Selbst parken war gestern
16.04.2018

Die deutschen Autohersteller arbeiten am automatischen Parken Foto © VW
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  Volkswagen testet autonomes Parken in einem Parkhaus am Hamburger Flughafen. Der Konzern will mit seiner Technik eine Vorreiterrolle einnehmen. 

So könnte das Parken in Zukunft aussehen: Ein paar Klicks auf dem Display reichen aus, aussteigen und fertig. Während man zum Check-in am Flughafen oder zum Einkaufen in die City geht, sucht sich das Auto selbstständig seinen Parkplatz. Umgekehrt läuft es bei der Rückkehr ab. Über eine App auf seinem Smartphone teilt man dem Auto mit, dass man in fünf Minuten am Ausgang steht und der Wagen fährt pünktlich vor. Abgebucht wurde die Gebühr bereits über ein automatisches System. Schöne heile Welt des Parkens.

Was ein bisschen nach Science-Fiction klingt, könnte bald schon Realität werden. „Wir rechnen damit zu Beginn des nächsten Jahrzehnts“, sagt Johann Jungwirth, Chief Digital Officer im Volkswagenkonzern, „das autonome Parken ist ein wichtiger Baustein auf dem Weg zum autonomen Fahren.“ Wie wichtig, das zeigen ein paar Zahlen. Durchschnittlich 41 Stunden im Jahr verbringt der Autofahrer mit der Suche nach einem Parkplatz, 44 Stunden sind es bei den Briten und gar 107 Stunden bei den Amerikanern. In Jungwirths Augen „ineffizient und umweltbelastend“. Er will diese Zeit den Autofahrern in Zukunft zurückgeben.

Was heute schon parktechnisch möglich ist, testet der Volkswagen Konzern in einem Pilotprojekt auf dem Hamburger Flughafen Fuhlsbüttel. Zur Demonstration fahren nacheinander ein VW Passat Kombi, ein Audi A7 und ein Porsche Panamera E-Hybrid ins Parkhaus. Jeder von ihnen sucht sich nach dem Aussteigen des Fahrers am Eingang selbstständig einen leeren Platz. Über die Cloud haben die drei Prototypen eine hochauflösende, digitale Karte des Parkhauses erhalten, wissen zentimetergenau, wo sie sich befinden. Zusätzlich wurden spezielle Schilder, ähnlich einem QR-Code, an Pfeilern, Wänden und Decken angebracht. „An diesen Bildmarkern orientiert sich das Fahrzeug“, sagt Johann Jungwirth.

Parkassistenzsysteme nehmen in etlichen Fahrzeugmodellen einen Teil der Arbeit ab, sodass der Fahrer nicht mehr lenken muss, egal ob die Lücke längs oder quer zum Bordstein steht. Mercedes und BMW bieten sogar Systeme an, die es dem Fahrer erlauben auszusteigen und per Fernbedienung über den Schlüssel oder übers Handy das Auto in die Garage oder eine enge Lücke fahren zu lassen. Allerdings funktioniert dies mehr oder weniger nur einige Meter geradeaus. Fürs autonome Parken, wie es der Volkswagen Konzern vorführt, reicht diese Sensorik längst nicht aus und wurde daher erheblich aufgerüstet.

Bei Elektroautos oder Plug-in-Hybridmodellen besteht außerdem die Möglichkeit, einen Laderoboter anzusteuern. Sobald die Batterie gefüllt ist, sucht sich der Wagen dann autonom einen anderen Platz, um dem nächsten Stromer das Laden zu ermöglichen. In Vorbereitung sind außerdem induktive Ladeplatten, über die der Wagen fährt und berührungslos wie eine elektrische Zahnbürste geladen wird. Ende nächsten Jahres wird der Porsche Mission E diese Einrichtung bereits an Bord haben.

Verständlich, dass all diese Versuche noch in einem sogenannten geschlossenen Bereich ablaufen, ohne dass andere Autos oder gar Fußgänger in die Quere kommen. Schon bald aber soll der Test in einem Mischbereich stattfinden. Kombiniert werden kann das autonome Parken zudem mit zusätzlichen Serviceleistungen. Während der Autofahrer auf Reisen ist, dient sein Auto als Lieferadresse für Pakete oder die Reinigung hängt die frisch gebügelten Hemden hinein. 


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