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Unternehmen rüsten ihre Fahrradflotten zu E-Bikes um

0 2018-06-06 907

Spätestens seit der Öffnung des Marktes für Postdienstleistungen 2008 sind private Postdienste nicht mehr aus deutschen Briefkästen wegzudenken. Ausgeliefert wird zumeist mit dem Fahrrad. Etwa 60 Kilo wiegt so ein voll beladenes Rad, die Zustellerinnen und Zusteller müssen häufig anspruchsvolle Strecken im jeweiligen Stadtdschungel bewältigen. Eine Lösung sehen viele Zustelldienste in der Nachrüstung ihrer Räder zu E-Bikes.

Thomas Herzog, Gründer und Geschäftsführer von Pendix, einer von Deutschlands führenden Herstellern von Nachrüstantrieben, wundert das nicht: „Zustellräder sind teuer in der Anschaffung und nicht leicht zu fahren. Rüsten die Kurierdienste ihre Flotte nun mit einem Elektroantrieb nach, macht das das Leben für die Zusteller leichter.“ Laut Herzog gibt es hierzulande mehrere tausend nachrüstbare Fahrradflotten in Unternehmen, insgesamt etwa eine halbe Million Fahrräder. Pendix ist diesbezüglich bereits in vielen Bundesländern vertreten.

Auch Bernd Fricke, COO des Zustelldienstes PIN Mail AG in Berlin, ist von einer bedarfsgerechten Nachrüst-Lösung überzeugt. Seit Ende 2016 sind in seiner Flotte fünf Räder mit Pendix-Rückenwind unterwegs, im Herbst 2017 wurden weitere 27 Nachrüstsätze eingebaut und einem Langzeittest unterworfen. Motivation für die Nachrüstung ist es, den Zustellern den täglichen „Knochenjob“ zu erleichtern. Gerade in einer Großstadt wie Berlin seien Briefzusteller täglich vor besondere Herausforderungen gestellt. Ständiges Anfahren und Bremsen, teilweise sehr anspruchsvolle Strecken gelte es zu bewältigen. „Wahre Helden“ hat das Unternehmen seine Mitarbeiter in einer großangelegten Öffentlichkeitskampagne genannt. Daher begeistert sich Fricke mehr und mehr für das Nachrüsten mit Pendix. Die nachgerüsteten Räder erleichtern auf spezifischen Strecken den Zustellern ihre Arbeit enorm. „Uns geht es dabei vor allem um die Gesundheit unserer Mitarbeiter. Auch die älteren Kolleginnen und Kollegen in unserer Mannschaft sollen gerne zur Arbeit kommen und ihre Erfahrung dauerhaft einbringen können. Das Feedback unserer Mitarbeiter ist uns extrem wichtig“, so Fricke.

Zwar befinde man sich mit den Pendix-Antrieben noch in einer Testphase, diese sei jedoch bisher sehr vielversprechend. „Wissen Sie, Berlin ist ja ein besonderes Pflaster, wer es auf unseren Straßen schafft durchzuhalten und dem ständigen Stop und Go zu trotzen, der ist wirklich ein Held. Der Pendix eDrive ist der Herausforderung gewachsen“, so Fricke. Man sei happy mit dem Nachrüst-Antrieb, die Mitarbeiter nehmen die Neuerung laut Fricke neugierig und freudig an. Wirkliche Anfangsschwierigkeiten habe es nicht gegeben: „Die Nachrüstantriebe sind ja noch ein recht junger Markt. Klar gibt es da noch die ein oder andere Frage , aber zum Glück ist das Team bei Pendix immer ansprechbar, und für Verbesserungsvorschläge offen“, außerdem werde man im Frühjahr zum Hersteller fahren und sich über die Standzeiten der Akkus ein meßtechnisches Bild machen, wie der Ladezyklus und die Ladekapazität nach einem Jahr bzw. nach sechs Monaten aussieht. „Wir gehen davon aus, dass ein Akku etwa fünf bis sechs Jahre hält. Das Gute an dem Pendix-System ist, dass es sofort möglich ist, den Akku auszuwechseln, übrigens auch, wenn neue, noch effizientere Akku-Technologien auf den Markt kommen“, lobt Fricke: „Der Antrieb muss dann nicht mit ausgewechselt werden geschweige denn gleich das ganze Rad – ein wichtiger Kostenfaktor.“ Mit dem Akku habe man bei PIN bislang gute Erfahrungen gemacht, insgesamt habe er sich entschieden, vom 300er-Akku auf die 500er-Leistungsstufe hochzugehen, um noch etwas mehr Puffer zu haben. Mit leerem Akku sei noch kein Mitarbeiter ins Depot zurückgekehrt – „ oder sagen wir es mal so, wenn man vor lauter Begeisterung permanent auf den Sportmodus umschaltet, kann das schon mal vorkommen“, lacht Fricke, „aber grundsätzlich reicht der Akku für unsere Strecken völlig“. Die kalte Jahreszeit mache sich nach ersten Erfahrungen des Winters 2016/17 zwar durchaus in der Akkuleistung bemerkbar, aber weit weniger als bei anderen eingesetzten Elektronantrieben, freut sich Fricke.

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