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"Flotte! Der Branchentreff" 2019
Im ewigen Pendlerstau verliert der Dienstwagen an Attraktivität
MOBILITÄTSANGEBOTE AUSGEWÄHLTER UNTERNEHMEN

Türöffner

Ein Firmenfahrzeug als Motivationsmodell hat schon lange Tradition, insbesondere zum Anwerben von Fachkräften erweist sich dieses Instrument immer noch als hilfreich. Doch was, wenn das Auto an sich doch nicht attraktiv genug ist? In Zeiten von sich wandelnder Mobilität müssen auch die Angebote der Unternehmen flexibler werden, um die besten Mitarbeiter zu binden.

Mehr als 18 Millionen Menschen pendeln zu ihrer Arbeitsstätte und bestreiten dabei durchschnittlich fast 18 Kilometer einfache Wegstrecke. Dass sich durch die Menge der Pendler Verkehrsbehinderungen insbesondere in Ballungsräumen ergeben, macht die Fahrt zur Arbeit nicht wirklich angenehm und lässt Unternehmen und Angestellte nach alternativen Fortbewegungsmöglichkeiten suchen. Ein Firmenfahrzeug funktioniert in solchen Fällen demnach nicht automatisch als Motivationsinstrument, sodass andere Möglichkeiten zur Mitarbeitergewinnung beziehungsweise -bindung in Erwägung gezogen werden müssen. Aber tatsächlich betrifft der Weg zur Arbeit und letztlich auch die Incentivierung nahezu jeden Berufstätigen, sodass viele Personalabteilungen positiv neuen Motivations- und Belohnungsmodelle für ihre Mitarbeiter gegenüberstehen. Das beobachtet auch Thomas Hucke, Leiter Führungskräfte und Mitarbeitermobilität bei Deutsche Bahn Connect: „Unternehmen haben einen hohen Bedarf an flexibel kombinierbaren Mobilitätslösungen, die dem Mobilitätsbedürfnis der Mitarbeiter gerecht werden, und zwar dienstlich wie privat. Die Integration von Sharing-Lösungen wird daher immer attraktiver.“

Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern spielen alternative Mobilitätsformen in Deutschland tatsächlich noch immer eine untergeordnete Rolle. Das belegt auch das aktuelle CVO Fuhrpark-Barometer: Nur vier Prozent der befragten Unternehmen gaben an, bereits Formen von Carsharing im eigenen Unternehmen implementiert zu haben, bei Fahrgemeinschaften sind es immerhin 13 Prozent. Das Interesse an dem Thema ist über die letzten Jahre jedoch definitiv stark gewachsen. Noch vor einigen Jahren wurde über diese Formen der Mobilität in Unternehmen zumeist nicht einmal nachgedacht. Aber unter anderem die fortschreitende Digitalisierung ebnet auch hierzulande die Wege zu neuen Mobilitätsformen, wie David Miltner, Head of Marketing bei Ubeeqo, ausführt: „Mit Hilfe mobiler Geräte ist nahezu jede Information oder jeder Service zu jeder Tageszeit mit ein paar Klicks verfügbar. Mobilität ist hier keine Ausnahme. Andererseits verändert der leichte Zugang zu Information auch die Erwartungen von Arbeitnehmern ihren Arbeitgebern gegenüber. Wenn mir der nächste Job per Mail oder Push Notification zugespielt wird und nur einen Klick entfernt ist, erhöht das natürlich den Druck auf Unternehmen, ein Umfeld zu schaffen, in dem sich der Mitarbeiter wohl fühlt. Neben Angeboten für Mitarbeiter, Homeoffice und flexiblen Arbeitszeiten kann Mobilität ein sehr zentraler Baustein sein.“

Das haben auch die Leasinggesellschaften erkannt, die mit neuen Beratungsangeboten zusätzlich zum klassischen Leasingfahrzeug reagieren und Firmen bei der Implementierung von Systemen und alternativen Mobilitätsmöglichkeiten unterstützen. Bei LeasePlan Deutschland hat sich die Mobilitätsmanagement-Beratung zum Ziel gesetzt, Synergiepotenziale aufzuzeigen: „In die Analyse unserer Fuhrparkberatung fließen alle Aspekte der Mitarbeitermobilität in den Bereichen Dienstreisen und Arbeitswege mit ein. Deshalb betrachten wir auch Verkehrsmittel, die bei einem Fuhrparkmanagement-Dienstleister bisher nicht im Fokus standen – wie zum Beispiel Zweiräder, das Flugzeug oder den öffentlichen Nahverkehr“, erläutert Jürgen Petschenka, Commercial Director bei LeasePlan Deutschland, die Strategie. Wenn ein Unternehmen erwägt, weitere bezuschusste Fortbewegungsmöglichkeiten für Mitarbeiter anzubieten, müssen neben den arbeitsrechtlichen Grundlagen wie Arbeitsverträge, Überlassungsvereinbarungen oder der Car-Policy auch im Betrieb selbst einige Voraussetzungen geschaffen werden, beispielsweise, wenn Corporate Carsharing oder Elektrofahrzeuge zum Einsatz kommen sollen. Wichtiges Beiwerk sind Strukturen für eine einfache Buchung beziehungsweise Abrechnung.

Daimler und Athlon haben schon frühzeitig erkannt, dass es insbesondere unter jungen Arbeitnehmern massive Veränderungen im Hinblick auf Mobilität gibt. „Wir beobachten seit einigen Jahren, dass der Trend unter Arbeitnehmern verstärkt zu neuen Mobilitätsformen wie Carsharing, E-Bikes und Co. geht. Auch Fahrzeuge mit alternativen Antrieben wie Elektro oder Hybrid werden zusehends beliebter. Fuhrparkbetreiber haben auf diese Entwicklung reagiert und setzen daher vermehrt auf Angebote, die vergünstigte sowie alternative Mobilität für Mitarbeiter – auch ohne Dienstwagenanspruch – ermöglichen“, fasst Bernd Hanisch, Leiter Produktmanagement bei der Athlon Germany GmbH, zusammen. Mit Lösungen wie mytaxi, moovel, car2go oder auch Blacklane ist die Konzernmutter Daimler bereits heute Innovationsführer auf diesem Gebiet im deutschen Markt. Athlon bietet mit verschiedenen Produkten wie My Benefit Kit oder Lease2Motivate ebenfalls innovative Lösungen an, die auf die veränderten Bedürfnisse eingehen. „Diese Produkte bauen wir immer weiter aus, zusätzlich entwickeln wir stetig neue Konzepte. 2019 launcht Athlon zum Beispiel ein eigenes Carsharing-Programm“, gibt Hanisch einen Ausblick auf die Entwicklungen des Unternehmens.

Das jeweilige Motivationsmodell beziehungsweise die Bezuschussung von Mobilität in der Firma sollte so umgesetzt werden, dass möglichst viele Mitarbeiter und auch der Arbeitgeber davon profitieren. Wenn statt einer Gehaltserhöhung Sachleistungen wie Leasingraten beziehungsweise Mobilitätsraten angerechnet werden, müssen Beträge oberhalb von monatlich 44 Euro als geldwerter Vorteil versteuert werden (§ 8 Absatz 2 Satz 1 EStG). Gleichzeitig senken sich die Personalkosten durch einen niedrigeren Barlohn. Viele Unternehmen bieten Gehaltsrechner für Arbeitgeber und Arbeitnehmer an, die im Ergebnis zeigen, wie sich Motivationsleistungen im Nettogehalt beziehungsweise bei den arbeitgeberseitigen Sozialabgaben niederschlagen.

Klassische Leasingmodelle als Gehaltsumwandlung oder Gehaltsverzicht funktionieren über die Einbeziehung der (Full-Service-)Leasingrate, der Versteuerung von einem Prozent des Listenpreises (0,5 Prozent bei Elektro- oder Hybridfahrzeugen) zuzüglich 0,003 Prozent des Listenpreises pro Kilometer der Wegstrecke zur Arbeitsstätte als geldwerten Vorteil. Als Argumente dafür gelten, dass Arbeitnehmer die Kosten aus ihrem Bruttogehalt zahlen, kein privates Kapital für einen Pkw binden und regelmäßig ein Fahrzeug der neuesten Generation haben, wie Frank Hägele, Geschäftsführer Fleet, Deutsche Leasing AG, ausführt. „Außerdem haben sie fest planbare Kosten und sie profitieren vom Wegfall des Restwertrisikos.“ Eine Alternative hierzu ist das Arval Privatleasing. Hierbei schließt der Mitarbeiter direkt mit Arval einen Leasingvertrag ab. Für eine feste monatliche Leasingrate erhält er ein neues Fahrzeug mit einem extra Paket an Leistungen. Enthalten sind alle Kosten für Wartung und Reifenservice sowie optional ein Versicherungsschutz. Der Unterschied zwischen der Bruttogehaltsumwandlung und dieser Variante ist unter anderem die Risikobetrachtung. Das Leasingfahrzeug bleibt in der Verantwortung des Mitarbeiters und die Unternehmen tragen kein Risiko, auch nicht bei Beendigung des Arbeitsvertrags.

Als weitere Möglichkeit bietet sich Corporate Carsharing an, das ebenfalls den Aspekt der Mitarbeitermotivation berücksichtigt. Mit dem Modell von Alphabet zum Beispiel lässt sich die Privatnutzung von Poolfahrzeugen mit Bestands- und Nutzfahrzeugen aller Marken und Modelle aufsetzen. Die dazugehörige Alphabet App AlphaGuide ermöglicht Fuhrparkmanagern vollständige Transparenz – Mitarbeiter profitieren ebenfalls durch die innovative Plattform, da lästige Schlüsselübergaben und die Pflege des Fahrtenbuchs entfallen. Auch den Herausforderungen alternativer Antriebskonzepte wird das Corporate Carsharing von Alphabet mit der problemlosen Integration von Elektrofahrzeugen verschiedener Hersteller gerecht. Auch bei ALD setzt man auf das Produkt Carsharing, mit dem Unternehmen vorhandene Fahrzeuge effizienter auslasten und somit ihre Mobilitätskosten reduzieren können. Es umfasst eine Komplettlösung in Form einer internetbasierten Carsharing-Anwendung, einer innovativen Fahrer-App und bei Bedarf einer On-Board-Unit für den schlüssellosen Fahrzeugzugang.

Wer einen vielseitigen, flexiblen Weg gehen möchte, kann auf einer Prepaid-Karte ein Budget in verhandelbarer Höhe vergeben, sodass einer individuellen Nutzung nichts im Wege steht. Auch für einen sparsamen Umgang mit dem Betrag können Anreize gesetzt werden, wie dies durch eine Privatverwendung zu belohnen. Arval plant beispielsweise, die bereits verfügbaren Mobilitätslösungen Leasing, Poolfahrzeugmanagement., Carsharing, Kurz- und Langzeitmiete mit dem Produkt Arval Mobility Link, das international bereits im Einsatz ist, auch in Deutschland auf den Markt zu bringen. Dabei werden alle aufgeführten verfügbaren Mobilitätsalternativen modular über eine Mobilitätskarte verknüpft.

Fazit
„Klar ist, dass der Faktor Besitz nicht mehr das Ein und Alles ist“, sagt Christian Schüßler, Marketing Director bei Arval Germany. „Diese Entwicklung wird sich meiner Ansicht nach auch weiterhin fortsetzen zu Gunsten von Bedarfsund Nutzenmodellen. Es ist derzeit jedoch noch in keinster Weise abzusehen, dass das klassische Firmenfahrzeug dadurch vollständig verdrängt wird.“ Mittelfristig wird sich die Größenordnung, in der Fuhrparkmanager bisher gerechnet haben, die Total Cost of Ownership (TCO), zur Total Cost of Mobility (TCM) wandeln, um die Mobilitätskosten künftig vergleichbar zu machen. Auch darin zeigt sich, dass es das eine Mobilitätskonzept nicht mehr geben wird, denn der Mobilitätsbedarf von Mitarbeitern ist so individuell, wie es der Arbeitsweg, Job und die Lebenssituation vorgeben. Auch deshalb wird es für Arbeitgeber im Kampf um Fachkräfte umso wichtiger, Lösungen anbieten zu können, die die individuellen Bedürfnisse der Mitarbeiter berücksichtigen. Das schließt die Mobilität zum Zwecke der Motivation ein.

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