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"Flotte! Der Branchentreff" 2019
Taxifahren: bald ohne Fahrer und ohne Stau?
Axel Schäfe

Ein kurzer Blick in die Zukunft

Wie wird die Welt der Fahrzeugflotten 2030 oder 2050 aussehen? Sicher anders als heute! Dafür sorgen die rasanten technologischen Entwicklungen und die Digitalisierung, aber auch gesellschaftliche Trends. Faszinierende Möglichkeiten für Unternehmen wie auch kritische Diskussionen über Datensicherheit stehen im Fokus.

Wie schnell alles wirklich geht und wie es konkret aussehen wird, können wir heute nicht abschätzen. Vielleicht geht es uns wie den Pferdekutschenbesitzern im letzten Jahrhundert, die sich Automobile ein paar Jahre vor deren Erfindung nicht im Traum vorstellen konnten und von den ersten Modellen nicht vermutet hätten, dass sie die Pferde im Straßenbild verdrängen. Nun, es ist menschlich, eine so schnelle Veränderung nicht sofort zu begreifen.

Technologie
Intelligente Systeme und Prozesse gehören schon heute zum Fuhrparkmanagement. Erfahrungsaustausch und Wissensvermittlung werden noch wichtiger, um der Komplexität Herr zu werden. Doch „connected cars“ – also vernetzte Fahrzeuge, Telematikboxen und Cloud-Computing gehören schon bald zum normalen Alltag. Einfache Tätigkeiten übernimmt dann der Robo- Fuhrparkmitarbeiter.

Heute wird bereits viel über Künstliche Intelligenz, Robo-Taxis und autonomes Fahren geschrieben und diskutiert. „Aber wir werden das wohl nicht mehr erleben“, hört man ebenfalls oft. Vielleicht – so meine These – geht es aber wesentlich schneller als gedacht. Und das zeigt auch eine Studie zum Thema vom Center of Automotive Management. Die stellte den Weg zum autonomen Verkehr so dar:

• In einer ersten Phase werden ab 2020 kommerzielle Pilotanwendungen von Robo- Taxis und Robo-Shuttles stattfinden in geografisch eingegrenzten Gebieten beziehungsweise auf Routen verschiedener Städte im In- und Ausland, zunächst bei guten Bedingungen (zum Beispiel Wetter).

• In der zweiten Phase, beginnend ab 2025, findet ein breiterer Einsatz in Städten, auf Autobahnen und im ländlichen Bereich mit einer Ende-zu-Ende-Bedienung der Kunden statt.

• In der dritten Phase, etwa ab 2030, sind autonome Fahrzeuge in allen Anwendungsfällen einsetzbar, was dann zu stark steigenden Marktanteilen führen kann.

Das sind noch sieben Jahre bis zur Phase zwei! Absehbar, oder? Vieles gibt es bereits: beispielsweise ausgefeilte Assistenzsysteme, deren Einsatz Risiken minimieren und einige Aufgaben vereinfachen sowie teilautonomes Fahren möglich machen soll. Anderes funktioniert im Prinzip heute schon und muss nur noch ein paar Hürden nehmen. Manchmal müssen veraltete Gesetze geändert werden, um etwas möglich zu machen, manchmal müssen wir auf die 5G-Vernetzung warten. Doch im November hat die Bundesnetzagentur nun die Vergaberegeln festgelegt und schon wollen die Automobilkonzerne selbst Betreiber werden, um nicht den Telekommunikationsunternehmen den Vortritt zu dem neuen Standard zu überlassen.

Die Digitalisierung wird viele Dinge vereinfachen. Sind die Algorithmen intelligent konfiguriert und aufeinander abgestimmt, sind alle wesentlichen Dinge miteinander vernetzt und nehmen aufeinander Rücksicht, dann könnte ein intelligenter Verkehr sehr gut funktionieren. Es wird nicht so sein, dass nie mehr Unfälle passieren – aber es werden deutlich weniger. Auf der anderen Seite kann Verkehr nur so intelligent sein, wie die intelligent programmierte Software, die Hardware und die notwendigen technischen Rahmenbedingungen das zulassen. Ein optimal vernetzter Zug, dessen Pünktlichkeit an veralteten Gleisen, ein paar Schneeflocken oder einem entwurzelten Baum scheitert, der kippt auch das komplette aufeinander aufgebaute Verkehrssystem.

Mensch und Gesellschaft
Die Veränderungen betreffen natürlich auch die Organisation und Prozesse innerhalb des Mobilitätsmanagements der Unternehmen, genauso wie das Mobilitäts- und Nutzungsverhalten und der Umgang mit Technologien durch die Menschen insgesamt. Immer mehr Privatpersonen wie auch Unternehmen werden keinen Nutzen mehr darin sehen, nur auf eigene Fahrzeuge zu setzen, die letztendlich die meiste Zeit ungenutzt auf den Parkplätzen stehen – die übrigens auch Geld kosten. Carsharing und multimodale Mobilitätskonzepte werden umgesetzt. Gut für die Umwelt – und das ist auch in Zukunft ein immer wichtiger werdender Wert.

Natürlich gibt es noch Unternehmen, in denen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter noch heute ihre geleistete Arbeitszeit auf Zettel schreiben. Bei denen die Kunden anrufen müssen, um eine Bestellung von Material durchzugeben. Die freundliche Vertriebsassistentin nimmt das auf und versucht dann am Freitagmittag noch jemand in der Produktion zu erreichen. Vergebens. Genauso gibt es Unternehmen, die zwar schon weit sind beim Thema Digitalisierung, aber die Abteilungen Fuhrpark- und Reisemanagement sich noch nicht wirklich koordinieren, geschweige denn richtig zusammenarbeiten.

Doch: Die Veränderungen kommen unaufhaltsam auf uns zu. Wir alle sollten uns darauf vorbereiten. Grundvoraussetzung und dringender Wunsch aller Fuhrparkbetreiber muss daher sein, von der Politik und allen Akteuren zu erwarten, Investitionen rechtzeitig zu tätigen und in die richtigen, zukunftsweisenden Kanäle fließen zu lassen. Intelligent sind der Verkehr und die intelligente Vernetzung dann für alle Beteiligten, wenn sie gesellschaftliche, ökologische und ökonomische Interessen und Bedürfnisse erfüllen, leicht zu verstehen und einzusetzen sind und mit ihnen optimale Lösungen für alle Menschen zu erzielen sind.

 

AUTOR

AXEL SCHÄFER ist seit 2010 Geschäftsführer des von ihm mit initiierten und mit gegründeten Bundesverbandes Fuhrparkmanagement e. V. und Board-Mitglied der EUFMA – European Fleet and Mobility Management Association. Zuvor war er viele Jahre erfolgreich im Vertrieb bei führenden Leasinggesellschaften tätig, bevor er sich 1991 selbstständig machte. Der diplomierte Finanzierungs- und Leasingwirt (VWA) ist seit 1992 als Autor, Trainer/Fachreferent in Deutschland, Österreich und der Schweiz tätig. Seine Kernkompetenz liegt nach wie vor in Fuhrparkmanagement und Leasing. Von 1992 bis 2012 war er Autor und Herausgeber des Praxishandbuchs Fuhrparkmanagement, aktuell gibt er das Fuhrparkcockpit für Mitglieder des Fuhrparkverbandes heraus, eine digitale Know-how-Sammlung, die umfangreiches Fuhrparkwissen bereitstellt.

 

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