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Der Preis ist heiß

0 2019-05-13 391

Mit einem Startpreis von 71.281 Euro ist der Mercedes EQC das günstiges Modell im Elektro-SUV-Quartett um Tesla Model X, Audi E-Tron und Jaguar I-Pace. Als einziger unter den vier Modellen bleibt er beim Nettopreis unter 60.000 Euro und qualifiziert sich so für die deutsche E-Auto-Prämie. Ein paar Extras fehlen in der Basisvariante jedoch. Ein Blick in die Preisliste.

Zur Serienausstattung des EQC 400 4 Matic zählen neben klassenüblichen Posten wie Klimaautomatik, elektrischer Heckklappe und Navigationssystem auch die ansonsten meist aufpreispflichtigen LED-Multibeam-Scheinwerfer mit adaptiver Lichtverteilung. Dazu kommt ein Assistentenpaket mit Notbremssystem, Spurhaltehelfer und Verkehrszeichenerkennung. Traktionsbatterie, Allradantrieb und – beim Elektroauto üblich – Automatikgetriebe sind ebenfalls Standard.

Trotzdem lassen sich Tausende Euro zusätzlich ausgeben. Zum Beispiel für die Optik: Standard sind Stoffsitze, Uni-Lack und aerodynamische 19-Zoll-Felgen. Wer Lederoptik (ab 260 Euro), Metallic-Lackierung (ab 930 Euro) und schickere Räder (20-Zoll ab 800 Euro) will, muss zuzahlen. Für viele Kunden dürfte das ein Muss sein, um den EQC stärker vom konventionell motorisierten Schwestermodell GLC abzugrenzen. Zu diesem Zweck bietet Mercedes auch spezielle Interieur- und Exterieur-Designs wie im Paket „Electric Art“ an (535 Euro).

Beim Infotainment kann der EQC auf das fortschrittliche MBUX-System mit leistungsfähiger Sprachsteuerung bauen. Die für die Ladesäulensuche unverzichtbare Navigation und Audiosystem sind damit schon an Bord. Wer will, kann gegen 300 Euro Aufpreis Augmented-Reality-Elemente in die Routenführungs-Darstellung integrieren. Für 600 Euro gibt es Burmester-Premium-Sound, ein Head-up-Display ist für knapp 1.200 Euro zu haben. Wer bei einem Auto mit Hightech-Anspruch auf moderne Assistenzsysteme nicht verzichten will, findet sie beispielsweise im Paket für 2.300 Euro oder teilweise auch als Einzelposten.

Wenige Optionen finden sich bei der Ladetechnik. Für schnelles Gleichstromladen ist ein DC-Lader mit 110 kW immer an Bord, für das AC-Laden steht alternativlos ein recht langsamer 7,4-kW-Lader zur Verfügung. Der benötigt für die 80 kWh fassende Batterie an Wallbox oder Ladesäule rund einen halben Tag. Kaum eine realistische Option dürfte das noch langsamere Tanken an der Haushaltssteckdose sein, Mercedes verzichtet daher gleich auf ein passendes Ladekabel in der Werksausstattung. Wer im Notfall wenigsten ein bisschen Haushalts-Fahrstrom (2,3 kW) am Straßenrand zapfen will, kauft ein Exemplar für 285 Euro extra. Für den gleichen Preis gibt es ein Kabel für Industriesteckdosen (3,6 kW).

Neben Hardware und den üblichen Software-Diensten bietet Mercedes seinen EQC-Kunden auch spezielle Service-Leistungen an. So gibt es etwa einen Hol- und Bringservice bei Werkstattaufenthalten (490 Euro für sechs Jahre) und einen Wartungsservice (2.100 Euro für sechs Jahre). Ungewöhnlich mutet die Verschleißteilegarantie für 3.100 Euro (sechs Jahre) an; Mercedes nennt hier als Beispiele explizit Wischerblätter und Bremsen. Letztere halten bei E-Autos allerdings in der Regel ewig, weil meist über den Elektromotor gebremst wird. Hier geht es wohl eher um Bequemlichkeit und Sorgenfreiheit als um einen ökonomisch sinnvollen Kundenvorteil. Allerdings dürften alle Pakete den Wiederverkaufswert verbessern, weil die Leistungen auch an den Nachbesitzer übergehen.

Unterm Strich ist der Basis-EQC kein Lockangebot, aber doch ein typisches Basismodell. Wer es schicker und komfortabler haben will, muss einige tausend Euro extra investieren. Oder man wählt gleich das umfangreich ausgestattete Sondermodell „Edition 1886“ für 13.650 Euro Aufpreis.

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