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"Flotte! Der Branchentreff" 2020
Der Weg von A nach B ist nicht immer geradlinig

Ein Megatrend

Der Wortbedeutung nach sollte sich der Fuhrparkleiter um die Verwaltung der jeweiligen Unternehmensflotte kümmern. Doch bei den vielfältigen Aufgaben, denen er heutzutage gegenübersteht, erscheint diese Berufsbezeichnung zunehmend unpassend. Warum der Fuhrparkleiter in Zukunft wohl eher Mobilitätsmanager genannt werden wird und wann man den Dienstwagen besser stehen lässt, haben wir vom Flottenmanagement in unserem Special „Mobilitätsmanagement“ erarbeitet.

Mobilität ist einer der Megatrends des 21. Jahrhunderts. Nie wurde mehr geflogen, waren mehr Pkw auf den Straßen und wurden mehr Dienstreisen unternommen als heute. Die Kehrseite: Nie war die Luftverschmutzung größer, waren die Staus länger und gab es eine größere Distanz zwischen Arbeitsplatz und Wohnstätte als dieser Tage. Diese Gegensätze zeigen auf, in welchem Dilemma die globalisierte Welt derzeit steckt. Moderne Verkehrsmittel bringen Menschen und Märkte näher zusammen und steigern damit Wachstumschancen und einen internationalen Zusammenhalt. Doch der positive Effekt geht zulasten der Umwelt und befeuert die Klimaerwärmung. Zudem nimmt die Belastung für den Reisenden oder den Pendler immer weiter zu. Ein Lösungsansatz für dieses Dilemma könnte die multimodale Verkettung verschiedener Verkehrsmittel sein. Ein Beispiel: Anstatt sich jeden Morgen mit seinem Dienstwagen auf dem Weg zur Arbeit in den Stau zu stellen, könnte der Mitarbeiter auch eine Kombination aus Bikesharing und ÖPNV nutzen oder sich einer Mitfahrgelegenheit anschließen. Vorausgesetzt ihm werden Kombinationen von Verkehrsmitteln aufgezeigt, beispielsweise durch eine App, und er hat gleichzeitig die Möglichkeit, die einzelnen Fortbewegungsarten zu wählen. Einige Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern schon heute anstelle eines Dienstwagens ein Mobilitätsbudget an, bei dem die Mitarbeiter selbst entscheiden können, wie sie dieses für ihren beruflichen Mobilitätsbedarf verwenden. So kann der Mitarbeiter sich für ein Dienstrad (S. 100), einen Dienstwagen, ein Bahnticket oder eine Kombination aus allem entscheiden. Immer perfekt auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnitten.

Im Zuge des aufkommenden Megatrends Mobilität verstehen sich Leasinggesellschaften und Autohersteller als Mobilitätsdienstleister und stellen bei der Entwicklung neuer Produkte den Nutzen in den Mittelpunkt. Es geht also weniger um das Auto an sich, sondern um die Fahrt von A nach B. Ein aktuelles Beispiel dafür ist Moia, der Ridesharing-Dienst von Volkswagen. Dabei startet der Dienst in Deutschland gerade in einem wachsenden Markt. Derzeit beträgt der Umsatz der gesamten Ridesharing- (oder auch Ride-Hailing-)Branche in Deutschland 511 Millionen Euro. Zum Vergleich: In China sind es bereits heute 32 Milliarden Euro (Statista). Hierzulande muss sich Ridesharing erst noch etablieren (S. 102). Das spiegelt sich auch in den Antworten unserer Onlineumfrage zum Thema Mobilitätsmanagement wider (S. 80). Hier wird Ridesharing nur von 2 Prozent der Teilnehmer in Anspruch genommen.

Eine weitere Facette der Sharing-Economy ist das sogenannte Carsharing (S. 98). Wie auch das Ridesharing so soll auch das Carsharing unter anderem dem Ziel dienen, den Verkehr in der Stadt zu entlasten und damit die Umwelt zu schonen. Dies gelingt jedoch nicht immer, denn ob sich durch das Teilen von Autos tatsächlich die Anzahl der Fahrzeuge in den Städten verringert, wurde zuletzt immer wieder diskutiert. Vor allem das Free-Floating- Konzept, bei dem die Fahrzeuge in der gesamten Stadt verteilt abgestellt werden dürfen, ist in diesem Zusammenhang umstritten. Demgegenüber wird dem stationsbasierten Konzept eine entlastende Wirkung für das Verkehrsaufkommen in Innenstädten zugeschrieben. Auch die klassische Autovermietung ist für die Überbrückung kurzfristiger Mobilitätsengpässe konzipiert. Dabei soll jedoch meist kein bestehendes Flottenfahrzeug ersetzt werden. Jedoch können Kurzzeitmiete (S. 89) und Langzeitmiete (S. 94) dazu dienen, die bereits angesprochene Mobilitätskette flexibel zu erweitern. Gerade auf Dienstreisen steigt man häufig von einem Verkehrsmittel in das nächste. Vom Auto in das Flugzeug, vom Flugzeug in die UBahn und von der U-Bahn auf das Leihrad und wieder zurück. So könnte eine Dienstreise aussehen (S. 82). Dabei nimmt die sogenannte Mikromobilität einen immer wichtigeren Stellenwert ein (S. 84). Damit ist das Zurücklegen kürzester Distanzen mit beispielsweise einem Fahrrad oder E-Scooter gemeint. Ermöglicht wird die Mikromobilität vor allem mit der flächendeckenden Verbreitung von Smartphones, die ein Buchen und Bezahlen der Kleinstverkehrsmittel zu jeder Zeit und ohne Aufwand ermöglichen.

Die genannten Beispiele zeigen vor allem zwei Dinge: Zum einen muss sich der Fuhrparkmanager zukünftig um mehr kümmern als nur um die Verwaltung von Autos und zum anderen verschwinden die Grenzen zwischen Travelmanagement und Fuhrparkmanagement zunehmend. Unterstützung erhalten die Fuhrparkleiter dabei von Flottenmanagementdienstleistern, Autoherstellern und Leasinggesellschaften, die sich alle immer weiter Richtung Mobilitätsdienstleister entwickeln (S. 86).

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