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"Flotte! Der Branchentreff" 2019
Matthias von Tippelskirch und Helene Lindh (Mitte, beide Carano) zusammen mit Bernd Franke (re., Flottenmanagement) und Sebastian Heuft (li., Flottenmanagement) im Gespräch
Matthias von Tippelskirch: „Dennoch lohnt es sich bereits in einer Flotte von zwei Fahrzeugen, Überlegungen anzustellen, seine Kosten zu optimieren, meist kommt man dann um eine Digitalisierung der Abläufe nicht umhin“

Mit viel Erfahrung in die Zukunft

Exklusiv-Interview zum 25. Firmenjubiläum der Carano Software Solutions GmbH mit Matthias von Tippelskirch (Geschäftsführer) und Helene Lindh (Leiterin Marketing und Finanzen)

Flottenmanagement: Erst einmal herzlichen Glückwunsch zum 25-jährigen Firmenjubiläum. Wie haben Sie das Jubiläum gefeiert?

Matthias von Tippelskirch: Ehrlich gesagt haben wir bislang noch gar nicht gefeiert – und dies aus gutem Grund. Wir wollen unsere Geburtstagsfeierlichkeiten dazu nutzen, ein neues Zeitalter bei Carano einzuleiten. Ab November werden wir mit Carano.Cloud ein neues System an den Start bringen, das cloudbasiert funktioniert und für alle interessant ist, die sich mit dem Thema Mobilität und Fuhrpark auseinandersetzen, seien es nun Fuhrparkmanager, Leasinggesellschaften, Autohersteller oder eben der Fahrer selbst. Der neue Service bietet Anwendern die Möglichkeit, ganz gezielt das herauszugreifen, was für die eigene Arbeit benötigt wird. Um diesen neuen Paradigmenwechsel in unserem Unternehmen anzustoßen, werden wir das Zusammenkommen aller Mitarbeiter an unserer Feier dazu nutzen, sie auf unsere neue Strategie einzustellen.

Helene Lindh: Hinzu kommt, dass wir in den letzten Jahren unsere Belegschaft fast verdoppelt haben und monatlich neue Kollegen hinzukommen, sodass sich eine solche Feier hervorragend dazu eignet, sich besser kennenzulernen und die Motivation für den gemeinsamen neuen Weg der cloudbasierten Dienste zu schaffen.

Flottenmanagement: Werden fest installierte Anwendungen parallel zu den neuen Diensten laufen oder wird es einen Komplettumstieg auf den Cloud-Service geben?

Matthias von Tippelskirch: Ich persönlich glaube, dass in ein paar Jahren alle Anwender cloudbasierte Dienste nutzen. Doch bis dies so weit ist, werden wir den Cloud-Dienst parallel zu klassischen Programmen etablieren. Dies bedeutet, es besteht nach wie vor die Wahlfreiheit zwischen On-Premise- und Onlineanwendungen. Ganz neu ist diese Idee im Übrigen nicht, denn bei der Fahrzeugbeschaffung bieten wir bereits seit acht Jahren Clouddienste an. Im Fuhrparkmanagementbereich gibt es gerade erst ein steigendes Interesse an diesen Diensten. Bisher hatte die Datensicherheit auf eigenen Servern oberste Priorität, doch mit der allgemeinen technologischen Entwicklung ändert sich auch unter den Flottenverantwortlichen die Wahrnehmung: Cloud-Computing und Datenschutz sind kein Widerspruch.

Helene Lindh: Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass die Angst vor unautorisiertem Zugriff und vor Datenverlust zu den größten Hemmnissen bei Cloud-Computing gehört. Paradoxerweise meint aber eine deutliche Mehrheit, dass die Datensicherheit in der Cloud sehr gut ist. Ein wichtiger Punkt in diesem Zusammenhang ist sicherlich, dass mittlerweile der Speicherort der Daten gezielt festgelegt werden kann, sodass die Unternehmen den rechtlichen Vorschriften gerecht werden können.

Flottenmanagement: 1992 lief Windows noch auf 16-Bit-Rechnern, seitdem hat sich viel getan. Was sind für Ihre Arbeit die größten technischen Entwicklungsschritte der letzten 25 Jahre?

Matthias von Tippelskirch: In der Tat sind 25 Jahre eine kleine Ewigkeit in der EDV. Wenn man die ganz großen Entwicklungsschritte unserer Arbeit betreffend in den Blick nimmt, würde ich als ersten Meilenstein das Internet nennen. Dieses erlaubt Geschäftsprozesse über Unternehmensgrenzen hinweg zu gestalten. So können digitale Prozessketten geschaffen werden, die es ermöglichen, Einsparpotenziale von Unternehmen zu heben. Dies ist selbstverständlich ein Megatrend, der sich bis heute weiterentwickelt und längst nicht am Ende angekommen ist. Denn wenn man sich vor Augen führt, dass unterschiedlichste Plattformen und Anwendungen wie Desktop-Programme, webbasierte Anwendungen und mobile Applikationen nebeneinander und in verschiedenen Entwicklungsstadien existieren, kann es erst einmal nur das Ziel geben, diese miteinander zu vernetzen. Dies ist eine unserer Kernaufgaben der letzten 25 Jahre gewesen und wird es weiterhin bleiben.

Damit einher geht die Entwicklung von mobilen Apps, welche ich als zweiten großen Meilenstein betrachte. Hier sind die Möglichkeiten im Flottenbereich längst nicht ausgeschöpft. Der dritte Meilenstein ist meines Erachtens die Virtualisierung. Von Desktop- bis Anwendungsvirtualisierung bietet diese Technik viele Möglichkeiten, den Anforderungen der Anwender noch zielgenauer gerecht zu werden und Software skalierbarer und verfügbarer zu machen.

Flottenmanagement: Welche Rolle können Apps im Alltag von Fuhrparkleitern spielen? Wird das Smartphone zu einem Büro für die Hosentasche?

Matthias von Tippelskirch: Für den Fuhrparkleiter sind Apps nicht unbedingt das Mittel der Wahl, da sich seine Aufgaben am besten an einem Desktop-PC erledigen lassen. Bei Controlling-, Monitoring- oder Planungsaufgaben ist zumeist keine sofortige Reaktion erforderlich und eine Smartphone-App somit überflüssig. Dennoch muss der Fuhrparkleiter eine Vermittlerrolle übernehmen und seinen Fahrern die Nutzung einer App näherbringen. Denn in der Unternehmensmobilität werden Apps eine immer wichtigere Rolle spielen. Beispielsweise bei der Organisation von Mitfahrgelegenheiten oder beim Thema Schadenmanagement. In Zukunft wird das Smartphone auch eine immer größere Rolle beim Thema Connected Car spielen. Derzeit werden immer mehr fahrzeugspezifische Informationen verfügbar gemacht. Das Smartphone kann durch diese Informationen gezielt Prozessketten in Gang setzen und dem Fahrer beziehungsweise dem Fuhrparkleiter die Arbeit erleichtern. Man denke zum Beispiel an eine Fahrzeugpanne oder an die Reichweitenproblematik bei Elektrofahrzeugen.

Flottenmanagement: Relativ viele (kleine) Flotten nutzen noch keine professionelle Flottensoftware (Onlineumfrage FM 6/2016). Was sind die Vorteile von Fleet+ und warum sind solche Systeme wichtig?

Matthias von Tippelskirch: Der Druck in kleinen Flotten Kosten einzusparen, ist nicht so hoch wie in größeren Fuhrparks. Dennoch lohnt es sich bereits in einer Flotte von zwei Fahrzeugen, Überlegungen anzustellen, seine Kosten zu optimieren, meist kommt man dann um eine Digitalisierung der Abläufe nicht umhin. Genau diese kleineren Flotten sprechen wir auch verstärkt mit unserer neuen Cloud-Plattform an. Die Nachfrage ist in den letzten Jahren bei den kleineren Fuhrparks stark angestiegen.

Fleet+ war schon immer ein sehr variables System, das nicht an Unternehmens- oder Programmgrenzen halt gemacht hat. So versorgen wir in diversen Anwendungsbeispielen viele Prozesse rund um das Fuhrparkmanagement, die nicht zwingend in Fleet+ selbst stattfinden müssen. Wenn verschiedene Prozesse in einem Unternehmen ausgegliedert sind, wie beispielsweise das Schadenmanagement, dann kann unser Managementsystem diese Informationen mit einbinden.

Helene Lindh: Die Liste an Erweiterungen kann weit fortgeführt werden bis hin zu dem immer relevanter werdenden Thema Carsharing. Hier zeigt sich dann gleich auch die bereits angesprochene Verbindung verschiedener Plattformen. Der Fahrer kann sein Pool-Auto via Smartphone- App buchen. In Fleet+ erscheint dann die Abrechnung für den Fuhrparkleiter. Ein anderes Beispiel ist die elektronische Führerscheinkontrolle, mit der die mobil durchgeführte Prüfung revisionssicher in Fleet+ hinterlegt wird.

Flottenmanagement: Was sind die digitalen Herausforderungen der nächsten Jahre? Welche Chancen sehen Sie für die Elektromobilität und das Carsharing in Fuhrparks?

Matthias von Tippelskirch: Ein wichtiges Thema wird Connected Cars sein. Bislang sind Fahrzeuge noch nicht komplett vernetzt. Dies ist jedoch nur eine Frage der Zeit. Dabei ist eine unserer Aufgaben, den Fuhrparkleitern die Fahrzeugdaten zur Verfügung zu stellen. In diesem Zusammenhang muss man dann auch den Datenschutz erwähnen. Das Thema ist bereits jetzt allgegenwärtig und wird in den nächsten Jahren noch bedeutsamer. Vielen Unternehmen in Deutschland ist die Sicherheit der Daten sehr wichtig. Dazu gehört auch, dass viele ihre Daten auf einem deutschen Server gespeichert wissen wollen. Die Elektromobilität ist die dritte Herausforderung unserer Branche. Die Frage dabei lautet jedoch nicht, ob Elektromobilität sich durchsetzen wird, sondern wie? Ein wichtiger Baustein zur Realisierung der E-Mobilität in Unternehmen wird die Digitalisierung sein. Dies reicht von Ladestrategien bis hin zu Logistikplänen.

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