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Full-Service-Konzept

0 2019-04-15 300

Interview mit Andrew Han (Sales Manager, NewMotion, Foto li.).

Flottenmanagement: Sie sind laut eigenen Angaben Europas größter Full-Service-Ladepunkt-Anbieter. Was bedeutet Full-Service in diesem Zusammenhang?

Andrew Han: Full-Service bedeutet für den Endkunden, dass er von der Planung über die Hardware bis hin zur Installation alles aus einer Hand erhalten kann. Dies beinhaltet auch die Themen Abrechnung und Geldtransfer für beispielsweise den Strom, der zu Hause geladen wird. Es bedeutet aber auch, dass wir dem Kunden eine Ladekarte an die Hand geben können, die in ganz Europa (28 Länder) an über 100.000 Ladesäulen zum Stromtanken berechtigt.

 

Flottenmanagement: Gerade beim Laden zu Hause stellt sich die Frage für den Dienstwagenfahrer wie die Abrechnung der Stromkosten vonstatten geht. Welche Lösungen bieten Sie hier an?

Andrew Han: Die NewMotion wird im zweiten Quartal dieses Jahres eine eichrechtskonforme Lösung anbieten, die auch zu Hause installiert werden kann. Zur Abrechnung kann man die Shell Tankkarte nutzen oder unsere NewMotion Karte. Die Daten gehen in unsere Cloud und werden dem Flottenmanager am Ende des Monats in einer gesammelten Rechnung zur Verfügung gestellt. Das Unternehmen überweist die Gesamtsumme der Rechnung an NewMotion und wir verteilen die Beträge entsprechend des Verbrauchs des Einzelnen an die Mitarbeiter. Wer die Shell Card als Tankkarte verwendet, erhält die Rechnung in der kostenstellenbezogenen Abrechnung der euroShell Tank- und Ladekarte zusammen mit den Kosten für Benzin oder Diesel.

 

Flottenmanagement: Welche Herausforderungen gibt es bei der Errichtung von Ladesäulen am Unternehmensstandort und beim dienstwagenberechtigten Mitarbeiter?

Andrew Han: Die Zustimmung für die Errichtung eines Ladepunkts des Eigentümers in einem Gewerbegebäude ist in der Regel kein großes Hindernis. Insbesondere wenn man als Unternehmen Hauptmieter ist. Anders sieht dies für die Dienstwagenfahrer aus, wenn diese Mieter oder Eigentümer in einem Wohnhaus mit mehreren Parteien sind. Hier ist man auf den Willen aller Parteien angewiesen. Die Bundesregierung ist bemüht die Einstimmigkeit solcher Beschlüsse zu kippen, sodass eine Mehrheit von 70 Prozent der Parteien im jeweiligen Mietshaus ausreicht, um eine Lademöglichkeit zu installieren. Bislang gibt es keine gesetzliche Einigung für diesen Vorschlag.

 

Flottenmanagement: Kürzlich wurde eine Kooperation zwischen NewMotion und der Daimler AG bekanntgegeben. Was steckt hinter der Zusammenarbeit? Welche Ziele verfolgen Sie?

Andrew Han: Diese Zusammenarbeit soll das Thema Ladeinfrastruktur bei den Kunden von Athlon und Mercedes-Benz etablieren. Für die Flottenmanager ergibt sich daraus der Vorteil alles aus einer Hand zu erhalten, denn Fahrzeugbeschaffung und Ladelösung sind nicht voneinander getrennt. Das ganzheitliche und modular aufgebaute Angebot bietet maßgeschneiderte Lösungen für alle Ladeanforderungen. Von der Beratung über die Installation bis hin zum Betrieb der Ladepunkte erhalten Kunden auf Wunsch umfassende Dienstleistungen rund um das Thema Laden. Dazu gehören Ladestationen an Unternehmensstandorten, Heimladestationen für Mitarbeiter sowie der Zugriff auf öffentliche Ladepunkte.

 

Flottenmanagement: Ist es denkbar, dass Tank- und Ladekarten in Zukunft durch eine App oder ähnliches ersetzt werden?

Andrew Han: Ja, ich denke da wird es in Zukunft hingehen. Über unsere App kann man schon heute alle NewMotion-Ladepunkte bedienen. Dies sind europaweit derzeit 100.000 Ladepunkte. Allerdings gibt es auch Anwendungsfälle bei denen eine physische Tankkarte nach wie vor unersetzbar ist: Beispielsweise in einer Tiefgarage in der kein Handyempfang möglich ist.

 

Flottenmanagement: Wie wird sich der Elektromarkt in Deutschland zukünftig entwickeln?

Andrew Han:Die 0,5-Prozent-Versteuerung des geldwerten Vorteils wird für die Elektromobilität in Deutschland einen deutlicher Aufschwung bedeuten. Wir glauben darüber hinaus, dass in den nächsten Jahren Themen wie induktives Laden oder vehicle-to-grid auf der Agenda stehen werden. Gerade letzteres dürfte bei Zunahme der Elektrofahrzeuge im Straßenverkehr an Bedeutung gewinnen. Dabei dienen die Akkus der Fahrzeuge als Energiespeicher auf den bei Lastspitzen im Stromnetz beispielsweise in einem Wohngebiet zurückgegriffen werden kann, sofern das Fahrzeug an der Ladesäule angeschlossen ist. Besonders bei der angestrebten Energiewende können die Autos als Zwischenspeicher ein wichtiger Baustein sein. Die Elektroautos fungieren dabei als Schwarmbatterie. Das heißt natürlich nicht, dass der einzelne seine Batterie komplett entleeren muss und der Allgemeinheit zur Verfügung stellen muss. Diesen Irrglauben hört man in diesem Zusammenhang immer wieder. Wir reden bei vehicle-to-grid von etwa fünf bis sechs Prozent der Ladekapazität pro Fahrzeug.

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