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"Flotte! Der Branchentreff" 2020
Inwieweit setzen Fuhrparks auf die vielfältigen Mobilitätslösungen?
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Im Wandel?

Rund 300 Teilnehmer haben dieses Mal an unserer Onlineumfrage teilgenommen. Dabei sind fast alle Fuhrparkgrößen ähnlich häufig vertreten, lediglich die ganz kleinen Fuhrparks (bis fünf Fahrzeuge) und die Fuhrparks mit 101 bis 250 Fahrzeugen liegen mit jeweils 18 Prozent etwas über dem Schnitt. In den Flotten der Befragten sind Pkw in der klaren Mehrheit, lediglich ein kleiner prozentualer Anteil entfällt auf Transporter. „Betriebliche Mobilität“ hieß der Oberbegriff unserer Umfrage; ein Thema, das gerade in den letzten Jahren noch einmal stark an Bedeutung zugenommen hat. Nicht zuletzt sind hier auch erweiterte Möglichkeiten durch neue Mobilitätskonzepte und Ideen entstanden. Bei unserer Umfrage wollten wir unter anderem herausfinden, inwieweit Innovationen und neuere Konzepte bei den Fuhrparks schon durchgedrungen sind.

Auf unsere erste Frage, welche Mobilitätslösungen für Dienstreisen genutzt würden respektive erlaubt seien, sind die Antworten wenig überraschend. Dabei haben unsere Teilnehmer den Dienstwagen und Reisen mit dem Flugzeug am häufigsten gewählt, dicht gefolgt von Poolfahrzeugen und Fahrten mit der Bahn. Modernere Konzepte wie Carsharing und Ridehailing (Mitfahrkonzept, meistens privat) oder alternative Fortbewegungsmittel wie Dienstfahrräder sowie auch E-Roller werden hingegen kaum genutzt (oder sind erst gar nicht erlaubt). Die Letztgenannten würden naheliegenderweise für Teilstrecken und nicht die komplette Dienstreise verwendet werden. (Grafik 1)

Es ist zunehmend von der Verschmelzung von Fuhrpark- und Travelmanagement die Rede, aber wer übernimmt das scheinbar Banale, das Buchen einer Dienstreise? Bei mehr als zwei Dritteln der Befragten ist es der Mitarbeiter selbst. Das Ganze hat sicherlich Vor- und Nachteile. So kann der Mitarbeiter sich einerseits die Reise in einem gewissen Rahmen nach seinem Gusto zusammenstellen, andererseits ist die Buchung über das Travelmanagement für den Mitarbeiter komfortabler und die Wahrscheinlichkeit geringer, dass ein zu teures oder ungeeignetes Reisemittel gewählt wird. Überraschend an dieser Stelle: Nur ein Prozent der Befragten bemüht eine externe Agentur für ihr Travelmanagement – nicht selten können sich durch die Unterstützung eines Spezialisten Kosten einsparen lassen. (Grafik 2)

Umweltschutz und ein grünes Image sind den Unternehmen nicht erst seit der Dieselkrise ein Anliegen. So wird bei 60 Prozent der Befragten im Fuhrpark darauf geachtet, dass sparsame(re) Dienstwagen genutzt werden und so die CO2-Bilanz verbessert wird. Was das konkret heißt, kann aus dieser Antwort zwar nicht abgeleitet werden, große und schwere SUV dürften in diesen Fuhrparks aber wohl eher eine Ausnahme sein. Ebenfalls sind laut unserer Umfrage alternative Antriebe bei rund zwei Drittel der Flotten eine Option. Gerade die E-Mobilität wird durch die seit Anfang des Jahres geltende Steuervergünstigung noch einmal einen deutlichen Schub bekommen, das zeigen bereits jetzt die Absatzzahlen der Autobauer. Die wohl effektivste Maßnahme zur Einsparung von CO2 ist der Verzicht auf Mobilität. Bei 40 Prozent der Teilnehmer wird auf diese Variante gesetzt, das heißt Videokonferenzen oder Anrufe anstatt eines persönlichen Kontakts und einer damit verbundenen Dienstreise. Auch wenn klar ist, dass der persönliche Kontakt nicht eins zu eins durch eine Videokonferenz zu ersetzen ist, ist diese Art der Kommunikation immerhin gelegentlich empfehlenswert. Bedenklich hingegen: Fast ein Viertel der Teilnehmer gibt an, dass in ihren Unternehmen gar keine Maßnahmen zur Verbesserung der CO2-Bilanz ergriffen werden. (Grafik 3)

Gerade auf Kongressen und Tagungen im Flottenbereich wird immer wieder vom Mobilitätsbudget für den Mitarbeiter gesprochen. Dahinter verbirgt sich der Ansatz, dass der Arbeitnehmer sich bei einem festgelegten Budget seine Mobilität selbst zusammenstellen kann. So könnte er beispielsweise eine Bahncard 100 nutzen und für die restlichen Strecken würde er sich für die Option Carsharing entscheiden. Eine interessante Möglichkeit, gerade in Zeiten der Generation Y, der der Besitz (eines eigenen Autos) ja gemäß einigen großen Studien nicht mehr so sein soll ist wie noch Generationen zuvor. Bei unseren befragten Fuhrparkleitern scheint das Mobilitätsbudget (noch) keine Relevanz zu haben. Lediglich bei rund jedem siebten Teilnehmer kommt es zum Einsatz. Bei immerhin drei Prozent ist es in Planung. (Grafik 4)

Unsere nächste Frage zielte auf innovative Pilotprojekte für die betriebliche Mobilität ab. Das Ergebnis war jedoch ernüchternd; bei nur einem Viertel aller Befragten werden neue Mobilitätsangebote getestet oder eine Testphase ist zumindest in Planung. Warum diese Zurückhaltung? Hier kann nur gemutmaßt werden. Vielfach liegt es womöglich an eingefahrenen Unternehmensstrukturen und geringem Interesse an neuen Mobilitätsangeboten respektive einer ablehnenden Haltung ihnen gegenüber. Gerade Pilotprojekte sollten als große Chance begriffen werden. Zum einen ist das finanzielle Risiko überschaubar, zum anderen können neue Erkenntnisse zum Mobilitätsverhalten der Mitarbeiter gewonnen werden und womöglich in der Zukunft umgesetzt werden. So haben schon einige Firmen nach der Pilotphase erkannt, dass sie mit Dienstfahrrädern, Carsharing, betriebsinternen Mitfahrgelegenheiten oder Ähnlichem Kosten einsparen können und darüber hinaus ihre CO2-Bilanz verbessern. Neben der Geschäftsleitung und dem Fuhrparkleiter selbst sollte auch der Mitarbeiter hier Interesse zeigen – denn es geht auch um die Verbesserung seiner Situation. (Grafik 5)

Kosten sind nach wie vor das Thema schlechthin im Fuhrpark. Möglichst gering sollen sie ausfallen, aber ist das in der heutigen Zeit überhaupt noch möglich? Nach Ansicht der deutlichen Mehrheit (62 Prozent) unserer Befragten sind die Ausgaben für die betriebliche Mobilität in den letzten fünf Jahren merklich angestiegen. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Die Mobilität ist immer wichtiger geworden, nicht zuletzt durch den Bedeutungszuwachs des Austausches und des Netzwerkens in sämtlichen Branchen. Dienstreisen stehen somit auf der Tagesordnung; hier werden Geschäfte angebahnt oder abgeschlossen. Die Globalisierung kommt noch hinzu, länder- oder gar kontinentübergreifende Unternehmensbeziehungen sind heutzutage keine Seltenheit. Lediglich sieben Prozent geben bei der Umfrage geringere Ausgaben an. (Grafik 6)

Auch bei unserer nächsten Frage geht das Gros der Befragten von einer Steigerung aus – dieses Mal nicht rückblickend, sondern vorausschauend – in Bezug auf das Mobilitätsaufkommen innerhalb des eigenen Unternehmens in den kommenden Jahren. Warum kommen die Teilnehmer zu dieser Annahme? Klar ist: Die Mobilität ist vielschichtig wie noch nie zuvor, Dienstreisen und Pendeln sind einfacher und schneller denn je möglich. Spannend wird hier sein, ob die zahlreichen Möglichkeiten und Maßnahmen zur Verringerung der betrieblichen Mobilität umgesetzt werden und dementsprechend das Mobilitätsaufkommen in den Unternehmen tatsächlich sinkt. Davon gehen bei unserer Umfrage allerdings nur acht Prozent der Teilnehmer aus. (Grafik 7)

Abschließend wollten wir wissen, wie beziehungsweise ob sich das Verhältnis von flexiblen Mobilitätslösungen zu fest zugeordneten Fahrzeugen in den Flotten verändern wird. Dabei sind die Meinungen sehr verschieden, eine absolute Mehrheit bei den Antworten gibt es nicht. Aber: Die einfache Mehrheit (42 Prozent) ist der Ansicht, dass sich das Verhältnis künftig nicht verschieben wird. Ganz überraschend kommt das Ganze nicht daher. Denn schon bei einigen Antworten zuvor war das geringe Interesse für neue/flexible Mobilitätslösungen erkennbar oder zumindest herauszulesen. (Grafik 8)

Fazit
Die Onlineumfrage offenbart den oftmals fehlenden Willen zur Veränderung in Deutschland. Fakt ist: Schon seit Jahren ist der Verkehr in Deutschland ein riesiges Problem – Verkehrsinfarkte sind die Folge, zudem müssen Milliardensummen in die Instandhaltung der Verkehrsinfrastruktur investiert werden. Dabei gibt es bereits eine Vielzahl von Projekten und Ideen zur Vermeidung und Verringerung von Verkehr – gerade im Bereich der betrieblichen Mobilität. Klar ist auch: Nicht überall können neue Mobilitätslösungen implementiert werden und Dienstreisen haben zumeist durchaus ihre Legitimation. Dennoch gibt es jede Menge Verbesserungspotenzial. Hier sind alle gefragt: Politik, Unternehmensführung und auch die Mitarbeiter selbst.

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