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Klein, wendig und elektrisch

0 2018-06-12 781

Das meistverkaufte E-Auto in Deutschland erhält ein Upgrade, das den Franzosen deutlich agiler werden lässt.

Der rein batterieelektrische Kleinwagen ist jetzt auch mit einem 80 kW/108 PS starken Elektromotor erhältlich. Eine 41 kWh-starke Lithium-Ionen-Batterie ermöglicht eine Reichweite von bis zu 300 Kilometern im strengen WLTP-Zyklus. Ab 27.900 Euro steht der Kleine in der Preisliste, hier wird die Batterie für mindestens 69 Euro im Monat gemietet. Wer den Stromspeicher sein Eigen nennen will, muss 35.900 Euro investieren. Die Förderung von 4.000 Euro stockt Renault auf 5.000 Euro auf, so dass sich die Preise um diese Summe reduzieren. Weiterhin im Programm bleibt der Zoe mit dem 68 kW/92 PS starken E-Motor. Dieser ist wahlweise mit einer 22- oder ebenfalls mit der 41 kWh-Batterie verfügbar. Mietet man die kleine Batterie, fallen 21.900 Euro Kosten an, bei der großen sind es 26.100 Euro. Der Kaufpreis mit Batterie ist jeweils 8.000 Euro höher.
Am besten nähert man sich dem vier Meter langen Zoe ohne die Preise im Kopf zu haben. Putzig und knuddelig sieht er aus; ein typischer Vertreter seiner Klasse. Der erste Eindruck des Innenraums ist durchaus vielversprechend. Das E-Mobil wirkt geräumig, vorne sitzt man kommod. Die Fondnutzer müssen auf die Rücksichtnahme von Fahrer und Beifahrer hoffen, für kurze Strecken geht das hintere Platzangebot für zwei Personen aber in Ordnung. Der Ein- und Ausstieg erfolgt hinten über die optisch gut versteckten Türen.
 
Los geht´s auf den Straßen rund um den Nürburgring. Über Landstraßen und durch Dörfer, über gut ausgebaute Bundestraßen und kurvenreiche Straßen geht die Testrunde. Das 108 PS-Aggregat gibt sich agil. Elektromobilität macht ja bekanntermaßen auch mit kleinen Motoren Spaß. Das ansatzlos anstehende Drehmoment von 225 Nm steht vom ersten Tritt aufs Gaspedal zur Verfügung. Beim Anfahren an einer Ampel schaut auch ein Fahrer einer hochmotorisierten Limousine kurz irritiert aus seinem Fenster, wie schnell das Elektro-Wiesel aus den Puschen kommt. In 3,9 Sekunden gelingt der Spurt von 0 auf – nein nicht 100 km/h – sondern 50 km/h. Bis Tempo 100 muss man doch schon 11,3 Sekunden einplanen. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 135 km/h begrenzt.

Mit dem Zoe lässt es sich nicht nur flott geradeaus fahren. Auch sportives Serpentinenschlängeln macht Spaß. Wobei man sagen muss: Fahrwerk und Bremsen (hinten Trommelbremsen) sind eher für die entspannte Fahrweise ausgelegt. Der Bordcomputer zeigte einen Verbrauch von 17,4 kWh an. Ohne die Serpentinen-Tour sowie bei konsequenteren Nutzung des Eco-Modus dürfte der Strombedarf aber im Alltag in der Stadt oder auf Landstraßen niedriger ausfallen.

Bei unserer Fahrt errechnete der Bordcomputer in Zusammenarbeit mit der Navigationssoftware ziemlich genau die benötigte Akkuleistung. Die Fahrzeuge verfügen ab Werk über das Touchscreen-Mediasystem R-LINK Evolution, das eine Anbindung von Android-Smartphones erlaubt. Es ermittelt zudem bei der Routeneingabe die Restreichweite, schlägt eine energieoptimierte Streckenführung vor und zeigt mögliche Ladestationen auf. Ein Eco-Trainer gibt Tipps zum sparsamen Umgang mit der Batterieleistung. Außerdem ist es möglich, den Zeitpunkt der Ladung zu programmieren. Apropos Laden: Der Vorgang dauert je nach Option zwischen 25 Stunden (Steckdose) und knapp zwei Stunden (Wallbox).
 
Die Stimmen zur Streckenführung kann man sich aussuchen, eine weibliche und eine männliche stehen zur Wahl, mal echt oder Computer animiert. Wobei die Computerstimme besser klingt als die „menschliche“ Ansage. Diese hört sich eher blechern an. Damit passt sie aber gut zum nervigen Blinkerton und zum dem Geräusch, das beim Zuschlagen der Türen entsteht. Der Zoe ist trotz des hohen Preises doch unverkennbar ein Kleinwagen, der zwar recht ordentlich ausgestattet ist, jedoch immer noch deutlich teurer ist als ein vergleichbares Fahrzeug mit Benzinmotor. Zudem verfügt er über keine der aktuellen Sicherheitsassistenten.

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