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LOGISTIK (AUSWAHL VON UNTERNEHMEN)

Mehr als nur Fahrzeugüberführer

Ein Dienstwagenfahrer bekommt im Optimalfall nicht viel rund um die Logistikprozesse bei der Ein- und Aussteuerung seines Autos mit. Spezialisierte Unternehmen können den Fuhrparkmanager hier entlasten und Fahrzeuge entsprechend von A nach B überführen. Doch das Spektrum der Dienstleistungen dieser Unternehmen geht mittlerweile weit darüber hinaus. Flottenmanagement hat sich näher dem befasst und eine Auswahl der Anbieter miteinander verglichen.

Werden die Fahrzeuge im Fuhrpark geleast, sind viele Abläufe von vornherein geregelt – so bestimmt die Leasinggesellschaft über die Abholung, Abmeldung, Rückgabe und beispielsweise auch das Remarketing. Etwas anders läuft es in einem Kauffuhrpark ab, hier muss der Fuhrpark in der Regel entsprechende Prozesse meist selbst einleiten. Erfolgt die Überführung der Flottenfahrzeuge dabei über eine interne Lösung, ergeben sich einige Risiken und ein großer Aufwand: So weiß Carsten Schäfer, Director Fleet bei der PS-Team Deutschland GmbH & Co. KG, zu berichten: „Angesichts des hohen Werts eines Fahrzeugs gilt es für jeden Einzelfall, Gefahrenübergänge genau zu dokumentieren und Haftungsfragen vertraglich zu klären. Zudem müssen Qualitätsstandards eingehalten und aufwändige Fahrerschulungen durchgeführt werden (...).“ Die einfachere Lösung stellt hier sicherlich die Auslagerung der logistischen Aufgaben an einen professionellen Anbieter dar. Christian Feineis, Geschäftsführer der Carmago GmbH, nennt Vorteile, die sich dadurch ergeben: „Den Spezialisten die Aufgabe zu überlassen, das spart Zeit und senkt das Risiko. Vor allem aber nutzt der Dienstleister Synergien, was zu erheblich reduzierten Kosten des einzelnen Fuhrparks der einzelnen Kunden führt.“

Transport von E-Fahrzeugen
Die Logistikprofis übernehmen den Transport von sämtlichen Fahrzeugen, so auch von solchen mit alternativen Antrieben wie beispielsweise Elektroautos. Noch sind der Markt der E-Fahrzeuge und dementsprechend die Transporte solcher Modelle eher überschaubar, das wird sich in den nächsten Jahren allerdings voraussichtlich deutlich ändern. Dabei ist die Überführung von E-Fahrzeugen nicht ganz unproblematisch, wie Hakon Straßheim, Key Account Manager bei der BLG Automobile Logistics GmbH & Co. KG, berichtet: „Auf Seiten des Transports von Fahrzeugen ist die größte Herausforderung, die sich durch E-Fahrzeuge ergibt, das höhere Gewicht durch die schweren Batterien im Vergleich zu Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren. Auch wenn im Zusammenhang mit dem Ladefaktor häufig an die Maße eines Fahrzeugs als limitierender Faktor gedacht wird, ist die Gewichtszunahme bei der Tourenplanung nicht zu unterschätzen.“ Weiter müsse sichergestellt werden, dass die Batterie für den Transport entweder ausreichend geladen sei oder sich während des Transports nicht entlade. „Nichts wäre bei der Entladung hinderlicher, als ein unfahrbares Fahrzeug von einem der Lkw bewegen zu müssen“, so Straßheim.

Carsten Schäfer vom PS-Team Deutschland ergänzt hier: „Da die Reichweite der Fahrzeuge beschränkt ist, wird die Überführung in der Regel per Fremdachse organisiert. Dabei ist die Auslieferung von Einzelfahrzeugen per Fremdachse so eine Sache. Die Abladebedingungen müssen geregelt sein. Zudem fehlt marktseitig der erforderliche Laderaum. E-Autos auszuliefern dauert dadurch länger als Fahrzeuge mit herkömmlichem Antrieb, die per Achsüberführung kommen. Der Fuhrparkbetreiber sollte also mehr Zeit einplanen.“

Schnellstmögliche Überführung
Mehr Zeit ist ein gutes Stichwort. Denn gerade in der Logistikbranche ist Zeit ein rares Gut und ein limitierender Faktor. Christian Feineis von Carmago verspricht: „Wir stellen uns auf die Präferenzen des Kunden ein und haben entsprechende Prozesse etabliert, die dafür sorgen, dass es zu keinen Verzögerungen kommt. Unsere normale Vorlaufzeit beträgt 48 Stunden, Eilaufträge auch kürzer.“ Dabei sind auch die Logistikdienstleister selbstredend nicht zu übermenschlichen Leistungen fähig. So sagt Carsten Schäfer vom PS-Team Deutschland, dass die Dauer der Überführung maßgeblich von den Verkehrsbedingungen abhängt. Kundenseitig könne der Prozess durch flexible Abholmöglichkeiten beschleunigt werden, fügt Cüneyd Kocak von der CUNO GmbH an.

Alles digital?
Durch die Digitalisierung kommt es in sämtlichen Branchen zu Veränderungen, Prozesse können beschleunigt werden. Auch bei den Logistikern? Carsten Schäfer vom PS-Team Deutschland hat hierauf eine klare Antwort: „Vor nicht allzu langer Zeit sind die Fahrer mit einem Stapel verschiedener Übergabeprotokolle unterwegs gewesen und mussten unterwegs für jeden Kunden das richtige Formular auswählen. Es wurde ausgefüllt und per Post an eine Zentrale versandt. Dort ging es physisch weiter, indem die Dokumente und gegebenenfalls Fotos einander zugeordnet wurden.“ Der Gesamtprozess sei extrem fehleranfällig gewesen: Falscheintragungen, die falsche Protokollvorlage, Zuordnung von falschen Bildern – ein Elend, berichtet Schäfer. Heute hätte der Fahrer ein iPad dabei, das System gebe vor, worauf er achten und was er prüfen solle, und Schäden ließen sich im Rahmen der Übergabe gleich bebildern. Der Clou sei, dass das Protokoll vor Ort in ein PDF umgewandelt werde, sodass Überführungsfahrer und Nutzer es gleich gegenzeichnen könnten. „Es wird umgehend online verschickt und landet ohne Zeitverzug und zeitgleich beim Auftraggeber, beim Fahrzeugnutzer und in der Zentrale. Zwischen gestern und heute liegen hier Welten“, so der Director Fleet.

 Hakon Straßheim von der BLG Automobile Logistics nennt weitere Bereiche, in die die Digitalisierung Einzug halten wird: „(...) Zukünftig wird speziell das Thema elektronischer Frachtbrief (eCMR) Prozesse noch einmal vereinfachen und beschleunigen. Auf dieser Basis werden sich auch digitale Übergabeprotokolle weiter durchsetzen und Schnittstellen in der Logistikkette besser dokumentieren.“

Christian Feineis von Carmago sieht den entscheidenden Wandel im „Mobilitätsgedanken“. Der Kunde fordere Mobilität und nicht mehr „Auto“, so Feineis. „Selbstverständlich steht dahinter wieder das Fahrzeug, jedoch benötigt der Kunde eine flexible Mobilität (Zeit/Bedarf) und nicht das ‚eigene Fahrzeug‘. Das Ergebnis: schnelle Wechsel, individuelle Bedürfnisse. Das fordert hohe Flexibilität, welche nur durch die Digitalisierung realisierbar ist“, erklärt er weiter.

Weitere Dienstleistungen rund um den Transport
Immer wieder fallen Begrifflichkeiten wie „Alles aus einer Hand“ oder „Komplettlösungen“. Logistikunternehmen stellen sich inzwischen zunehmend ganzheitlicher auf. So sagt Cüneyd Kocak von CUNO, dass der Kunde neben der reinen Fahrzeugüberführung häufig eine Fahrzeugaufbereitung wahrnehmen würde. Hakon Straßheim von der BLG Automobile Logistics ergänzt: „(...) Neben der Pre-Delivery-Inspection und Ausrüstung der Fahrzeuge mit einem Sicherheitspaket werden häufig die Reifen gewechselt, Fahrzeuge beklebt oder vollgetankt. Außendienstler oder Servicemitarbeiter können nach dem Fahrzeugtausch auf diese Weise ohne Zeitverlust ihren nächsten Kunden betreuen. Damit einher geht der Start des Remarketingprozesses des abgegebenen Gebrauchtwagens, der nach der Aufbereitung und Reparatur direkt in die Vermarktung geht.“

Blick in die Zukunft
Welche weiteren Entwicklungen und Trends sind in den nächsten Jahren zu erwarten? Cüneyd Kocak von CUNO geht davon aus, dass die EigenachsÜberführung immer beliebter wird, „da dafür kürzere Vorlaufzeiten benötigt werden, es flexibel und kostengünstiger ist als die Fremdachs-Überführung.“ Wie im Text oben bereits erwähnt, kann die Überführung gerade bei E-Fahrzeugen durchaus eine Herausforderung darstellen. Durch die zunehmende Erfahrung mit solchen Transporten wird auch der Grad der Professionalisierung hier weiter steigen.

Daneben ist zu erwarten, dass die Logistikunternehmen ihr Dienstleistungsportfolio und ihre Kooperationen mit anderen Spezialisten ausbauen werden. Denn die Kunden wünschen zunehmend, dass Prozesse/ Lösungen aus einer Hand angeboten werden.

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