Zum unfallbedingten Verdienstausfall eines Architekten/Ingenieurs
02.10.2012

Wird ein Verkehrsteilnehmer bei einem Verkehrsunfall schwer verletzt, kommt es für die Bemessung des Verdienstausfalls auf den konkreten Verdienstausfall an. Für die Beurteilung der Erwerbsunfähigkeit eines Architekten oder Ingenieurs sind die Leistungsbilder der HOAI ohne Weiteres kein Maßstab, um feststellen zu können, welche beruflichen Tätigkeiten der betroffene Bauingenieur tatsächlich zu erfüllen hat. Denn was ein Architekt oder Ingenieur vertraglich schuldet und damit als Auftragnehmer jeweils zu leisten hat, ergibt sich aus den geschlossenen Verträgen, in der Regel also aus dem Recht des Werkvertrags. Die HOAI enthält keine normativen Leitbilder für den Inhalt von Architekten- und Ingenieurverträgen.

Für die Berechnung des Verdienstausfalls eines Architekten oder Ingenieurs kommt es nicht darauf an, wie hoch der durchschnittliche Verdienst in der betr. Berufsgruppe in Deutschland war. Maßgeblich ist der konkrete Verdienstausfall in dem Büro des verletzen Architekten oder Ingenieurs.

LG Hannover, Urteil vom 29.08.2012, Az. 14 O 341/06


Kommentare (3)
Rolf Ullrich 13.09.2015, 14:24 Uhr
Sehr geehrte Damen und Herren, als Kläger im genannten Fall möchte ich darauf hinweisen, dass das Urteil des LG Hannover vom OLG Celle zurückverwiesen wurde. Die die Tatsachen verdrehenden Aussagen des Richters des LG Hannover können nicht ohne den Zusatz, dass das OLG Celle anders geurteilt hat stehen bleiben. Das neue Urteil des LG Hannover sollte längst bekannt gemacht worden sein - es verspätet sich jetzt bereits um drei Wochen. Auf Druck des OLG Celle sind Gutachten überprüft und neu erstellt worden. Sie bestätigen sämtlich meine Klage. Passt dem Richter des LG Hannover natürlich nicht. Mit freundlichen Grüßen Dipl.-Ing. Rolf Ullrich OLG Celle · Urteil vom 18. September 2013 · Az. 14 U 167/12 LG Hannover, Urteil vom 29.08.2012 - 14 O 341/06
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Christian 05.04.2016, 19:23 Uhr
Hallo Herr Ulrich! Gespannt bin ich auf Ihr Urteil gestoßen. Leider findet man nichts zum abschließenden Urteil vom LG Hannover vom 31.08.2015 14 O 341/06. Ist dies mittlerweile abgeschlossen und eine Entscheidung da? Mit würde dies brennend interessieren. Würden Sie mir eine Mail senden an: 2ir_qxgiq4qk5ow9@byom.de Nicht verwundert sein, dies ist eine Trash-Mail-Adresse. Wollte nicht meine Private hier einstellen, wegen dem vielen SPAM. Vielen Dank vorab Christian
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Mitglied der Familie 27.06.2017, 15:42 Uhr
Hallo Christian, auf Ihren Kommentar bin ich erst jetzt gestoßen. Ja das Verfahren musste der Richter des LG Hannover vollständig zu Gunsten des Klägers, das heißt den von ihm vorgelegten Nachweisen entscheiden. Seine "Privatgutachten" sind durch Gerichtsgutachter vollständig bestätigt worden. Die Quoten der Verfahrenskosten geben diesen Sachverhalt nicht her, weil sie auf anderer Basis entstanden sind. Der weitgehend auf Seiten der Versicherung stehende Richter hat sich quasi für sein Urteil bei der Versicherung entschuldigt. Er hält weiterhin Vorträge in von Versicherungen gesponserten Seminaren. So hat der Fall aber nach 28 Jahren ( 9 Jahre Gericht ) noch kein Ende gefunden, da die Klage bis 2006 ging und danach die Feststellungsklage gilt, die der LG-Richter abgewiesen hat, das OLG sie jedoch anerkannt hat. Nach mehrmaligem Anwaltswechsel war der Kläger bei einer sehr bekannten Kanzlei endlich bei "Fachkräften" gelandet, die das umfangreiche Verfahren dann zu dem für ihn guten Erfolg gebracht haben. Nur ausgesprochene "Profis" sind in der Lage, den Versicherungsanwält(inn)en Paroli zu bieten. Auch war es ein Riesenfehler, mit der Versicherung so lange zu verhandeln. Sofort Klage einreichen ist der bessere Weg. Als Bonbon hat dann der Anwalt noch der Versicherung die Zwangsvollstreckung angedroht, weil diese trotz rechtskräftigen Urteils nicht gezahlt hatte. Es ist unvorstellbar, wie in diesem Fall mit dem Kläger und damit der Familie umgegangen wurde - man kann nur hoffen, dass es weiterhin Menschen wie Christoph Lütgert vom NDR und den Jura-Professor Schwintowski in Berlin gibt, die dieses Versicherungsverhalten anprangern. Diesen Fall durchzustehen gelang nur durch private Hilfe und Unterstützung, die leider nicht jedem Unfallopfer, das zu 100% erwerbsunfähig ist, mit 90% GdB, zur Verfügung steht. Das traurigste Ergebnis ist aber die Erkenntnis, dass der Gesetzgeber nicht willens ist, die absolute Ungleichheit zwischen Unfallopfer und Versicherung wenigstens abzumildern. Es wäre so einfach, eine Frist zum Beginn der Regulierung zu setzen. Aber es winken zu viele gute Posten in den Versicherungsgesellschaften. Und so können jene weiterhin so schäbig agieren, wie sie es als Konzerne der Kapitalbranche eben tun.
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