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"Flotte! Der Branchentreff" 2019
VW Nutzfahrzeuge stellte unter anderem die Studie I.D. BUZZ CARGO vor – das erste Nutzfahrzeug auf der Basis der neuen I.D.-Family und des Modularen E-Antriebs-Baukastens
Mit der Studie ProCargo CQ1 will Sortimo die Lücke zwischen Lastenfahrrad und Mini-Van schließen

Rückblick auf die IAA Nutzfahrzeuge

Ende September 2018 war es in Hannover wieder so weit. Die 67. IAA Nutzfahrzeuge stand an, in diesem Jahr unter dem Motto „Driving tomorrow“. Der Ausrichter, der Verband der Automobilindustrie e. V. (VDA), konnte nach eigenen Angaben mehr Aussteller und Besucher als in der Vergangenheit begrüßen, zudem wurde mehr Fläche belegt und es gab einen zahlenmäßigen Anstieg bei der Vorstellung von Weltpremieren. Ein Rückblick.

Konkret heißt das: Auf der IAA waren knapp 2.200 Aussteller aus rund 50 Ländern, mehr als 250.000 Besucher, es wurden 282.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche belegt und über 400 Weltpremieren präsentiert. Ein besonderer Fokus lag an allen Messetagen auf den Megatrends Elektromobilität, Digitalisierung und urbane Logistik.

VDA-Präsident Bernhard Mattes zeigte sich angetan, besonders vom Thema Elektromobilität: „Diese IAA hat gezeigt: Elektromobilität geht beim Nutzfahrzeug in Serie! Wir hatten nicht nur 36 Elektromodelle für Probefahrten, die sehr gut angenommen wurden, sondern auch zahlreiche Weltpremieren mit E-Transportern und E-Bussen. Besonders bemerkenswert: Auf vielen Ständen wurden erstmals pfiffige Elektro-Lastenräder gezeigt, die eine neue Antwort auf die Frage der ‚letzten Meile‘ geben. Sie sind flexibel, schnell und schonen die Umwelt. Zudem haben sie ein bemerkenswert hohes Drehmoment, können die Bremsenergie in einer Hochvolt-Batterie speichern und beim nächsten Anfahren wieder nutzen. Der Anwendungsbereich des Nutzfahrzeugs mit Elektroantrieb wird also immer größer“, sagt Mattes. Und weiter: „Diese Antriebsart spielt in der urbanen Logistik ihre Vorteile aus: leise, emissionsfrei, wendig – und mit einer Reichweite, die den Anforderungen vollauf genügt.“

Um ein paar Beispiele zu geben: Neben dem e-Crafter von Volkswagen Nutzfahrzeuge konnte auch der darauf basierende MAN eTGE auf der Messe noch einmal genau unter die Lupe genommen werden; seit einigen Wochen sind die beiden Modelle mittlerweile auf dem Markt. Der ausgestellte e-Sprinter von Mercedes-Benz wird im kommenden Jahr bei den Händlern stehen, die elektrische Version des kleineren Vito fährt hingegen schon auf den Straßen. Ford erweitert 2019 sein Portfolio mit dem elektrisch angetriebenen Ford Transit Custom mit Dreizylinder-Benziner als Range-Extender. StreetScooter stellte im Rahmen der IAA den neuen Work XL vor, der nun übrigens bei Ford in Köln gebaut wird. Elektrisch angetrieben sind auch der Renault Master Z.E. sowie der Iveco Daily Electric, beide Transporter können auch bereits bestellt werden.

Ein besonderer Fokus lag bei dieser IAA-Ausgabe auch auf dem Feld „Last Mile Delivery“, viele Aussteller zeigten hier Lösungen. „(...) Angesichts des stark wachsenden Onlinehandels brauchen wir überzeugende Antworten, wie die Güter und Waren gerade auf der ‚letzten Meile‘ bis zur Haustür des Kunden geliefert werden. (...) Ich bin davon überzeugt: Es sind die Nutzfahrzeugindustrie und ihre Partner, die den Verkehr in Städten neu definieren – mit hohem Kundennutzen für das Transportgewerbe und den Konsumenten“, sagte Mattes auf seiner IAA-Abschlussrede.

Ein interessantes Projekt kommt hier vom Zulieferer ZF: Mit einem elektrisch angetriebenen Lieferfahrzeug namens Innovation Van sollen vor allem Paketboten entlastet werden. Der Transporter ist mit hochautomatisierten Fahrfunktionen nach Level 4 ausgestattet, eine Besonderheit ist vor allem die Follow-Me-Funktion, eine Fernsteuerung via Tablet: Liegen zwei Adressen bei einer Paketauslieferung so nah beieinander, dass sich die Strecke besser zu Fuß bewältigen lässt, folgt der Innovation Van dem Zusteller wie an einer virtuellen Leine, so ZF. Fände sich vor einer Adresse kein freier Parkplatz, könne der Paketbote das Fahrzeug zum nächsten Stopp vorausschicken, wo es selbstständig eine Haltemöglichkeit sucht.

Ebenfalls neue Wege geht Mercedes-Benz mit seiner Studie Vision URBANETIC. Dahinter verbirgt sich ein autonom fahrender E-Transporter, an dem wahlweise und im Wechsel ein Aufsatz mit Sitzen für Fahrgäste oder eine Transportbox befestigt werden kann. So wird sich die Trennung von Personenbeförderung und Gütertransport aufheben, sagt der Hersteller.

Doch nicht nur die OEMs und Zulieferer sind in diesem Feld aktiv. Auch die Einrichterbranche bringt immer mehr eigene Lösungen auf den Markt. So hat Sortimo die Studie ProCargo CQ1 präsentiert. Das Elektro-Nutzfahrzeug soll die Lücke zwischen Lastenfahrrad und Mini-Van schließen und mit 45 km/h Höchstgeschwindigkeit die ideale Transportlösung auf der „letzten Meile“ darstellen. Daneben hat der Einrichter bereits vor zwei Jahren mit dem ProCargo CT1 ein eigenes Lastenfahrrad auf den Markt gebracht.

Und das Thema Lastenfahrrad ist mittlerweile beispielsweise auch bei Volkswagen Nutzfahrzeuge angekommen. Die Hannoveraner stellten auf der IAA erstmals ein eigenes elektrisches Fahrrad vor, das Cargo e-Bike. Der Antrieb und die robuste Architektur des Lastenrades sind nach Angaben von VW Nutzfahrzeuge für eine Zuladung von bis zu 210 Kilogramm (inklusive Fahrer) ausgelegt. Die Markteinführung des Dreirads ist für 2019 vorgesehen.

Zusammenarbeit
Neben zahlreichen neuen Modellen und Studien wurden auf der IAA auch bedeutende Kooperationen bekannt gegeben.

So arbeiten Mercedes-Benz Vans und BASF künftig bei Mobilitätsthemen zusammen und starten ihre Zusammenarbeit mit der Optimierung des Individualverkehrs am BASF-Standort Ludwigshafen. Dort wird in Kürze ein On-Demand-Ride- sharing-System eingeführt. Dabei stehen Vans zur Verfügung, die von Mitarbeitern und Gästen für Fahrten auf dem BASF-Gelände geordert werden können. Organisiert wird das System über eine App, sie soll die optimalen Wege der Fahrzeuge steuern. Mit diesem System soll der bestehende Linienbusverkehr ergänzt werden. Ziel ist es, den Individualverkehr am Standort zu reduzieren und gleichzeitig die Mobilität zu verbessern. Über den individuellen Werksverkehr hinaus planen die Partner auch Lösungen in den Themenbereichen Elektromobilität, Digitalisierung und autonomes Fahren gemeinsam zu erproben.

Eine weitere große Kooperation vereinbarten LeasePlan Corporation N.V. und SAIC Mobility Europe, eine Sparte von Chinas größtem Fahrzeughersteller. Geplant ist die Entwicklung eines großen vollelektrischen Transporters. Im Rahmen der Partnerschaft wird LeasePlan nach eigenen Angaben operative Leasinglösungen für den emissionsfreien elektrischen Transporter von SAIC in Europa anbieten. Im Mittelpunkt der Vereinbarung stehen der Maxus EV80 bezeichnete E-Transporter sowie neue Modellerweiterungen. Der Maxus EV80 wird im Vergleich zu Transportern mit Verbrennungsmotoren wettbewerbsfähige Gesamtbetriebskosten aufweisen, so das Versprechen im Vorfeld.

Ausblick
Die IAA Nutzfahrzeuge hat gezeigt: Die Branche hat den Wandel der Zeit erkannt und bietet zukunftsträchtige Produkte. Das Motto der diesjährigen Messe „Driving tomorrow“ wurde von den Ausstellern im wahrsten Sinne erfahrbar gemacht. Noch ist die Entwicklung längst nicht abgeschlossen, aber ein wichtiger Schritt ist gemacht. Die großen Trends werden verbreitet und in unterschiedlicher Form umgesetzt. Klar ist: Unternehmen müssen sich in Sachen Mobilität künftig breiter, wenn nicht gar ganzheitlich aufstellen, wenn sie weiter erfolgreich bleiben wollen.

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