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Interview mit Dr. Michael Krämer, Leiter Entwicklung E-, CLS- und C-Klasse, zur aktuellen Modellpflege der Mercedes E-Klasse

Über vier Millionen Kilometer

Interview mit Dr. Michael Krämer, Kilometer Leiter Entwicklung E-, CLS- und C-Klasse, zur aktuellen Modellpflege der Mercedes E-Klasse

Flottenmanagement: Herr Dr. Krämer, was waren die Hauptziele in Ihrem Lastenheft für die neue E-Klasse?

Dr. Krämer: Die Hauptziele waren die Erhöhung der Dynamik ohne Verlust des Mercedes-Benz-typischen Komforts. Zudem standen die Themen einer behutsamen optischen Überarbeitung, leistungsstärkere aber insgesamt verbrauchsoptimierte Motorisierungen und die Themen Sicherheit und Umwelt oben auf unserer Liste. So haben wir die neue Generation beispielsweise mit dem serienmäßigen Insassen-Schutzsystem Presafe aufgewertet. Enorm wichtig war uns zudem, dass wir unseren Kunden eine Zuverlässigkeit sichern.

Flottenmanagement: Was sind für Sie als Entwicklungschef die Highlights der neuen E-Klasse?

Dr. Krämer: Die Highlights für mich sind das dynamischere Fahrverhalten bei gutem Komfort und optimierten Motoren sowie der serienmäßige Einsatz von Presafe und Neck-Pro. Ebenso die Adaptive Break und Bluetec, der emissionsärmste Diesel der Welt.

Flottenmanagement: Was hätten Sie persönlich noch gern in die neue E-Klasse implementiert?

Dr. Krämer: Natürlich gehen einem Entwickler neue Ideen nie aus. Für die E-Klasse – so denke ich – bieten wir unseren Kunden ein rundum attraktives Angebot.

Flottenmanagement: Das Pre-Safe-System war bislang der SKlasse vorbehalten. Nun ist es bereits in der neuen E-Klasse erhältlich, obendrein ohne Aufpreis. Wird es Pre-Safe bald auch in der C-Klasse und darunter geben, und warum kostet das System in der E-Klasse keinen Aufpreis?

Dr. Krämer: Sicherheit ist gerade bei Langstreckenfahrzeugen wie der E-Klasse sehr wichtig. In Zusammenarbeit mit unseren Zulieferern optimieren wir die Produktion eines Modells kontinuierlich, und mit den freiwerdenden Mitteln haben wir Raum, zusätzliche Features zu implementieren. Unser Grundbestreben ist, in dem exklusiven Segment der S-Klasse innovative Systeme einzuführen. Wenn diese dann aufgrund ihrer hohen Akzeptanz in größeren Mengen produziert werden, können auch die darunter liegenden Segmente damit versorgt werden. Das heißt jetzt nicht definitiv, dass Pre-Safe in der nächsten Version der C-Klasse kommt, aber wir könnten uns das vorstellen.

Flottenmanagement: Welche Anstrengungen hat Mercedes unternommen, um das ein oder andere Qualitätsproblem in der jüngeren Vergangenheit in den Griff zu bekommen, welche Ergebnisse haben die Analysen der Qualitätsprobleme gebracht?

Dr. Krämer: Wir haben etliches bewegt: Zunächst haben wir in der Vorproduktion über 1000 Autos gebaut und in der Breite erprobt, um mögliche Fehler herauszufinden. Wir sind über 4.000.000 Kilometer in der Wüste und über andere anspruchsvolle Strecken gefahren, um herauszufinden, ob wir noch etwas verbessern können. Die Elektroniksysteme haben wir zusätzlich in der Simulation auf alle möglichen Fehlerquellen getestet.

Flottenmanagement: Für die E-Klasse ist der Taximarkt auch ein wichtiges Segment. Andererseits ist aber aus den Kreisen der Taxiunternehmer wiederholt zu hören, dass sie bei den neuesten E-Klasse-Modellen kaum noch einfachere Wartungsarbeiten selbst ausführen können, sondern das Fahrzeug immer in die Vertrags-Werkstatt geben müssen. Wie stellt sich Mercedes darauf ein?

Dr. Krämer: Da muss ich die Taxifahrer insofern enttäuschen: Unser Primärziel muss die Zuverlässigkeit sein. Zukünftig wird bei allen Herstellern dieser Welt die Fahrzeugtechnik mit Ausnahme von Blechreparaturen nicht mehr selbst repariert werden können.

Flottenmanagement: Während früher ein Taxi fast immer auch ein Mercedes war, drängen sich heute viele Wettbewerber in das Segment. Wie stark ist der Focus bei einer E-Klassen-Entwicklung auch auf den Taximarkt gerichtet, oder ergibt sich der Nutzwert für den Taxiunternehmer quasi nebenbei?

Dr. Krämer: Wir haben eine extra Mannschaft, die sich um die Taxi-spezifischen Anpassungen professionell kümmert. In den Testroutinen simulieren wir unter anderem zunächst Dauerläufe; ausgewählten Taxiunternehmern werden auch Testwagen im voraus gestellt, um mögliche Herausforderungen in der Praxis zu erkennen.

Flottenmanagement: Eine Mercedes E-Klasse gehört im Segment zu den teureren Fahrzeugen. Woraus resultiert der Preis – ist es eher, weil Mercedes sich ein solches Preisgefüge vom Markenimage her leisten kann oder sogar muss, oder gibt es Gründe, die im Produkt selbst liegen, es also teurer machen?

Dr. Krämer: Mercedes bietet seine Autos weltweit an. Mercedes hat also nicht nur die 5 Sterne im Euro-NCAP, sondern erfüllt weltweit alle Crashtests sehr gut. Wir treiben einen hohen Aufwand, um das Auto für den Kunden rundum sicher zu machen.

Flottenmanagement: Aktuell und wichtiger für den Fuhrparkleiter als der Kaufpreis sind ja zwischenzeitlich die „total-costof- ownership“. Welche Strategien verfolgt Mercedes hier, um die Fahrzeuge über den Lebenszyklus wirtschaftlicher zu machen, oder ist das vielleicht gar nicht das primäre Ziel von Mercedes?

Dr. Krämer: Der Focus liegt bei uns sehr stark auf diesen Gesamtkosten – wir arbeiten ständig daran, diese Kosten nach unten zu bringen. Wichtig dafür sind beispielsweise verlängerte Wartungsintervalle. Wir dürfen das aber auch nicht auf die leichte Schulter nehmen. Denn wenn wir z.B. den Ölwechsel verlängern, müssen wir darauf achten, dass das nicht mit einer verkürzten Lebensdauer bezahlt wird. Diese Balance zu finden, ist sehr anspruchsvoll.

Flottenmanagement: Wie schaut es bei der neuen E-Klasse mit alternativen Antrieben aus, etwa CNG, Bluetec auch in Deutschland oder Hybridantrieb? Wie sind hier Ihre Planungen?

Dr. Krämer: CNG ist ab Werk erhältlich. Autogas gibt es über Nachrüster. Bluetec wird in Amerika im September auf den Markt kommen und für Deutschland haben wir uns das Jahr 2008 zum Ziel gesetzt. An Hybridfahrzeugen arbeiten wir, aber in dieser E-Klasse wird es nicht mehr kommen.

Flottenmanagement: Herr Dr. Krämer, wir danken für das Gespräch.

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