gütertransport noch stabiler machen.

Smart Assets

Mittels Sensoren und Big Data-Analysen erkennt die DB den Zustand von Bahnanlagen oder Fahrzeugen aus der Ferne in Echtzeit und kann sie überwachen und genau dann warten, wenn es nötig wird. Auch Fahrstühle, Rolltreppen oder Uhren in Bahnhöfen verfügen über moderne Sensorik. Zunehmend können so Unregelmäßigkeiten frühzeitig erkannt und behoben werden, bevor es zu Störungen kommt. Fahrerassistenzsysteme tragen außerdem dazu bei, Züge energiesparend und umweltschonend zu steuern. Zur Digitalisierung der Infrastruktur zählt auch die sukzessive Einführung des modernen Zugsteuerungssystems ETCS (European Train Control System) sowie digitaler Stellwerke.

Smart Admin

Immer mehr administrative Prozesse bei der DB werden mithilfe intelligenter IT sowie nutzerfreundlicher Applikationen verlässlicher und einfacher gemacht. Kunden profitieren davon, weil Leistungen schneller erbracht werden. Auch Fehlerquellen würden reduziert, wodurch die Qualität steige. Im gleichen Maße ginge es um den digitalen Fortschritt zugunsten der Mitarbeiter der DB. So können beispielsweise Reisekosten per App abgerechnet werden. Und das Social Intranet des Konzerns ist die digitale Kommunikationsplattform für rund 200.000 Mitarbeiter allein in Deutschland. Das News-, Chat- und Datenaustausch-Portal stehe als mobile Website und demnächst als App auch allen zur Verfügung, die keinen Büroarbeitsplatz oder Zugriff auf sonstige IT-Anwendungen des Unternehmens haben, so der Konzern. (Quelle: In Anlehnung an die Deutsche Bahn)

Fokus auf der Schiene

Standen in den letzten Jahren vor allem Apps und der Ausbau digitaler Angebote (Abrechnungen et cetera) im Fokus, will die Deutsche Bahn jetzt in die Schienen investieren und die Kapazitäten für den Zugverkehr um bis zu 20 Prozent erhöhen. Möglich machen soll dies eine neue funkgesteuerte Signaltechnik. „Wir werden einen noch nie dagewesenen Entwicklungsschub verwirklichen: mehr Züge, zudem pünktlicher und noch umweltfreundlicher. Das ist ein zentraler Baustein, um das verkehrspolitische Ziel ‚mehr Verkehr auf die Schiene zu holen‘ umzusetzen“, sagte DB-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla.

Der Ausbau der neuen funkgesteuerten Signaltechnik ETCS (European Train Control System) und die Einführung digitaler Stellwerke sind dabei die beiden Pfeiler, auf denen das Ganze steht. Mit einer Machbarkeitsstudie des Bundes sollen technische Umsetzbarkeit, Zeitplan, Finanzierung sowie volkswirtschaftliche Nutzen der ETCS-Technik aufgezeigt werden.

Ronald Pofalla: „Zunächst sind für den Ausbau von ETCS und digitaler Stellwerke große Anstrengungen der öffentlichen Hand und der Bahnen erforderlich. Das wird aber sehr gut angelegtes Geld sein, denn alle profitieren: Der enorme Innovationsschub nutzt den Kunden aller Eisenbahnen in Deutschland, dem Wirtschaftsstandort Deutschland und auch dem Klima. Ein leistungsfähigerer Bahnsektor bedeutet weniger Verkehr auf der Straße, weniger Staus, weniger Feinstaub und einen deutlich verringerten CO₂-Ausstoß.“

Ersten Planungen zufolge könnte es bis 2030 möglich sein, annähernd 80 Prozent des deutschen Schienennetzes digital (ohne Signale) zu betreiben. Nach Vorgabe der EU sollen die Wirtschaftsräume entlang verkehrlich wichtiger Korridore – im sogenannten Transeuropäischen Netz (TEN) – zuerst ausgestattet werden. Bis 2022 wird daher der 1.450 Kilometer lange Korridor Rhein - Alpen ausgerüstet. Geplant ist, dass bis dahin mehr als die Hälfte der Grenzübergänge zu den europäischen Nachbarstaaten auf den europäischen Korridoren ETCS ausgerüstet sein.

Zu ETCS: Züge im deutschen Streckennetz werden künftig über Funk gesteuert. ETCS ist ein europaweit einheitliches Leit- und Sicherungssystem für die Eisenbahn. Die EU führt es ein, um den Zugverkehr grenzüberschreitend zu vereinfachen und das System Schiene attraktiver zu machen. Langfristig soll der ETCS-Standard mehr als 20 nationale Zugbeeinflussungssysteme ersetzen.

Der volle Nutzen von ETCS ergibt sich aus der Verbindung mit der digitalen Stellwerkstechnik. Stellwerke, die heute noch in zahlreichen Bauarten –  von Kaisers Zeiten bis zum Elektronischen Stellwerk  – über die Republik verteilt sind, werden sukzessive durch die innovative Technik ersetzt und ermöglichen so einen verlässlicheren und effizienteren Bahnbetrieb. Daneben können sich Kosteneinsparungen in dreistelliger Millionenhöhe im Betrieb und in der Instandhaltung ergeben. (Quelle: Deutsche Bahn)

 

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