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Der Weg zum richtigen Bike

0 2018-05-17 92

Im März gab der Zweirad-Industrie-Verband e. V. (ZIV) die Zahlen zur Entwicklung des deutschen E-Bike-Marktes im vergangenen Kalenderjahr bekannt. Wie in den Jahren zuvor gab es hier Rekordzuwächse. Demnach sind 2017 alleine in Deutschland 720.000 E-Bikes verkauft worden, was einem Plus von satten 19 Prozent entspricht. Wer jetzt noch keines besitzt, aber noch auf den Trend aufspringen möchte sollte folgende Dinge beachten...

Durchschnittlich wird für ein akkubetriebenes Fahrrad in Deutschland zwischen 2.000 und 2.500 Euro ausgegeben. Das ist auch etwa der Preisrahmen dender Bike-Experte Gunnar Fehlau vom Pressedienst Fahrrad empfiehlt: „Rahmen, Bremsen und Schaltung sollten einen gewissen Qualitätsstandard vorweisen können. Unter 2.000 Euro leidet aus unserer Sicht der Fahrspaß. Unterhalb von 1.500 Euro muss man sogar Abstriche bei Sicherheit und Langlebigkeit hinnehmen.“ Dies bedeute jedoch nicht, dass ein hoher Preis mit einer hohen Qualität gleichzusetzen ist. Wie bei vielen technischen Dingen lohnt sich für einen Kaufinteressenten der Blick auf die Details.

Zunächst sollte jedoch geklärt werden welchen Zweck das zukünftige Rad erfüllen soll. Mit dem Boom der E-Bikes ist auch ein Anwachsen an unterschiedlichen Fahrradmodellen einhergegangen. Vom Allroundtalent für Touren über Stadt und Land bis hin zum spezialisierten Rennrad oder Mountainbike, E-Bikes stehen ihren per Muskelkraft angetriebenen Fahrradkollegen in Sachen Vielfalt um nichts nach.  Besonders bei Lastenrädern ist eine Motorunterstützung sinnvoll. Hinzu kommt noch die Unterscheidung in Fahrzeuge mit einer Maximalgeschwindigkeit von 25 Kilometern in der Stunde und solchen die bis 45 km/h laufen.

Bremsen

Absolut Pflicht seien nach Meinung aller Experten hydraulische Bremssysteme. Ob diese nun als Scheibenbremse oder als Felgenbremse verbaut sind ist dabei sekundär. Hinsichtlich der Bremskraft unterscheiden sich die beiden Varianten nicht von einander. Vorteile hat die immer beliebter werdende Scheibenbremse vor allem bei der Bremskraftdosierung und bei feuchten Wetterbedingungen. Wer oft im Gelände unterwegs ist sollte daher nicht auf Scheibenbremsen verzichten. Nicht umsonst sind diese Bremssysteme auch im klassischen Mountainbikesport seit Jahren Standard und auch im Rennradbereich bekommt die Scheibe immer mehr Anhänger.

Schaltung

Bei herkömmlichen Rädern ohne E-Antrieb ist die Schaltung ein sensibles Thema, schließlich entscheidet die Übersetzung dieser maßgeblich ob man den Berg hinaufkommt oder schieben muss. Wer einen E-Motor am Rad hat, kann hier entspannter auftreten. Schließlich unterstützt die Motorisierung den Radler und kann fehlende Fitness sehr leicht ausgleichen. Prinzipiell kann zwischen einer Nabenschaltung und einer Kettenschaltung unterschieden werden. Die Kettenschaltung bietet eine feinere Übersetzung und größere Gangauswahl als eine Nabenschaltung, die maximal 14 Gänge aufbieten kann. Bei einer Kettenschaltung sind schon mal 30 Gänge möglich. Ob man diese jedoch braucht wenn ein E-Motor am Berg kräftig anschiebt, sei dahingestellt. Wartungsärmer ist jedenfalls eine Nabenschaltung mit einem Riemenantrieb anstelle einer Kette. Aber eben auch deutlich teurer.

Antrieb

Die wichtigste aller Komponenten beim E-Bike ist jedoch der Antrieb. Derzeit wird der Markt von Mittelmotorlösungen dominiert, die sich vergleichsweise Formschön in die Rahmenstruktur einbinden lassen und zudem in Hinblick auf die Gewichtsverteilung Vorteile bieten. Mittelmotor-Bikes sind in der Regel auch am teuersten. Der Markt bietet eine Vielzahl guter Lösungen verschiedener Anbieter wie Bosch, Brose, Shimano, Yamaha oder Bafang. Eine Interessante Alternative ist der Heckmotor, der in einigen Fällen kaum größer als eine Nabenschaltung ausfällt. Der Hinterradantrieb bringt das Drehmoment direkt auf die Straße und vermittelt deshalb oft ein spritzigeres Fahrgefühl. Als Besonderheit bieten Heckmotoren zudem oftmals ein Energierückgewinnungssystem und eine Motorbremse. Der Frontmotor als Billiglösung ist mittlerweile eher verpönt. Vor allem sein Einfluss auf die Lenkung wird als negativ empfunden. Tatsächlich können aber selbst frontgetriebene E-Bikes Spaß machen. Ein besonderer Vorteil dieser Lösung: Sie lässt sich mit jeder Art von Getriebe kombinieren. Weniger Unterschiede gibt es wiederum bei den Energielieferanten, den Akkus. Diese stammen zumeist von den beiden großen Herstellern Panasonic oder Samsung. Meist liegt die Leistung zwischen 300 und 500 Wattstunden.

Ausstattung

Die Ausstattung wie Beleuchtung, Gepäckträger, Sattel oder Lenker ist in höchstem Maße individuellen Vorlieben unterworfen und kann auch noch nach dem Kauf eines Rades angepasst werden. Eindeutige Empfehlungen sind hier sehr schwer auszusprechen. Die Beleuchtung sollte, wenn denn gewünscht, auf jeden Fall mit LED-Technik versehen sein und durch den Akku versorgt werden. Dynamolösungen sind nicht unbedingt auf der Höhe der Zeit. Wer einen teuren Sattel nachrüstet sollte diesen gegen Diebstahl absichern und keinen Schnellspanner anbringen.   

Fazit

Der Kauf eines neuen E-Bikes will gut überlegt sein. Es empfiehlt sich zu einem Fachhändler vor Ort zu gehen. Dieser kann durch eine gezielte Beratung das passende Rad für einen finden und nach dem Kauf durch Wartung und Service die Freude an dem neuen Zweirad lange erhalten. Der Elektroantrieb hat dem Verkehrsmittel Fahrrad neue Einsatzbereiche beschert und den Nutzerradius extrem erweitert, daher wird der Boom in Deutschland auch noch einige Jahre anhalten. Weiterhin großes Potential sieht der Zweirad-Industrie-Verband bei der Nutzung des E-Bikes für den täglichen Weg zur Arbeit. Da Fahrräder und E-Bikes gesetzlich dem Dienstwagen gleichgestellt sind, können Unternehmen ihren Mitarbeitern das Fahrzeugleasing zu sehr attraktiven Konditionen realisieren, so der Verband in seiner Pressemitteilung zu den Marktzahlen 2017.

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