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Kaskoversicherung: Beweislast für Beschädigungen des Fahrzeugs bei Entwendung

0 2018-06-11 376

Im Falle der Entwendung eines voll-, jedoch nicht teilkaskoversicherten Fahrzeugs ist für den Beweis der Beschädigung durch mut- oder böswillige Handlungen nach Wiederauffinden auf das äußere Bild abzustellen, wenn die Ursachen vorgefundener Schäden nicht festzustellen sind.

Grundsätzlich obliegt dem Versicherungsnehmer für die Behauptung eines Schadens aufgrund mut- oder böswilliger Handlung der Vollbeweis. Ihm sollen insoweit keine Beweiserleichterungen zu Gute kommen, weil das Fahrzeug zur Feststellung des Versicherungsfalls im Gegensatz zu Entwendungsfällen besichtigt werden kann. Im Falle der Entwendung eines voll-, jedoch nicht teilkaskoversicherten Fahrzeugs ist nach Wiederauffinden für den Beweis der Beschädigung auf das äußere Bild abzustellen, wenn die Ursachen vorgefundener Schäden nicht feststellbar sind.

Die konkreten Beschädigungen deuten hier insgesamt auf ein mut- oder böswilliges Verhalten als Ursache der Schadensherbeiführung hin. Insbesondere gibt es einige Beschädigungen, bei denen vom äußeren Bild her zur Überzeugung des Gerichts ein mit der Entwendung bestehender Zusammenhang unter keinen Gesichtspunkten ersichtlich erscheint. Das gilt insbesondere für die Beschädigungen im Innenbereich, bei denen ein Bezug zu einer Unfallverursachung vollkommen fernliegt und auch weitere mit einer Entwendung in adäquatem Zusammenhang zu bringende Ursachen nicht nachzuvollziehen sind. Ferner sind auch Schäden wie die Kratzer am Kühlergrill und der Motorhaube sowie am rechten Scheinwerfer kaum mit einem der Entwendung innewohnenden Risiko in Verbindung zu bringen, da der Bezug zu einem etwaigen mit der Entwendung in Zusammenhang stehenden Unfallgeschehen hier nicht vorstellbar erscheint. Vielmehr stellen Kratzer gerade typische auf mut- oder böswillige Handlungen zurückzuführende Schäden dar. Auch die eingedrückte und aufgerissene A-Säule  deutet aus Sicht des Gerichts jedenfalls mit größerer Wahrscheinlichkeit auf mut- oder böswillige Handlungen hin, da die an der Innenseite vorzufindende Schadensstelle in der Form ebenfalls kaum vorstellbar mit einem Unfallgeschehen in Verbindung zu bringen ist und vielmehr auf eine bewusste Beschädigung hindeutet.

LG Frankfurt, Urteil vom 25.04.2018, Az. 2-08 O 213/16

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