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Geteilte Daten – vielfacher Fahrspaß

Carsten Schäfer, Geschäftsleitung (Director Fleet) bei PS-Team Deutschland GmbH & Co. KG

Kein Fuhrpark ohne Fahrzeuge. Dabei ist im Hintergrund einiges geschehen, bis die Nutzer sich hinters Steuer setzen können: Das Kfz wurde produziert, die ZB I und das CoC gedruckt. Jemand hat das Auto bestellt, es zugelassen und sich darum gekümmert, dass es zum Fahrer transportiert wird. Alle Abläufe, die wir in diesem Zusammenhang für Fuhrparks, Leasinggesellschaften und Autovermieter übernehmen, basieren auf Daten. Da wir für viele Hersteller und Importeure einen Lettershop für ihre gesamte Händlerkorrespondenz unterhalten, befinden wir uns in einer paradoxen Situation: Selbstverständlich liegen den Herstellern selbst ihre Fahrzeugdaten in elektronischer Form vor. Aus diesen Daten drucken wir die ZB II, das CoC, Garantiekarten und weitere Dokumente. Übernehmen wir aber Dienstleistungen für die Flottenkunden der Hersteller, beginnt der Prozess nicht selten damit, dass wir Informationen aus Printdokumenten herauslesen, um den Prozess der Ein- und Aussteuerung in unseren Systemlösungen durchgängig und für alle Beteiligten transparent abbilden zu können.

Während unsere Lösungen auf die fehlerfreie Interpretation von Schrift ausgelegt sind, leidet die Qualität von Prozessen, die Mobilität flankieren und überhaupt erst ermöglichen, gesamtwirtschaftlich immens: Weil die Hersteller die Fahrzeugdaten in der Regel in gedruckten Dokumenten übermitteln, müssen diese an vielen Stellen manuell eingegeben werden. Das ist nicht nur zeitaufwendig, sondern auch fehleranfällig. Dabei wäre gerade die Autonation Deutschland gefordert, im Sinne der Sharing- Economy hier mit gutem Beispiel voranzugehen: Alternativen zum Fahrzeugbesitz verbreiten sich rasch. Der Bundesverband Carsharing e. V. meldete im Februar 2019, dass die Zahl der Carsharing-Kunden mit 350.000 neuen Nutzern im Jahr 2018 auf 2,46 Millionen gestiegen ist und damit ein überdurchschnittliches Wachstum erzielt wurde. Gunnar Nehrke, Geschäftsführer des Branchenverbands, spricht in diesem Zusammenhang vom verantwortungsvollen Umgang mit der Ressource Auto. Ebenso sollten wir auch mit der Ressource Daten umgehen: Deren Sicherheit muss höchste Priorität haben und, wenn diese gewährleistet ist, müssen die Daten für Dritte zugänglich sein. Denn neue Formen der Mobilität können wir nur gemeinsam auf die Straße bringen und – schwerer noch – skalieren.

Die für Fuhrparks relevanten Daten zeigen exemplarisch, vor welchen Herausforderungen wir in Zukunft stehen: Der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e. V. spricht in einer aktuellen Stellungnahme von Connected Cars als „Computern auf Rädern“ und nennt die über Sensoren gewonnenen Mobilitätsdaten schlicht „das Wirtschaftsgut der Zukunft“. Grundsätzlich werden Daten für jeglichen Verwendungszweck im Auto gesammelt, doch ist deren Nutzung durch unzureichende gesetzliche Regelungen an vielen Stellen blockiert. Zwar können sich Bürgerinnen und Bürger auf das Recht der informationellen Selbstbestimmung berufen, doch ein Dateneigentum existiert in der Gesetzgebung nicht, weil Daten keine Sache sind. Hier begegnet uns ein Phänomen, das uns in der Praxis ständig begleitet: Software- und hardwareseitig ist die Digitalisierung bereits weit vorangeschritten, aber die Gesetzgebung hinkt hinterher. Vieles ist machbar, jedoch nicht rechtssicher geregelt oder aus der Perspektive des Privatnutzers, nicht aber für Firmenfuhrparks gedacht. So wurden zwar bereits Onlineprodukte für die Fahrzeugabmeldung realisiert. Jedoch erwiesen sie sich ebenso wie die geplanten E-Government- Zulassungsprozesse als nicht wirklich praxistauglich für Flottenbetreiber. Dessen ungeachtet unterstützen wir schon heute Autovermieter und Großfuhrparks, soweit es geht, mit elektronischen Prozessen. Allerdings ist der Weg in die Zukunft der durchdigitalisierten Mobilität mit hybriden Konzepten, Komfort und Sicherheit für die Fahrer lang. Doch markiert die Welt der Shared Mobility und Connected Cars ein Ziel, für das sich der Einsatz aller Beteiligten lohnt.

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