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Thomas Schmidt neben dem Jaguar XF Sportbrake
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Jaguar I-PACE
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Thomas Schmidt: „Im Flottenbereich reden wir bei den Zielgruppen überwiegend von Unternehmen, die entweder über eine freie Car-Policy verfügen oder einen hohen Anteil von User-Choosern haben“
Thomas Schmidt (Mitte) spricht mit Ramona Kubal (links) und Bernd Franke (rechts, beide Flottenmanagement) über die Neuheiten bei Jaguar und Land Rover
JAGUAR LAND ROVER FLOTTENGESCHÄFT 2017/2018

Bisherige Ziele erreicht

Schwerpunktinterview mit Thomas Schmidt, Leiter Fleet & Business bei Jaguar Land Rover

Flottenmanagement: Herr Schmidt, Sie sind bereits seit 2011 Leiter Fleet & Business bei Jaguar Land Rover. Welche Entwicklungen konnten Sie im Flottengeschäft beobachten und welche Ziele konnten Sie bisher umsetzen?

Thomas Schmidt: Ich habe damals die Leitung im Bereich Fleet & Business übernommen, weil ich für beide Marken ein sehr gutes Potenzial in diesem wichtigen Segment sah. Mit einem klaren und mittelfristig angelegten Konzept konnten wir gemeinsam mit dem Handel unsere Wachstumspläne mehr als realisieren. Im Jahr 2011 hatten wir 3.000 gewerbliche Zulassungen und letztes Jahr erstmals über 10.000 gewerbliche Zulassungen. Insgesamt entspricht damit der Bereich Fleet & Business rund einem Drittel unserer Gesamtzulassungen, die bei rund 32.000 Neuzulassungen lagen. Davon abgesehen war es unser Ziel, die Abteilung als auch die Struktur des Bereichs Fleet & Business langfristig aufzubauen und den Handel zu qualifizieren. Und das haben wir aus meiner Sicht auch erreicht.

Aktuell arbeiten wir an der Expansion unserer sogenannten Fleet & Business Center, wovon wir momentan 20 haben. Ziel ist es, noch fünf weitere Händler zu gewinnen, die ein Fleet & Business Center errichten. Wie an jedem anderen Standort ist geplant, dort drei qualifizierte Fleetverkäufer als Ansprechpartner für Firmenkunden zu etablieren. Das Konzept dieser Service-Einrichtungen wurde bisher von den Kunden sehr gut angenommen.

Flottenmanagement: Seit 15 Jahren agieren Jaguar und Land Rover nun zusammen. Welche Vorteile brachte die Fusion für die Modelle und das Unternehmen und welche wird sie noch bringen?

Thomas Schmidt: Dazu gehört auf jeden Fall die Produktvielfalt, die auch maßgeblich dazu beigetragen hat, unsere Ziele zu erreichen. Denn im Flottenbereich gehen wir natürlich keine getrennten Wege, sondern verkaufen beide Produkte unter einem Dach, wodurch wir ein breites Angebot bieten können. Beide Marken ergänzen sich im Markt, bedienen aber mittlerweile auch mit den neuen Jaguar-SUVs die gleichen Segmente. Die Fahrzeuge von Jaguar und Land Rover haben jedoch unterschiedliche Charaktere, sodass sie sich nicht in die Quere kommen. Während der Jaguar E-PACE und der F-PACE eher dynamisch und sportlich ausgelegt sind, stehen bei Land Rover mehr der Fahrkomfort und die Praktikabilität im Vordergrund. Beide Marken bieten jedoch ein starkes Design, was besonders bei den individuellen Kunden sehr gut ankommt. Unsere gesamte Modellpalette wurde in den vergangenen Jahren auch technisch modernisiert, sodass uns die aktuellen Diskussionen um die Einhaltung von Umweltrichtlinien keine Sorgen bereiten. Die neuen Motoren erfüllen alle schon jetzt die Norm Euro 6d-temp.

Flottenmanagement: Wie Sie bereits sagten, haben Sie mit den Marken Jaguar und Land Rover eine breite Palette an Fahrzeugen, die als Dienstwagen infrage kommen. Welche Zielgruppen möchten Sie im Flottenbereich damit ansprechen?

Thomas Schmidt: Im Flottenbereich reden wir bei den Zielgruppen überwiegend von Unternehmen, die entweder über eine freie Car-Policy verfügen oder einen hohen Anteil von User-Choosern haben. Darüber hinaus konzentrieren wir uns auf KMUs, also kleine und mittlere Unternehmen, mit einem Fuhrpark von bis zu 100 Fahrzeugen, bei denen auch oft eine offene Car-Policy vorzufinden ist.

Jaguar ist wahrscheinlich das emotionalere Produkt. Denn viele Außenstehende sehen Jaguar immer noch als Luxusmarke, das heißt, verglichen mit den deutschen Premium-Wettbewerbern würden sie den Preis für einen Jaguar deutlich darüber ansiedeln. Es würde keiner glauben, dass ein XE zum Beispiel genauso viel kostet wie ein Audi A4, ein 3er BMW oder eine Mercedes- Benz C-Klasse. Bei Land Rover ist es anders. Land Rover assoziieren viele mit offroad, aber wie viele fahren dann tatsächlich außerhalb von befestigten Straßen? Klar, wir bedienen unsere Markeneigenschaften weiter, indem wir beispielsweise jedes Jahr die schon legendären Experience Touren anbieten, wie im letzten Jahr in Peru. Nichtsdestotrotz kaufen die Leute SUVs ja nicht, weil sie im Gelände fahren möchten, sondern hauptsächlich, weil ihnen diese Art von Automobil gefällt und ihnen zudem ein sichereres Fahrgefühl vermittelt.

Das Image ist bei Jaguar immer noch höher angesetzt als bei Land Rover. Von daher ist es aus meiner Sicht zumindest einfacher, einen Land Rover wie zum Beispiel einen Discovery Sport oder einen Evoque im User-Chooser-Segment zu platzieren als einen vergleichbaren E- oder F-PACE. Nichtsdestotrotz helfen gerade diese SUVs die Marke Jaguar in den Fuhrpark hineinzubringen, da sie derzeit an dem anhaltenden SUV-Boom partizipieren. Die Hemmschwelle im Fuhrpark, Jaguar-Fahrzeuge zu halten, ist dadurch geringer.

Flottenmanagement: Und wie hebt sich Jaguar Land Rover als SUV-Hersteller und Vermarkter von der Konkurrenz ab, die ja auch vermehrt auf SUVs setzt?

Thomas Schmidt: Bei Jaguar auf jeden Fall mit „Jaguar Care“. „Jaguar Care“ heißt drei Jahre Garantie und drei Jahre Inspektion umsonst. Im Flottenbereich reden wir ja immer von Total Costs of Ownership und da ist es interessant, dass man Garantie und Inspektion für drei Jahre oder bis zu 100.000 Kilometer umsonst hat.

Flottenmanagement: Unternehmen und insbesondere Mitarbeiter verlangen immer mehr Flexibilität. Wie können Sie diese Nachfrage bedienen? In Großbritannien bieten Sie mit „Carpe“ sogar ein Abo-Angebot an. Ist dies auch für Deutschland vorgesehen?

Thomas Schmidt: Im Grunde haben wir so etwas Ähnliches in Deutschland schon. Wir haben mit unserem Mobilitätsmanager Christoph Engler und dem Unternehmen Choice das Label „InMotion Rent“ an den Markt gebracht. Das ist im Grunde unsere eigene Autovermietung. Über InMotion Rent kann man ein Fahrzeug für einen Tag, einen Monat, für drei Monate oder sechs Monate mieten und tauschen, also eine Lang- und Kurzzeitmiete. Man kann innerhalb von zwölf Monaten drei oder vier Autos fahren und eine feste Rate festlegen, um unterschiedliche Fahrzeuge zu fahren. Mit solchen Angeboten können wir unseren Kunden eine große Flexibilität bieten und auch eventuelle Lieferengpässe schließen. Und genau dafür haben wir das Produkt auch initiiert. Wenn wir an unser Elektroauto I-PACE denken, ist das auch eine tolle Möglichkeit, um die Leute umweltfreundlich mobil zu halten und diese Interimsmobilität anzubieten.

Flottenmanagement: Nutzt ein Kunde Ihre Leasingangebote, so beinhalten diese den Service von Reportings und auch von digitalen sogenannten „FIO“-Internet-Reportings. Was kann man sich darunter vorstellen und was beinhaltet Ihr Leasingangebot noch? Wird der Versicherungsservice dabei mit eingeschlossen?

Thomas Schmidt: „FIO“ ist ein Produkt von unseren Kooperationspartnern Jaguar Land Rover Business Leasing, was letztlich eine Tochterunternehmung der ALD ist. Es bedeutet Fleet Information Online und ist ein Customer- Dashboard, wo der Kunde seine Leasingverträge online einsehen, mit dem Leasinggeber kommunizieren und Reportings, wie Tankkarten-Reportings, ziehen kann. Zusätzlich können online Verträge angepasst und es kann mit der Fleet & Business Leasing in Kontakt getreten werden, da braucht man kein Telefon mehr.

Dann gibt es noch „servicefreigabe.de“, so heißt ebenfalls ein Produkt der Fleet & Business Leasing. Hierbei erfolgt die Reparaturfreigabe online, das ist besonders interessant für den Service und den Handel, wenn ein Auto zur Inspektion oder zur Reparatur vor Ort muss. Künftig wird das noch erweitert und es können Kostenvoranschläge oder Rechnungen online hochgeladen und freigegeben werden. Da muss man nicht ewig den richtigen Ansprechpartner suchen, sondern kann alles online machen.

Zusätzlich beinhaltet unser Leasingangebot auch einen Versicherungsservice, bei dem beispielsweise auch die Kfz-Steuer enthalten ist. Hinzu kommen ein Tankkartenservice oder auch Winterreifen – also ein Rundum-sorglos-Paket und dabei arbeiten wir mit verschiedenen Leasinganbietern zusammen.

Flottenmanagement: Gibt es bestimmte Business-Ausstattungsvarianten? Und welche Infotainment-Angebote finden sich in den Ausstattungsvarianten?

Thomas Schmidt: Unsere Fahrzeuge bieten mit dem „InControl Touch“-System alle Multimedia- Funktionen, die man sich heute nur wünschen kann; von einer Smartphone-App, mit der man das Fahrzeug vorheizen kann, bis zu einer Tür-zu-Tür-Navigation und einem 10-Zoll-Touchscreen, teilweise mit optionaler Dual-View-Technologie.

Das System hat eine 60 Gigabyte große Festplatte für blitzschnelle Navigation. Über die Funktion Jaguar InControl Apps ist es ein Leichtes, sich in eine Telefonkonferenz einzuloggen, ein Hotelzimmer zu buchen oder die aktuellsten Welt-Nachrichten abzufragen. Es können Appleoder Android-Smartphones an das Fahrzeug gekoppelt werden. Die Funktion InControl Remote macht es möglich, über das Smartphone zum Beispiel den Füllzustand des Tanks abzufragen. Oder zu prüfen, ob die Türen und alle Fenster geschlossen sind. Secure Tracker verbessert die Diebstahlsicherheit durch eine proaktive Überwachung des Fahrzeugs. Und sollte das Fahrzeug einmal in eine Kollision mit Auslösung der Airbags involviert sein, wird Protect automatisch den Rettungsdienst alarmieren und die GPS-Position des Fahrzeugs übermitteln.

Flottenmanagement: Mit dem neuen Jaguar I-PACE haben Sie den Schritt zur Elektromobilität gewagt. Von Range Rover gibt es Plug-in- Hybrid-Versionen. Sie rüsten Ihre Flotte umweltfreundlich auf. Womit werten Sie das Thema Nachhaltigkeit in Ihrem Unternehmen noch auf?

Thomas Schmidt: Nun, zum einen konnten wir in den letzten zehn Jahren die CO2-Emissionen um 25 Prozent reduzieren, NOX um 84 Prozent und den Feinstaub sogar um 95 Prozent. Zum anderen ist bis zu 80 Prozent unseres Aluminiums, was wir verarbeiten, recycelbar. Außerdem haben wir eine Kooperation mit einem dänischen Unternehmen namens „Kvadrat“, die umweltfreundliche Interieurstoffe herstellen. Das erste Auto, in dem wir die hochwertige Kvadrat-Ausstattung anbieten, ist der Range Rover Velar. Auch der Jaguar I-PACE bietet nun diese Option.

Wie hoch der Stellenwert der Nachhaltigkeit für uns ist, sieht man auch an unseren Produktionsprozessen. Ein gutes Beispiel ist das Solardach unserer Motorenfabrik in Wolverhampton, mit dem die Fabrik ihren eigenen Strom erzeugt. Es ist das größte Solardach in England.

Flottenmanagement: Jaguar Land Rover beschäftigt sich auch mit dem autonomen und hochautomatisierten Fahren. Glauben Sie daran, dass sich diese Technik in Zukunft durchsetzen wird? Und wie wird das Thema die Fahrzeugmodelle in Ihrem Unternehmen beeinflussen?

Thomas Schmidt: Wie alle Hersteller arbeiten wir auch an diesem Thema mit Hochdruck und haben bereits viele Kilometer vollautonom im reellen Straßenverkehr verbracht. Unsere heutigen Fahrzeuge verfügen auch schon über die ersten autonomen Funktionen, wie zum Beispiel den Spurhalte- oder der Stauassistenten. Gemeinsam mit Waymo, das Unternehmen, das das Google-Auto entwickelt hat, arbeiten wir an dem ersten vollautonomen, elektrischen Fahrzeug. In diesem Zusammenhang hat Waymo 20.000 IPACE gekauft, die in den kommenden zwei Jahren ausgeliefert werden. Es wird noch etwas dauern und wir werden auch eine neue Infrastruktur benötigen, damit vollautonome Fahrzeuge im täglichen Straßenverkehr zu finden sind. Aber wir werden unsere Assistenzsysteme weiterentwickeln, um unseren Kunden maximale Sicherheit und Komfort zu bieten.

Flottenmanagement: Zu guter Letzt der Blick in die Zukunft. Was können Kunden mittel- und langfristig von Ihnen erwarten?

Thomas Schmidt: Wir entwickeln weiterhin neue Produkte und neue Technologien. Allein 2018 haben wir 5,1 Milliarden Euro in Produkterneuerungen und in unsere globale Infrastruktur investiert. Wir sind heute in der glücklichen Lage, eine hochmoderne Motorenpalette anbieten zu können. Und ab 2020 werden wir zudem jedes Jaguar- und Land-Rover-Fahrzeug elektrisch ausstatten können. In Deutschland werden wir noch in die Weiterentwicklung der Fleet & Business Center investieren, wobei wir mit der Fleet & Business Leasing zusammenarbeiten, um dieses Produktportfolio zu erweitern. Auch das Produkt InMotion Rent soll weiter diversifiziert werden, das heißt: mehr Produkte, eine 24-Stunden- Hotline und vieles mehr.

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