Pure Eleganz
22.05.2018

Der neue A6 ist in der Business-Class sicher einer der elegantesten Fahrzeuge auf dem deutschen Markt. Auch sonst ist der Ingolstädter in einigen Kategorien spitze.

Notorische Nörgler dürften Audis jungem Designchef Marc Lichte zu wenig Mut vorwerfen. Doch zu Unrecht. Wer den Blick ein wenig länger über die Karosserie des neuen A6 wandern lässt, erkennt markante Unterschiede zum Vorgänger. So zum Beispiel die stark profilierten Kotflügelkanten oberhalb der Radhäuser, intern „Quattro-Backen“ genannt. „Audi steht für Quattro, und diese Sportlichkeit wollen wir zeigen“, so Lichte. Gleichzeitig lassen die breiten Kotflügel die Karosserie in den Türflanken schmaler werden, erzeugen, von oben betrachtet, eine Art Coke-Bottle-Effekt. In Verbindung mit der coupéähnlichen Silhouette und den großen 21-Zoll-Rädern sorgt dies fast schon automatisch für einen athletischen Auftritt.

Der soll unter anderem helfen, die deutsche Premium-Konkurrenz wie Mercedes E-Klasse und Fünfer-BMW einzuholen, vielleicht sogar zu überholen. Denn hier fährt der A6 absatzmäßig noch hinterher. Hinters Lenkrad locken will Audi vor allem mehr jüngere Kunden. Da passt es natürlich bestens, im Interieur die gleiche Revolution zu starten, wie man sie bereits im A8 und A7 vollzogen hat. Knöpfe und Schalter sind auf ein Minimum reduziert, es dominieren große Black Panels, oben 10,1 Zoll, unten 8,6 Zoll groß. Der untere dient dabei gleichzeitig als Texteingabe-Feld. Alles ist logisch über Kachel-Design aufgebaut, glänzt durch brillante Auflösung sowie schnelle Darstellung und lässt sich fast so intuitiv bedienen wie ein Smartphone. Hinzu kommt der von Audi gewohnt hohe Qualitätsanspruch. Materialien und Verarbeitung markieren das Top-Level im Segment.

Das soll möglichst auch für die Assistenzsysteme gelten. Mit bis zu 38 elektronischen Helfern kann der A6 ausgestattet werden. Um die Kunden damit nicht zu überfordern, hat Audi sich für eine Bündelung in mehrere Pakete entschlossen. Wie A8 und A7 ist der A6 beim teilautonomen Fahren Level-3-fähig. Stets an Bord sind eine festeingebaute SIM-Karte auf LTE-Advanced-Basis und die Möglichkeit der Car-to-X sowie Car-to-Car-Kommunikation. Neu ist ein sogenannter Engstellen-Assistent, der helfen soll, entspannter durch Baustellen auf der Autobahn zu kommen.

Priorität bei der Entwicklung des A6 hatten Komfort und Effizienz. „Gedreht haben wir aber an jeder nur möglichen Stellschraube“ sagt Projektleiter Renald Lassowski. Wenn der A6 im Juni auf den Markt kommt, arbeiten alle V6-Motoren als Mild-Hybrid mit 48-Volt-Teilbordnetz. Hierzu steckt eine 12-kWh-Batterie in der Reserveradmulde. Die 48-Volt-Technik erlaubt „Segeln“ zwischen 55 und 160 km/h sowie Start-Stopp zwischen 7 und 22 km/h. Alle Vierzylinder haben ebenfalls ein Mild-Hybrid-System an Bord, allerdings in Form einer kostengünstigeren 12-Volt-Variante.

Für viele Dienst- und Firmenwagen-Aspiranten dürfte gewiss der A6 40 TDI mit dem Zweiliter-TDI-Diesel auf der Agenda stehen. Der Vierzylinder mit 150 kW/204 PS wurde in großen Teilen neu entwickelt, überzeugt durch gute Elastizität, frühes Ansprechen und ruhigen Lauf. Zu hören ist der Diesel lediglich beim Starten oder in der Stadt, wo häufig beschleunigt wird. Auf Strecke dagegen entpuppt sich der A6 erwartungsgemäß als angenehm leise Reiselimousine. Dass diesen Charakter die Sechszylinder Diesel- und Benzinmotoren nochmals verstärken, dürfte nur logisch sein. Die Geschmeidigkeit und den Komfort, die der A6 an den Tag legt, sind außergewöhnlich. Es macht wirklich Spaß, dieses Auto zu fahren. Zudem gibt es optional erstmals in der Business-Class eine Allradlenkung. Sie verbessert die Handlichkeit zusätzlich und reduziert den Wendekreis um mehr als einen Meter.

Vorläufiges Topmodell ist der A6 55 TFSI (59.850 Euro). Dessen Dreiliter-V6 leistet wie im A7 jetzt 250 kW/340 PS. Beim 3.0 TDI können die Kunden künftig zwischen 170/231 PS und 210 kW/286 PS wählen, letztere ist mit 58.050 Euro die derzeit günstigste bestellbare Variante. Vierzylinder-Benziner folgen später im Jahr.


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