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"Flotte! Der Branchentreff" 2019
Die rund 150 Gäste bekamen am Anfang der Veranstaltung einen Einblick in die Historie von JobRad (Quelle: © JobRad, jobrad.org)
Dienstradleasing: Effektive Verkehrsverlagerung aufs Rad (Quelle: © JobRad, jobrad.org)
Die Köpfe hinter dem Erfolg von JobRad: Ulrich Prediger (vorne) und Holger Tumat (Quelle: © JobRad, jobrad.org)

Umsatteln aufs Dienstrad!

 Manche Ideen scheinen ewig jung zu bleiben, beispielsweise das Konzept des Dienstradleasings. Während einige Unternehmen gerade erst darüber nachdenken, die Fokussierung der Mobilität auf den Dienst-Pkw zu reduzieren, feiert JobRad dieser Tage bereits das zehnjährige Firmenjubiläum. Dass das Umsatteln auf ein Dienstrad auch jung halten kann, war eine der Erkenntnisse der Konferenz zur Zukunft der Mobilität, die anlässlich von zehn Jahren JobRad in der Lokhalle im Freiburger Kreativpark stattfand.

Mehr als 150 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Forschung diskutierten auf der Konferenz die Chancen und Herausforderungen neuer Mobilitätskonzepte in Unternehmen und sorgten damit dafür, dass nicht nur der Blick zurück auf erfolgreiche Jahre geworfen, sondern auch die Herausforderungen der Zukunft thematisiert wurden. Im Fokus stand dabei natürlich das Dienstradleasing, das vor zehn Jahren von Ulrich Prediger erfunden wurde und gemeinsam mit JobRad-Geschäftsführer Holger Tumat zu einem erfolgreichen mittelständischen Unternehmen weiterentwickelt wurde. Neben der Rückschau auf eine Dekade Fahrradleasing wurden den Teilnehmern auf der Konferenz in vielen Vorträgen und Workshops neue Perspektiven auf zukünftige Mobilitätslösungen und -szenarien eröffnet. Dass diese Perspektive auf Mobilität nicht unbedingt völlig neu erfunden werden muss, zeigte der Verkehrsforscher und JobRad-Unterstützer der ersten Stunde, Professor Dr. Heiner Monheim, auf. So war laut dem Mitgründer des ADFC das Fahrrad bis in die 1950-Jahre das dominierende Verkehrsmittel. Diesen Stellenwert müsse es wieder einnehmen, damit die Herausforderungen, die durch zunehmenden Verkehr und Umweltbelastungen entstehen, bewältigt werden könnten, so Monheim.

„Die neuen Autos werden immer schwerer und durstiger. Daneben kann ein schlankes Konzept wie Dienstradleasing nur glänzen, gerade durch den Boom von E-Mobilität und Lastenrädern trägt es zur neuen Mobilitätskultur bei. Durch den größeren Bewegungsradius haben die Menschen wieder mehr Lust aufs Radfahren, es ist eine Alternative auf Augenhöhe“, so der Verkehrsforscher. Dazu bedarf es allerdings einer entsprechenden Infrastruktur, damit das Radfahren im städtischen Bereich nicht nur sicher sei, sondern auch Spaß mache. Das Fahrrad müsse gegenüber dem Pkw so interessant werden, dass sich die Frage nach dem geeigneten Verkehrsmittel erst gar nicht stelle. Der Veranstaltungsort Freiburg ist da bereits ein sehr gutes Beispiel. So kann der Oberbürgermeister der Stadt, Martin Horn, in seinem Grußwort auch stolz darauf hinweisen, dass bereits 34 Prozent des innerstädtischen Verkehrs auf dem Fahrrad zurückgelegt werden. Dies sei bundesweit ein Spitzenwert. Kein Wunder also, dass die Idee zu JobRad aus der Stadt im Breisgau kam.

Die Verlagerung des Verkehrs von der Straße auf den Radweg hat neben einer besseren Luftqualität und der weniger vollen Infrastruktur in den Städten auch ganz konkrete Vorteile für den Dienstradnutzer, wie Stefan Synek, Gesundheitswissenschaftler an der Technischen Universität München, den Teilnehmern erläutern konnte. So zeigt seine Untersuchung zur Wirkung von Dienstradleasing auf Unternehmen und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf, dass die Gesundheit einer der wichtigsten Gründe für Jobradler ist, vom Auto auf den Sattel umzusteigen. Insgesamt stärkt das Radfahren das Herz-Kreislauf-System beugt Rückenbeschwerden vor und mindert das Risiko einer Langzeiterkrankung. Demnach seien „Jobradler im Schnitt 1,85 Tage pro Jahr weniger krank als andere Pendler. Dass dieses Umsatteln tatsächlich stattfindet, konnte er in seiner Studie beweisen. Über 70 Prozent der befragten Mitarbeiter würden nach eigener Auskunft häufiger mit dem Rad zur Arbeit fahren, wenn sie über ein Dienstrad verfügen (siehe Grafik). Diese beeindruckende Quote erfreute nicht zuletzt die JobRad-Geschäftsführer: „Wir bringen Menschen aufs Rad – die Zahlen zeigen, dass unsere Vision Realität ist und Diensträder einen intelligenten und entscheidenden Beitrag zur Verkehrsentlastung der Innenstädte leisten“, waren sich Ulrich Prediger und Holger Tumat einig.

Der Beitrag der Zweiräder zur Entlastung des Innenstadtverkehrs könnte zukünftig noch anwachsen. Denn wie der Bundestag kürzlich beschlossen hat (Finanzen/Ausschuss - 07.11.2018 (hib 852/2018)), soll der geldwerte Vorteil für eine Überlassung eines betrieblichen Fahrrads durch den Arbeitgeber zukünftig nicht mehr versteuert werden müssen. Dies freut natürlich auch Holger Tumat: „Wir freuen uns sehr, dass es das Dienstrad erstmals prominent auf die Agenda bundespolitischer Gesetzgebung geschafft hat. Für uns ist dies ein klares Zeichen für den eindeutigen politischen Willen, Dienstfahrräder und E-Bikes künftig steuerlich weiter zu entlasten.“ Mit dieser Änderung ist zu erwarten, dass noch deutlich mehr Personen in den Genuß eines Dienstrades kommen werden.

Dass JobRad einmal einen solchen Erfolg haben würde, war vor zehn Jahren noch nicht abzusehen. Das Unternehmen startete sozusagen aus der Garage Predigers und hatte einige Hürden zu nehmen. Erst mit der Einführung der sogenannten Ein-Prozent-Regel für Diensträder ging es so richtig los, wie die Beteiligten berichten konnten. Heute zählen mehr als 10.000 Arbeitgeber zu den Kunden von JobRad, darunter Konzerne wie IBM, DB oder BMW. Dies zeigt, Wege zum Erfolg sind selten stringent. Davon konnte auch der langjährige Trainer des Fußballbundesligisten SC Freiburg, Volker Finke, in seiner Keynote berichten: „Alles, was mit der Möglichkeit des Scheiterns verbunden ist, wird häufig nicht versucht.“ Dabei habe der SC Freiburg mit einem neuen Spielkonzept und neuer Vereinsstruktur sowie auch Ulrich Prediger mit JobRad gezeigt, dass es sich lohne, auch gegen alle Widerstände an Ideen festzuhalten.

Die Veranstalter zeigten sich sehr zufrieden mit dem Ergebnis ihrer Mobilitätskonferenz, allen voran Ulrich Prediger: „Die präsentierten Fakten und die hohe Teilnehmerzahl zeigen uns, dass sich unser Engagement für das Dienstrad als ernst zu nehmendes Alltagsverkehrsmittel lohnt. Wir sind hoch motiviert, das Konzept auch in Zukunft in Deutschland weiter voranzubringen.“ Wenn man aktuelle Debatten um Fahrverbote und Grenzwerte mitverfolgt, so kann man erkennen, dass die Idee hinter dem Dienstfahrrad in den nächsten Jahren noch deutlich an Relevanz gewinnen wird. Das Umsatteln aufs Dienstrad hat gerade erst begonnen.

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