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"Flotte! Der Branchentreff" 2019
Jan Willem Jongert (li.) im Gespräch mit Ralph Wuttke (re., Flottenmanagement) am bott-Messestand

System- und Lösungsanbieter

Interview mit bott-Geschäftsführer Jan Willem Jongert im Rahmen der IAA Nutzfahrzeuge in Hannover

Flottenmanagement: Sie sind seit Januar 2018 Geschäftsführer und Sprecher der Geschäftsführung der bott Gruppe. Können Sie uns einen kleinen Einblick in Ihre Arbeit und die wesentlichen Projekte in Ihrer Anfangszeit geben?

Jan Willem Jongert: Die Produkte, die wir bei bott anbieten, sind aus dem Thema Lösungen für sicheren und effizienten Transport entstanden. Darüber hinaus sind wir in der Lage, kreative Lösungen zu entwickeln und bestimmte Trends mitzugehen. Ich sehe, dass einige unserer Lösungen und Produkte immer mehr in Richtung Last-Mile-Delivery gehen. So arbeiten wir bereits seit einiger Zeit mit den Unternehmen Armbruster Engineering und Graphmasters zusammen. Zuletzt haben wir hier eine intelligente Lösung für Paketdienste entwickelt, die eine dynamische Routenführung ermöglicht und dem Paketzusteller mit einem Pick-to-Light-System das nächste auszuliefernde Paket im Laderaum anzeigt.

Abgesehen davon werden entsprechende Lösungen für Handwerker- und Serviceflotten weiterhin einer unserer Schwerpunkte bleiben.

Flottenmanagement: Gibt es Trends und Entwicklungen, die Sie für die Einrichterbranche als zukunftsweisend halten beziehungsweise die auf Ihre Arbeit einen großen Einfluss haben?

Jan Willem Jongert: Über die Trends wie autonomes Fahren, Digitalisierung oder Elektromobilität wird viel geschrieben. Viele dieser Trends sind allerdings momentan noch nicht real umgesetzt worden. Damit geben wir uns nicht zufrieden.

Wir bieten konkrete Lösungen, die miteinander als ein System verknüpft sind und dem Kunden einen Mehrwert bieten. Das ist unser Anspruch.

Wir haben hier auf der IAA drei Fahrzeuge mit E-Motoren ausgestellt, zwei an unserem Messestand und ein Modell am Stand von StreetScooter. Daran sehen Sie schon, dass wir uns intensiv mit dem Thema beschäftigen. Aus unserer Sicht ist E-Mobilität in erster Linie in den Städten sinnvoll, wo es ja zum Teil auch schon Dieselverbote gibt. Da wären wir wieder beim Thema Last-Mile- Delivery: Gerade für die Belieferung in der letzten Meile ist E-Mobilität hochinteressant.

Bei der E-Mobilität hat das Eigengewicht der Einrichtungen eine hohe Bedeutung. So muss das Gewicht so gering wie nur möglich sein, damit die Nutzlast unter der Bedingung der Batteriekapazität noch ausreichend vorhanden ist. Hier optimieren wir immer weiter und haben noch einige Ideen beziehungsweise Lösungen in der Schublade bereitliegen.

Flottenmanagement: Wie stehen Sie dem Thema Lastenfahrräder gegenüber? Plant bott hier auch eigene Modelle?

Jan Willem Jongert: Wir sind kein Fahrradhersteller und wollen uns lieber weiter auf unsere Kernkompetenzen konzentrieren. Es gibt bereits zahlreiche Hersteller von Lastenfahrrädern. Wir können hier natürlich eine Lösung beispielsweise in Sachen Ladungssicherung anbieten. Aber ein eigenes Fahrrad werden wir nicht bauen.

Wir sind der Ansicht: Man muss nicht immer alles selbst machen. Es gibt das bekannte Sprichwort: „Schuster, bleib bei deinem Leisten.“ Wir sind offen für Kooperationen, wenn es ergänzende und passende Lösungen beziehungsweise Prozesse sind.

Flottenmanagement: Was verbirgt sich hinter Ihrem Ansatz Mobile Refill?

Jan Willem Jongert: Mobile Refill soll dem Handwerk eine zeitgemäße Lösung für die Bereitstellung und Beschaffung von Verbrauchsmaterial bieten. So arbeiten wir mit dem Unternehmen Berner zusammen, das für entsprechenden Nachschub im Einsatzfahrzeug der Handwerker sorgt, sodass sich immer sämtliches notwendiges Werkzeug und Verbrauchsmaterial an Bord befindet. Mit der Mobile Refill App kann direkt auf der Baustelle Nachschub bestellt werden. Die Ware kann bei Bedarf über Nacht per Keyless Entry direkt ins Servicefahrzeug geliefert werden. Gerade an diesem Punkt haben wir noch großes Verbesserungspotenzial gesehen. Mit der App entfallen Umwege zur Beschaffung des Materials und es wird somit wertvolle Zeit eingespart.

Flottenmanagement: Die Vernetzung über einen mobilen Hotspot im Servicefahrzeug ist ebenfalls eines Ihrer neueren Projekte. Können Sie uns hier einen Einblick geben?

Jan Willem Jongert: Auch hier geht es wieder um eine Arbeitserleichterung für das Handwerk. Denn wir leben in einem Zeitalter, in dem sich die Technik so rasant entwickelt, dass man als Servicetechniker bei Reparaturen kaum noch bei allen Produkten und technischen Feinheiten auf dem aktuellen Stand bleiben kann. Auch für neu eingearbeitete Mitarbeiter ist das System eine große Hilfe. Es funktioniert über eine gesicherte Internetverbindung im Fahrzeug mit einem mobilen Breitband-Hotspot. Durch die Bündelung der Mobilfunkdienste mehrerer Anbieter steht zuverlässig an jedem Punkt mobiles Breitbandinternet im Fahrzeug zur Verfügung. Der Servicetechniker vor Ort setzt eine Datenbrille mit integrierter Kamera auf, ein Experte kann sich dann in der Zentrale ein Bild von der Reparatur verschaffen und dem Servicemitarbeiter entsprechende Hinweise für die Reparatur geben.

Flottenmanagement: Was sind Ihre Ziele für die kommenden Monate? Was können wir von bott in naher Zukunft erwarten?

Jan Willem Jongert: Wir entwickeln uns immer weiter vom klassischen Fahrzeugeinrichter zum System- und Lösungsanbieter. So integrieren wir auf Wunsch elektrische und elektronische Systeme wie beispielsweise Generatoren und Zusatzbeleuchtungen und verwenden dazu eigene Steuergeräte. Außerdem bekleben wir das Fahrzeug individuell mit Werbeaufschriften oder kümmern uns um die Zulassung sowie das Überbringen der Fahrzeuge zum gewünschten Lieferort. Für uns ist hier die gesamte Prozesskette interessant. Wir decken den Prozess als Ganzes ab und liefern nicht nur ein Teil dafür. Darauf wird es in Zukunft verstärkt ankommen und danach richten wir uns künftig auch immer stärker aus.

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