Lastentier
08.03.2018

Die Bundesregierung hat kürzlich im Rahmen des „Sofortprogramms Saubere Luft“ eine staatliche Förderung von Cargobikes auf den Weg gebracht. Die zeitliche Nähe zum Fahrverbots-Urteil des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig lässt die Vermutung zu, dass die Umsetzung dieser, spätestens seit dem Dieselgipfel im Dezember 2017 existierenden Idee der Bundesregierung, als Reaktion auf die möglichen Fahrverbote für Dieselfahrzeuge in deutschen Innenstädten verstanden werden kann. Dazu passt es dann auch, dass die Förderung einige Lücken aufweist.

Unternehmen, die über die Anschaffung eines Schwerlastenrads nachdenken, wird die Entscheidung nun ein wenig leichter gemacht. Der Staat unterstützt die Anschaffung eines solchen Schwerlastrads mit 30 Prozent des Anschaffungspreises. Eine solche Förderung wurde von einigen Fahrradverbänden bereits seit längerem gefordert und ist in manchen deutschen Städten sowie in Österreich bereits zuvor umgesetzt worden. Das Ziel einer solchen Fördermaßnahme ist klar: weniger Verkehr und Abgase in den Innenstädten. Genau das Richtige also bei drohenden Fahrverboten und Überschreitungen von Feinstaubobergrenzen.

Allerdings gibt es bei der staatlichen Förderung, so wie sie die Bundesregierung verabschiedet hat, eine Reihe von Einschränkungen, die es zu beachten gilt. So werden beispielweise maximal 2.500 Euro bezuschusst. Ist das Rad also teurer als 8.500 Euro gibt es weniger als 30 Prozent Zuschuss vom Staat. Außerdem müssen die Räder über einen E-Antrieb verfügen, ein Zuladungsvolumen von einem Kubikmeter aufweisen und 150 Kilogramm zusätzlich laden können. Mit anderen Worten: Es sind nur große Lastenräder von dieser Förderung betroffen, die sich auch nur für einen ganz speziellen Einsatzzweck eignen. Hinzu kommt, dass es sich um eine Förderung für Unternehmen handelt, Privatpersonen haben keinen Anspruch auf diese Finanzierungshilfe. Damit schrumpft die Zahl der in Frage kommenden Interessenten auf ein Minimum und die erhoffte Wirkung auf den innerstädtischen Verkehr verpufft.

Zwar ist die Förderung eines umweltfreundlichen Verkehrs- und Transportmittels ein richtiges politisches Signal, doch wäre eine konsequentere Förderung aller Lastenräder auch für Privatpersonen wünschenswert gewesen. Zumindest einige kommunale Förderprogramme wie beispielsweise in München, Regensburg, Limburg oder Heidelberg stellen Gelder für die Anschaffung eines neuen Lastenrads auch für Privatpersonen bereit. Diese liegen mit maximal 1.000 Euro (wie in München) jedoch deutlich unter der Förderungshöhe des Bundes. 

Dabei könnten alle Interessenten eine Finanzierungshilfe sehr gut brauchen: Denn bisher sind die Lastenräder noch recht teuer und gerade für Familien eine große Investition. Je nach Ausstattung und Ausführung kommen für ein Lastenrad schnell zwischen fünf- und zehntausend Euro zusammen. Das Problem, so Experten, sei dass bislang zu wenige Lastenräder im Jahr verkauft und entsprechend geringe Stückzahlen produziert würden. Dieser Fakt treibe, wie in jedem anderen Wirtschaftsbereich auch, den Einzelpreis nach oben.


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