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"Flotte! Der Branchentreff" 2020
Marcus Schulz (Mitte) gibt Bernd Franke (li.) und Steven Bohg (re., beide Flottenmanagement) einen Einblick in die Neuausrichtung des VMF
Marcus Schulz: „Wir werden bei Zukunftsthemen wie Digitalisierung, alternativen Antrieben, unter anderem der E-Mobilität, unsere geballte markenunabhängige Kompetenz in die Waagschale werfen“
Marcus Schulz: „Die Bewertung der Schäden hatte vor der Einführung der Fairen Fahrzeugbewertung VMF® 2002 kreativen Nachbelastungen sehr viel Raum gegeben, seitdem ist dies nicht mehr möglich“

Aufbruchstimmung

Exklusiv-Interview mit Marcus Schulz, Vorstandsvorsitzender des Verbands der markenunabhängigen Fuhrparkmanagementgesellschaften e. V. (VMF)

Flottenmanagement: Herr Schulz, Sie wurden im Mai dieses Jahres von der Mitgliederversammlung zum Vorsitzenden des Vorstands des VMF gewählt. Mit welchen Plänen und Vorstellungen sind Sie an diese Position herangetreten?

Marcus Schulz: Der VMF hat in den letzten 20 Jahren seines Bestehens maßgeblich dazu beigetragen, dass wertvolle Branchenstandards wie „Die Faire Fahrzeugbewertung und Fahrzeugrücknahme VMF®“ oder die Standardfuhrparkausschreibung das Verhalten und Angebot in der Branche maßgeblich verbessert haben. Das wird natürlich auch in Zukunft ein wesentliches Ziel des Verbands bleiben. In der bereits eingeläuteten Umbruchszeit werden wir unsere Branche aber nicht nur beobachten, sondern bei Zukunftsthemen wie Digitalisierung, alternativen Antrieben, unter anderem der E-Mobilität, unsere geballte markenunabhängige Kompetenz in die Waagschale werfen. Wir werden mitreden, unterstützen und letztendlich auch die Entwicklung des Marktes beeinflussen. Denn zwischen den Unsicherheiten durch die Datenschutz- Grundverordnung (DSGVO), durch die Worldwide harmonized Light vehicles Test Procedure (WLTP) oder die Real Driving Emissions (RDE) ab 2019 sowie durch die zahllosen Dieselkrisen und eine wachsende Zahl alltagstauglicher, alternativer Antriebe steht das Fuhrparkmanagement, aber immer mehr die gesamte Mobilität, am Anfang einer neuen Ära.

Flottenmanagement: Der VMF versteht sich als „Kompetenzzentrum für Fuhrparkmanagement“. Wie spiegelt sich dies in der Verbandsarbeit wider? Inwieweit bestehen Bestrebungen, die Interessen der Mitglieder auch in den politischen Entscheidungsprozess einfließen zu lassen?

Marcus Schulz: Da sich die Automotive- Branche dieser Tage nicht gerade durch Stabilität und Transparenz auszeichnet, ist es den VMF-Mitgliedern besonders wichtig, unsere Kunden sicher und informiert durch diese unruhige Zeit zu führen. Neben einheitlichen Branchenstandards für das Fuhrparkmanagement gehört dazu natürlich auch eine umfangreiche Wirtschaftlichkeitsberatung zu den aktuellen Reizthemen. Unser Augenmerk richtet sich jedoch nicht nur „nach innen“. Der VMF wird sich auch verstärkt in die öffentliche Debatte zum Mobilitätswandel in Deutschland einmischen. Die Interessen der Mitglieder werden selbstverständlich in allen politischen Entscheidungen des VMF berücksichtigt.

Flottenmanagement: Mit „Der Fairen Fahrzeugbewertung VMF®“ und „Der Fairen Fahrzeugrücknahme VMF®“ wurden in den letzten Jahren zwei Standards etabliert, die auch in Fuhrparkausschreibungen Berücksichtigung finden. Welche Bedeutung haben Standards für das Flottenmanagement? In welchen Bereichen besteht Ihrer Meinung nach noch Nachholbedarf in puncto Standardisierung?

Marcus Schulz: Standards bringen den Fuhrparkverantwortlichen zwei entscheidende Vorteile: Zum einen können sie sich an klar definierten Regeln orientieren, die ihnen Sicherheit geben und sie vor teuren Überraschungen schützen – beispielsweise bei der Fahrzeugrücknahme beziehungsweise der anschließenden Bewertung der Schäden, was vor der Einführung 2002 kreativen Nachbelastungen sehr viel Raum gegeben hatte, aber seitdem nicht mehr möglich ist. Zum anderen ermöglichen Branchenstandards schlanke Prozesse, die den operativen Aufwand des Flottenmanagements minimieren. Daher bleibt ein wesentliches Ziel des VMF, vorhandene Qualitätssiegel weiterzuentwickeln und natürlich auch neue Standards einzuführen.

Flottenmanagement: Auch im Bereich Werkstattleistungen wurde mit dem „VMF Service Plus®“ ein Standard für Fuhrparks und Werkstätten eingerichtet. Was verbirgt sich hinter diesem Branchenstandard? Und wie unterscheidet er sich in den beiden Zielgruppen?

Marcus Schulz: „VMF Service Plus®“ ermöglicht Fuhrparkmanagern und Werkstätten das automatisierte Management von Wartungen und Inspektionen bei Leasingfahrzeugen der meisten VMF-Kunden. Dabei profitieren alle Beteiligten von schlanken, schnellen und transparenten Prozessen: Dienstwagennutzer in Form von kürzerer Wartezeit bei der Fahrzeugannahme, die Werkstätten von schnellen Wartungs- und Reparaturfreigaben, ohne lange in Telefonwarteschleifen der Leasinggesellschaften zu hängen, und die Werkstattleitung in Form von schneller Bezahlung – meist innerhalb von zehn Tagen – sowie reduziertem Verwaltungsaufwand.

Flottenmanagement: Ein großes Thema in Flotten dieser Tage ist die Umstellung auf den neuen WLTP-Messzyklus. Wie können Sie beziehungsweise Ihre Mitglieder die Fuhrparkmanager bei der Umstellung unterstützen?

Marcus Schulz: Da das Verfahren noch „in den Kinderschuhen“ steckt, fehlt auch uns beim VMF eine belastbare Datenbasis, um die Auswirkungen von WLTP fundiert vorauszusagen. Fakt ist, dass sich die Auslieferung vieler Neufahrzeuge in Deutschland verzögert. Mit dieser Unsicherheit wächst im Fuhrparkmanagement natürlich der Bedarf an strategischer Beratung. Aktuell gehen wir davon aus, dass die Kohlenstoffdioxid- Emissionen um circa 20 Prozent ansteigen könnten. Entsprechend unterstützen wir unsere Kunden derzeit vor allem bei der Aktualisierung der Car-Policys. Perspektivisch erwarten wir zudem einen noch stärkeren Beratungsbedarf beim Thema Nutzungs- und Kostenoptimierung: Die durch WLTP erhöhten Ausgaben machen maximale Effizienz, die auch gerade herstellerunabhängige Leasinggesellschaften optimal abdecken können, zu einem umso wichtigeren Ziel des Fuhrparkmanagements.

Flottenmanagement: Nicht zuletzt: Welche Bedeutung hat die zunehmende Verschmelzung von Fuhrpark- und Travelmanagement für den VMF? Inwieweit wird innerhalb des Verbands bereits das ganzheitliche Mobilitätsmanagement betrachtet?

Marcus Schulz: Wie das aktuelle CVO Fuhrpark-Barometer der Arval zeigt, liegt Deutschland beim Thema Mobilitätsalternativen deutlich hinter den europäischen Ländern. Entsprechend bleibt das klassische Fuhrparkmanagement auch für den VMF weiterhin sehr bedeutend. Und doch verzeichnen wir – besonders bei größeren Unternehmen – ein steigendes Interesse an der Thematik. Konkrete Produktangebote laufen aktuell aber noch als „Experimente“ einzelner VMF-Mitglieder. Dennoch werden auch wir im Verband uns intensiv mit dem Thema „Mobilität der Zukunft“ beschäftigen.

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