Entscheidend ist, was hinten rauskommt
21.11.2016

Die Betrügereien rund um die Abgas-Emissionen von Pkw könnten nun zu einer Reform der Abgasuntersuchung führen. Künftig sollen Abgase bei der HU offenbar wieder mit der guten alten Sonde kontrolliert werden.

Die Abgasuntersuchung von Pkw soll künftig wieder strenger werden. Das Bundesverkehrsministerium plant für Mitte 2017 die Wiedereinführung der generellen Endrohrmessung, wie das Fachmagazin „kfz-betrieb“ unter Berufung auf den Vizepräsident des Bundesverbandes der Hersteller und Importeure von Automobil-Service Ausrüstungen (ASA), Harald Hahn, berichtet. Demnach muss das Abgas im Rahmen der Hauptuntersuchung wieder mit einer Sonde direkt am Auspuffendrohr kontrolliert werden. Aktuell wird bei allen nach dem 1. Januar 2016 zugelassenen Pkw lediglich der elektronische Fehlerspeicher des On-Board-Diagnose-Systems (OBD) ausgelesen, auf die Endrohrmessung wird in der Regel verzichtet.


Grund für die Wiedereinführung sind offenbar auch die Erfahrungen aus den aktuellen Abgas-Skandalen, die die Grenzen der elektronischen Kontrolle aufgezeigt haben. Mit einer NOx-Messung am Endrohr im Rahmen der AU ist jedoch laut Hahn vorerst nicht zu rechnen. Stickoxide entstehen in Motoren vor allem unter Volllast; auf dem HU-Prüfstand ist das nur schwer zu simulieren.

Die Wiedereinführung der Endrohrmessung wird auf EU-Ebene seit ihrer Abschaffung für neuere Autos Mitte 2006 immer wieder diskutiert. Zu den Befürwortern zählen neben Werkstattausrüstern auch die Prüforganisationen. Gegner wie der ADAC werfen ihnen Geldmacherei vor, Autofahrern drohten Mehrkosten von 207 Millionen Euro. Sollte der Gesetzgeber den OBD-Systemen nicht trauen, müssten diese im Rahmen des Typgenehmigungsverfahrens geprüft werden, schlägt der Automobilclub stattdessen vor.


Kommentare (1)
Florian Gantner 21.11.2016, 16:15 Uhr
Eine wie ich finde richtige und wichtige Entscheidung. Ich hatte mich als auf die Endrohrmessung verzichtet wurde gefragt, welchen Sinn die AU im eigentlichen Sinn noch macht. Schon bei einem Benziner kann so ja zum Beispiel gar nicht überprüft werden, ob ein Katalysator überhaupt noch seine Funktion erfüllt. Da könnte theoretisch ein leerer Auspuff sein und das Fahrzeug würde mit der OBD immer noch die AU erfüllen... Die Prüfer die ich darauf bei der HU auf diesem Umstand hinwies zuckten nur mit den Achseln. Es wäre interessant zu wissen, wie viele Schadstoffe tatsächlich mehr in den letzten Jahren in die Umwelt geblasen wurden, da das tatsächliche Aufkommen so gar nicht mehr erfasst werden konnte.
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