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Verkehr und Mobilität im Jahr 2040

0 2018-05-02 43

Die Exxon Mobil Corporation (kurz: ExxonMobil), ein großer US-amerikanischer Mineralölkonzern, hat im April eine neue Energieprognose für Deutschland mit Einschätzungen bis in das Jahr 2040 gegeben. Dabei ging es auch um die zukünftige Entwicklung im Verkehrssektor. Und auch der ADAC blickt in einer Studie auf das Jahr 2040 – dabei geht es um den Wandel und die geänderten Anforderungen der Mobilität.

„Besonders spannend ist die Entwicklung im Verkehrs- und Mineralölsektor“, so Diplom-Ökonom Klaus Torp, der bei ExxonMobil für die deutsche Energieprognose verantwortlich ist. 2040 sind nach Exxon-Berechnungen rund 46 Millionen Pkw auf deutschen Straßen unterwegs. Die Ergebnisse stützen sich dabei auf Rahmendaten, Analysen und Hochrechnungen, die ExxonMobil für die eigene strategische Planung heranzieht.

Langfristig würden sich in Deutschland Antriebskonzepte mit dem geringsten CO2-Ausstoß im gesamten Lebenszyklus durchsetzen. Nach Einschätzung von ExxonMobil sind immer mehr Autos mit Antrieben unterwegs, die keine Verbrennungsmotoren sind. Die anderen Antriebe stiegen bis 2040 auf mehr als ein Drittel im Pkw-Bestand. Rund ein Fünftel des Flottenmix seien dann reine Elektroautos. Knapp zwei Drittel aller Pkw würden noch von Verbrennungsmotoren angetrieben. Die Dieseltechnologie bleibt auch langfristig - trotz aller aktuellen Diskussionen - ein wichtiger Bestandteil, wie auch Pkw mit Ottomotoren, so die Ansicht von ExxonMobil. Damit bliebe Mineralöl im Verkehrssektor unverzichtbar, wenn auch der Bedarf an Otto- sowie Dieselkraftstoff abnimmt. Der Rückgang bei Dieselkraftstoff wird durch den Bedarf aus dem rund ein Viertel steigenden Straßengüterverkehr abgedämpft; denn dort bleibt der Diesel auch im Jahr 2040 die wichtigste Antriebstechnologie.

Eine weitere Einschätzung: Im Verkehrssektor ließen sich die Pkw-Emissionen um 30 Millionen Tonnen CO2 senken, wenn Verbrennungsmotoren mit heute verfügbarer Technologie konsequent sparsamer gemacht würden.

Mobilität 2040

Auch der ADAC wagte einen Blick über den Tellerrand und prognostizierte, wie die Arbeitswelt und die damit verbundene Mobilität im Jahr 2040 aussehen könnten.

Der Automobilclub geht davon aus, dass gesellschaftliche Trends und disruptive Prozesse in der Wirtschaft die Arbeitswelt komplett wandeln. „Der Übergang von der klassischen Industrie- hin zu einer Service- und Netzwerkökonomie ist geprägt von einer neuen Kultur des Arbeitens und zunehmend digitalen Wertschöpfung“, heißt es in der Analyse des ADAC.

Kollektive Arbeitszeitregelungen würden zwar nicht vollständig verschwinden, sodass auch in Zukunft Arbeitswege an mehr oder weniger feste Tageszeiten gebunden sein werden. Doch mobiles, vernetztes Arbeiten werde integraler Bestandteil des Alltags sein – mit allen Konsequenzen für die Unternehmensorganisation und -kultur, die Businessmodelle und Produkte, die Kommunikation et cetera.

In Deutschland gehört laut Erhebungen des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) für rund 14 Prozent und damit für Millionen Erwerbstätige eine sehr hohe berufliche Mobilität schon heute zum Alltag. Ihr Anteil wird in den kommenden Jahrzehnten weiter steigen. Dass Pendler generell mehr Stress empfinden und gesundheitliche Nachteile in Kauf nehmen müssen, ist in vielen Untersuchungen nachgewiesen worden, so der ADAC. Zuletzt hatte eine Studie des BiB die negativen Folgen innerhalb der Gruppe belegt: Wer mehr als eine Stunde für die Fahrt zur Arbeit braucht, hat deutlich mehr physische und psychische Nachteile als Personen, die aufgrund ihres Jobs an mindestens 60 Tagen auswärts übernachten (Rüger/Schulze 2016).

Reisezeit effektiv nutzen

Der Wunsch, komfortabel zu reisen und zugleich produktiv sein zu können, wird ADAC-Angaben zufolge künftig weiter steigen. Damit einher geht die Nachfrage nach einer Infrastruktur für das mobile Arbeiten, die Wegzeiten zu wirklicher Arbeitszeit werden lässt.

Digitale Vernetzung, ruhige Arbeits- und Meetingmöglichkeiten seien dabei erst der Anfang. Künftig werde es darum gehen, kluge, ganzheitliche Konzepte für mobiles Arbeiten zu entwickeln. Arbeitgeber wie auch Mobilitätsdienstleister müssten produktive, kreative und sichere Arbeitsumfelder schaffen – mit allem, was dazugehört, um gute Leistungen auch unterwegs zu erreichen. Verkehrsmittel, aber auch Bahnhöfe, Flughäfen, Hotels, Co-working Spaces werden zum festen Bestandteil unserer Arbeits- und Lebenswelt, so der Verkehrsclub. Sie würden die „Hardware“ des Mobile Office in der Netzwerkökonomie von morgen bilden. Smart-Travel bedeute dann nicht nur zuverlässig, sicher und bequem zu reisen, sondern zugleich sinnvoll arbeiten zu können – und nicht zuletzt sich gesund fortzubewegen.

Die steigende Digitalisierung und Virtualisierung von Geschäftsprozessen verstärke diesen Trend. Doch entgegen dem Drohbild einer von künstlicher Intelligenz bestimmten Arbeitswelt werden Computer, Software und Algorithmen menschliche Mitarbeiter nicht überflüssig machen, glaubt der ADAC. Weil Wissen, Talent und Kreativität die zentralen Erfolgsfaktoren seien, käme es künftig auf ein kluges Zusammenspiel von Menschen und Maschinen an.

So geht man beim ADAC davon aus, dass der Mensch in der Wertschöpfung auch 2040 noch eine wichtige Rolle spielen wird. Auch in der digitalen Ökonomie werden nach Ansicht des ADAC soziale Prozesse und menschliche Fähigkeiten enorme Bedeutung haben, die auf persönlichem Austausch, auf Teamstrukturen und interdisziplinärer Zusammenarbeit basieren. Das führe in einer zunehmend dezentral organisierten Arbeitswelt auch zu einem hohen berufsbedingten, aber individuelleren Pendlerverkehr und einem weiterhin steigenden Bedarf an Businessmobilität.

Offen bleiben hier noch Rolle und Einfluss der autonomen Fahrzeuge, die bis zum Jahr 2040 durchaus marktfähig sein dürften.

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