Hybrid ist nicht gleich Hybrid
21.09.2017

So lange das rein batteriebetriebene Elektroauto unter geringer Reichweite und schwacher Infrastruktur leidet, ist der Hybridantrieb die alltagstauglichste Form des elektrifizierten Pkw. Interessenten sollten aber die Unterschiede der einzelnen Konzepte kennen.

Frage: „Ich möchte meinen alten Diesel durch ein Hybridauto ersetzen. Aber ich höre in diesem Zusammenhang immer verschiedene Begriffe? Gibt es unterschiedliche Formen von Hybridantrieb?“

Antwort von Hans-Georg Marmit, Kraftfahrzeugexperte der Sachverständigenorganisation KÜS: „Es gibt tatsächlich einige Unterscheidungskriterien  des Hybridantriebs. Am bekanntesten und am längsten auf dem Markt ist der sogenannte Vollhybrid, wie er etwa im Toyota Prius schon seit 20 Jahren eingesetzt wird. Dort teilen sich ein Verbrennungsmotor und ein E-Triebwerk die Antriebsarbeit möglichst effizient auf.

Eine Erweiterung der Hybrid-Technik stellen die Plug-in-Hybride dar. Wichtigster Unterschied zum normalen Hybrid ist die Möglichkeit die Akkus nicht mehr ausschließlich durch den Verbrennungsmotor zu speisen, sondern zusätzlich auch am Stromnetz aufladen zu können. In Verbindung mit einem stärkeren Elektromotor und Akkus ermöglicht dieses Konzept eine größere Reichweite bei der rein elektrischen Fahrt und eine höhere Geschwindigkeit. Ist der Stromvorrat des Akkus nach meist 40 oder 50 Kilometern erschöpft, fährt das Auto wie mit einem normalen Verbrennungsantrieb weiter. Dann allerdings verbrauchen derartige Modelle deutlich mehr als es der extrem niedrige Normverbrauch verspricht. Denn für diesen Wert wird die Batterieladung mitberücksichtigt. Plug-in-Hybride gibt es vor allem bei deutschen Herstellern und vor allem in den höheren Fahrzeugklassen, wo die hohen Aufpreise für die Batterie nicht so sehr ins Gewicht fallen.

Bei den aktuell diskutierten Range Extendern handelt es sich um Fahrzeuge, die im Allgemeinen nur durch einen Elektromotor angetrieben werden. Der außerdem verbaute Verbrennungsmotor soll den Akkumulator nur im Notfall aufladen, um die Reichweite zu vergrößern. Der Verbrennungsmotor muss daher nur eine deutlich geringere Leistung aufweisen.

Man unterscheidet außerdem bei Hybridfahrzeugen nach deren Systemstruktur. Wirken die Antriebe gleichzeitig auf die zu bewegenden Teile spricht man von einem parallelen Hybridantrieb. Wird das Fahrzeug nur von einem Antrieb unmittelbar bewegt spricht man von einem seriellen Hybridantrieb. Der andere Antrieb stellt in diesem Fall nur die Energie für den direkt  wirkenden Antrieb zur Verfügung. Mischhybride kombinieren diese beiden Wirkprinzipien während der Fahrt entsprechend den Fahrzuständen. Je nach Betriebsart und Fahrzustand kann entweder der Verbrennungsmotor mit dem Generator nur den elektrischen Energiespeicher laden und den Elektromotor antreiben (serieller Hybridantrieb) oder mechanisch mit den Antriebswellen gekoppelt sein (paralleler Hybridantrieb).

Beim Leistungsverzweigten Hybridantrieb wird ein Teil der Leistung des Verbrennungsmotors mechanisch, ein weiterer Teil über die als elektrisches Getriebe (serieller Hybridantrieb) arbeitende Motor-Generator-Kombination auf die Räder übertragen. Welcher Hybridantrieb der passende ist, hängt neben dem Einsatzzweck vor allem vom Geldbeutel ab.


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