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Sparen auf hohem Niveau

0 2018-12-21 389

Wer dachte, die gründlich renovierte G-Klasse bekomme keinen beliebten Selbstzünder mehr – weit gefehlt. Bald geht der G 350d an den Start.

Bisher mussten Käufer der runderneuerten G-Klasse zum Vierliter-Achtzylinder-Benziner greifen. Doch im Januar geht der 210 kW/286 PS starke G 350d an den Start. Zwar gibt es noch keine offizielle Preisangabe, günstiger als der G 500 für 107.000 Euro wird es aber. Und man spart nicht nur in den Anschaffungskosten, sondern mit 9,6 Litern Diesel im gemittelten Verbrauch lohnt sich der zugegeben natürlich nicht ganz so vornehm klingende Selbstzünder ökonomisch und ökologisch. Fans mögen den ehrlichen, etwas knorrigen Sound des 2,9-Liter-Reihensechszylinders namens OM656 – der nun neben E- und S-Klasse auch in dem Grazer Urgestein seinen Dienst tut.

Der saubere Commonrail mit Euro 6d-temp-Norm ist alles andere als ein Kompromiss, wenn man den modern-rustikalen Geländewagen auch mal etwas fordern möchte, auf schwergängigem Untergrund oder im Zugbetrieb. Schließlich wartet er mit satten 600 Newtonmetern Drehmoment ab niedrigen 1.200 Touren auf. Feinfühliges Dosieren des Vorwärtsdranges wird somit zur Spezialität des Kult-Kraxlers. Der geschmeidige Neungang-Wandlerautomat (früher Siebengang) sorgt für niedrige Drehzahlen und damit tendenziell zurückhaltende Motorgeräusche und gemäßigten Spritkonsum vor allem auf der schnellen Piste.

Die Ingenieure haben dem G in der Neuauflage Fahrwerk-Feinschliff angedeihen lassen: Die vordere Starrachse wurde durch eine Lösung mit Einzelradaufhängung ersetzt. Das neue Chassis präsentiert sich mit 1,93 Metern gut sechs Zentimeter breiter als das des Vorgängers, was sich im Raumgefühl bemerkbar macht. Der jetzt prägnant-breite Mittelbau innen lässt das auf 4,67 Meter (plus zehn Zentimeter) verlängerte Vehikel deutlich größer wirken. Und es liegt dank rund zwölf Zentimeter breiterer Spur merklich satter auf der Straße. Jetzt kann der G auch gut geradeaus, federt wesentlich komfortabler und wird damit attraktiver auf der Langstrecke. Selbst Kurven meistert der Hardcore-Geländegänger durchaus gekonnt.

Doch trotz modernisierten Fahrwerks, perfektionierter Assistenten (auch die G-Klasse bremst und lenkt im Stau) und vollständigen Infotainments, dessen Funktionen sich auf Wunsch auf dem futuristischen Wide Screen abhandeln lassen, bleibt der G ein Vollblut-Kultfahrzeug mit überragenden Fähigkeiten abseits der Straße. Die drei 100-Prozent-Sperren sind ebenso wenig wegzudenken wie die Geländeuntersetzung. Um die Sperren zu aktivieren, nutzt man wie eh und je die drei Tasten an der steil stehenden Mittelkonsole – jetzt umzingelt von den zeitgeistig angepassten Lüftungsdüsen im Designer-Look. Apropos Design: Das haben die Kreativen lediglich moderat angepasst, um weder Silhouette noch die restlichen Partien zu verwässern. Dennoch erstrahlen die klassischen Rundscheinwerfer jetzt mit Hilfe von LED-Technik.

Dass der Wind beim G noch ordentlich Angriffsfläche hat, wird ihm nicht als politisch unkorrekt ausgelegt, im Gegenteil, für seine Fans ist die steil stehende Windschutzscheibe ein Muss. Das herrlich satte, metallisch-klackende Geräusch übrigens auch, mit dem die Türen zufallen. G-Klasse ist und bleibt eben G-Klasse. Das gilt zum Glück auch für die jüngste Ausbaustufe.

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