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"Flotte! Der Branchentreff" 2020
Eine professionelle Beratung kann neue Wege in der nachhaltigen Unternehmensmobilität aufzeigen

Gut beraten

Laut Umweltbundesamt trägt der Straßenverkehr mit 95 Prozent am meisten zu den verkehrsbedingten CO2-Emissionen bei. Im Bereich des Personenverkehrs ist der motorisierte Individualverkehr einer der Hauptemittenten. Eine betriebliche Mobilitätsberatung zeigt Unternehmen Möglichkeiten auf, die täglichen Fahrt der Mitarbeiter zur Arbeit ebenso wie die dienstliche Mobilität nachhaltiger zu gestalten und somit einen erheblichen Teil des CO2-Ausstoßes zu reduzieren. Wir haben das Beratungs- und Leistungsangebot bei Mobilitätsdienstleistern abgefragt und abgebildet.

Schlechte Luft in den Städten, zeitraubende Staus im Berufsverkehr, fehlende Parkplätze: Es gibt genug Argumente, um nicht mit dem Auto zur Arbeit zu fahren. Doch bislang haben nur die eigene Motivation beziehungsweise der Leidensdruck Berufstätige dazu gebracht, die Wahl des Verkehrsmittels zur und von der Arbeit zu überdenken. Seit geraumer Zeit mehren sich die Initiativen von Bund, Ländern und Kommunen, Unternehmen gezielt anzusprechen, die Mobilität der Mitarbeiter nachhaltig effizient, ökonomisch, ökologisch und auch sozialverträglich auszurichten, denn nicht nur die Umwelt, die Mitarbeiter selbst und die Unternehmen profitieren davon. Nicht zuletzt drängen drohende Fahrverbote und die Umsetzung von Luftreinhalteplänen aufgrund von niedrigeren Schadstoffgrenzwerten Kommunen dazu, tätig zu werden. Bei ihnen liegen entscheidende Schnittstellen unter anderem zwischen Wirtschaftsförderung, Verkehrsplanung und ÖPNV, aber auch gewisse Interessenskonflikte zwischen den verschiedenen Bereichen müssen mit Sensibilität gelöst werden. Um dem Hauptziel Klimaschutz näher zu kommen, ist ein Schulterschluss aller Beteiligten unumgänglich.

Bedarf an Mobilitätsberatung
Ein entscheidender Multiplikator ist ein ganzheitlich und nachhaltig ausgerichtetes betriebliches Mobilitätsmanagement. Die „European Platform on Mobility Management“ (EPOMM) definiert dies als „Konzept zur Förderung des nachhaltigen Verkehrs und zur Verringerung der Autonutzung und zwar durch die Veränderung von Einstellungen und Verhaltensweisen der Verkehrsteilnehmer. Das Mobilitätsmanagement basiert auf ‚weichen‘ Maßnahmen, wie Information, Kommunikation, Organisation von Services sowie Koordination der Aktivitäten verschiedener Partner.“ Ein wichtiger Punkt, der diesem Prozess voransteht, ist die Mobilitätsberatung, die in der Regel durch externe Partner mit Analysen und Handlungsempfehlungen individuell auf die Situation des jeweiligen Klienten eingehen kann. „Die Bandbreite an Mobilitätsalternativen war noch nie so groß wie bisher“, gibt Knut Krösche, Geschäftsführer Volkswagen Leasing GmbH, zu. „Leasing, Miete, Carsharing, Ridesharing, Bus, Bahn, Fahrrad – für Fuhrparkmanager wird die Entscheidung nach der adäquaten Mobilitätsform immer komplexer.“ Die Mobilitätsberatung gehört daher zu einem immer stärker nachgefragten Angebot, das über verschiedene Institutionen bezogen werden kann. Zum einen stehen Mobilitätsberater eben an den oben erwähnten Schnittstellen in den Kommunen zur Verfügung. Verkehrsunternehmen und Industrie- und Handelskammern, die mit einem übergeordneten Verständnis auf die Bedarfe der ihnen angeschlossenen Unternehmen reagieren müssen, bieten angesichts des sich wandelnden Mobilitätsbedürfnisses Beratung und Begleitung an. Zum anderen erweitern Fuhrparkmanagementanbieter ihr Dienstleistungsspektrum um weitere Mobilitätsservices über den klassischen Dienstwagen hinaus. Für ein maßgeschneidertes Angebot steht dann die Beratung rund um die Unternehmensmobilität im Fokus. Und last, but not least gibt es natürlich die Möglichkeit, im Unternehmen einen Mitarbeiter für das Mobilitätsmanagement zu befähigen. So bietet der Bundesverband Fuhrparkmanagement e. V. ab September die Weiterbildung zur/zum zertifizierten Mobilitätsmanager/ in (BVF) an. „Fuhrpark- und Travelmanagerinnen und -manager erhalten damit eine umfassende Sicht auf betriebliche Mobilität und die Fähigkeit, Mobilitätsmanagementprojekte fachlich zu leiten“, beschreibt BVF-Geschäftsführer Axel Schäfer einige Ergebnisse, die mit dem Lehrgang erzielt werden sollen.

Ein zielführendes Mobilitätsmanagement erfordert ein Umdenken bei jedem Einzelnen, der im Unternehmen mobil ist. Um einen möglicherweise höheren (finanziellen) Aufwand abzufedern, bieten Förderprogramme, die von der EU, vom Bund, vom Land oder regional beziehungsweise kommunal aufgelegt werden, besondere Anreize. So ist zum Beispiel im Rahmen des „Aktionsprogramms Klimaschutz 2020“ der Bundesregierung die Förderung des betrieblichen Mobilitätsmanagements eine der geplanten Maßnahmen. Im Zuge der Initiative „mobil gewinnt“ wurden inzwischen 26 betriebliche Mobilitätskonzepte ausgezeichnet und mit einer finanziellen Förderung begleitet und unterstützt. Insgesamt 300 Betriebe konnten kostenlose Mobilitätsberatungen in Anspruch nehmen. Wen ein Beantragungsprozess abschreckt: Viele Mobilitätsdienstleister bieten an, für die Unternehmen Förderanträge zu stellen und somit die komplexen Prozesse als spezialisierter Partner zu übernehmen (siehe Tabelle).

Datengrundlagen
Da im Zuge des Mobilitätswandels viele Leasing- und Fuhrparkmanagementdienstleister ihr Angebot auf Mobilitätsdienste ausweiten, ergibt sich für interessierte Fuhrparks die Möglichkeit, Beratung, Planung und Umsetzung einer neuen Unternehmensmobilität über einen für den Fuhrpark bereits tätigen Dienstleister zu beziehen, der somit die Voraussetzungen und Gegebenheiten im Unternehmen kennt. ALD Automotive beispielsweise will hier als Mobilitätsanbieter mit eigenen Produkten und Angeboten die Zukunft aktiv mitgestalten. „Die Digitalisierung und die Veränderungen in der Automobilbranche sowie das damit einhergehende geänderte Nutzungsverhalten der Kunden ist dabei unser Treiber unser Mobilitätsangebot stetig weiter zu verbessern“, formuliert Geschäftsführer Karsten Rösel die Motivation. Wie eine Analyse aussehen kann, beschreibt die Arval Deutschland GmbH mit der SMaRT-Methode (Sustainable Mobility and Responsibility Targets): „Im ersten Schritt erfassen unsere Experten die Ausgangssituation und helfen bei der Definition der individuellen CSR-Ziele des Unternehmens“, wie Katharina Schmidt, Head of Consulting & Corporate Vehicle Observatory, erläutert. „Dann wird die Bestandsflotte mithilfe von gängigen Reporting-Tools analysiert und der Ist-Zustand mit den definierten CSR-Zielen abgeglichen. Anschließend werden auf Basis der einzelnen Fahrerprofile Cluster gebildet und mit dem sogenannten „SMaRT-Rechner“ der sinnvollste Antrieb je Fahrer-Cluster ermittelt und laufende Verträge hinsichtlich möglichst zeitnaher Optimierung begutachtet. Darauffolgend prüfen unsere Berater, ob sich alternative Lösungen wie Carsharing oder Fahrgemeinschaften sinnvoll einbeziehen lassen. Auch kundenspezifische Arbeitsbedingungen wie der Einsatz von Home-Office- Lösungen werden hinsichtlich ihrer Integration in das gesamte Konzept untersucht. Im letzten Schritt wird die neue Fuhrparkstrategie in Einklang mit den anfänglich festgelegten CSR-Zielen gebracht. Dieser ganzheitliche Ansatz ist mit einer einmaligen SMaRT-Analyse nicht abgeschlossen, sondern unterliegt fortlaufender Beobachtung.“

Um aber auch über die Flotte hinaus die gesamte Unternehmensmobilität inklusive der nicht dienstwagenberechtigten Mitarbeiter zu berücksichtigen, bietet die EcoLibro GmbH folgenden Ansatz an: Fundierte Analysen sämtlicher Mobilität im Unternehmen sind die Grundlage für die Herangehensweise. Diese beinhalten zum Beispiel Analysen bezüglich des Wohnund Unternehmensstandorts beziehungsweise deren Erreichbarkeit, des Fahrzeugbedarfs, der Fuhrparkstruktur, der Potenziale von (multimodaler) Tourenoptimierung, des Weiteren Verkehrsmittelvergleiche bei Dienstreisen, wie Michael Schramek, Geschäftsführer der EcoLibro GmbH, aufzählt. Weitere Schritte sind die Entwicklung von Mobilitätskonzepten und daraus resultierend Leistungsbeschreibungen als Grundlage zur Ausschreibung von Produkten, Softwares oder Dienstleistungen. Im weiteren Schritt leistet EcoLibro Unterstützung bei der Implementierung, besonders im Zusammenwirken mit den Dienstleistern und der Kommunikation gegenüber den Mitarbeitern. Um jederzeit den Datenschutz zu wahren, gilt es, in allen Prozessschritten Datenschutzbeauftragte und Betriebsrat miteinzubeziehen.

Als Tochtergesellschaft eines großen Mobilitätsanbieters verfügt die Deutsche Bahn Connect über wesentliche Schnittstellen zu regionaler und überregionaler Mobilität. Mit einer Vielzahl von Produkten über den Schienenverkehr hinaus wie Carsharing- und Bikesharing-Modellen hat sich der Konzern schon frühzeitig um Alternativen bemüht. Deshalb fällt die Beratungs- und Implementierungsleistung sehr vielfältig aus. Sie umfasst alternative Antriebe, Optimierung von Flotten beziehungsweise des Mobilitätsverhaltens durch White-Lable-Lösungen wie Dienstreiseplaner oder Mobilitätsbudget. Des Weiteren beinhaltet sie Incentivierung der Mitarbeiter für eine multimodale private Mobilität, Unterstützung der Mobilitätsverhaltensänderung und Beratung hin zu einem bedarfsorientierten Mobilitätsmix beziehungsweise zur Umsetzung interner Prozesse. „Wir schaffen Alternativen, indem wir zum einen verschiedene, deutschlandweit flächendeckende Mobilitätsangebote integrieren und diese für dienstliche als auch private Mobilitätsbedürfnisse über eine App buchbar machen. Mit unseren Angeboten flinkster Carsharing und Call a Bike können wir vor Ort unterstützen und so eine ausgedünnte Infrastruktur ausgleichen. Mit verschiedenen Partnern vereinfachen wir dabei die Zugänglichkeit des Systems. Dies können andere Mobilitätsanbieter ebenso wie Partner außerhalb der Mobilitätsbranche sein“, fasst Kilian Kärgel, Leiter Geschäftsentwicklung Deutsche Bahn Connect, das Angebot zusammen.

Mobilitätsprodukte
Wer die passenden Mobilitätsprodukte zu den Beratungsergebnissen mit Partnern oder direkt aus dem eigenen Portfolio implementieren kann prädestiniert sich als gefragter Dienstleister. Viele haben sogar mit einem Produkt wie dem Mobilitätsbudget ein für jede Mobilitätsform universell und kurzfristig wie auch verhältnismäßig unaufwendig umsetzbares Mittel im Portfolio „Aus einer Hand“ lautet ein attraktives Angebot in der Fuhrparkbranche. Alphabet Fuhrparkmanagement übernimmt die Steuerung von gezielten Fragen zum Flottenmanagement des Unternehmens über die Fahrprofilanalyse bis hin zur Umsetzung maßgeschneiderter innovativer Business-Mobility-Lösungen. Die konzerneigenen Produkte dafür sind flexible und unkomplizierte Corporate-Carsharing-Lösungen wie AlphaCity oder MyPoolCar. Laut Susan Käppeler, Leiterin Vertrieb und Marketing Alphabet Deutschland, sind diese speziell auf die Bedürfnisse von Firmenkunden zugeschnitten. Je nach Einsatzzweck sind die Mitarbeiter so kosteneffizienter mobil, denn anders als einzeln zugewiesene Dienstwagen sind Corporate-Carsharing-Fahrzeuge deutlich häufiger im Einsatz. Athlon beispielsweise bietet Unternehmen und ihren Mitarbeitern mit Produkten wie My Benefit Kit oder Lease2Motivate innovative Lösungen an. Christian Gelhard, Sales Director, Athlon Germany GmbH, erklärt: „Mit My Benefit Kit verfolgen wir das Ziel, das Auto als Teil der Vergütung zu etablieren und Mobilität zu flexibilisieren. Unsere Kunden sollen selbst entscheiden, welche Mobilitäts- und Motivationsmittel sie ihren Mitarbeitern zur Verfügung stellen. Produkte wie My Benefit Kit sind insbesondere für Unternehmen interessant, die mit innovativen Lösungen Mitarbeiter motivieren und neue rekrutieren möchten. Diese Lösungen sind hierarchieübergreifend für alle Mitarbeiter erhältlich. Aktuell bieten wir unsere Produkte für Unternehmen mit mehr als 300 Beschäftigten an. Diese Lösungen sind insbesondere in größeren Städten interessant.“

Vor allem Unternehmen in urbanen Gebieten möchten ihren Mitarbeitern branchenübergreifend mehr Flexibilität durch ein integriertes Mobilitätsmanagement liefern. Das weiß auch Matteo Carlesso, Geschäftsführer carmobility GmbH: „Wir erhalten vermehrt Anfragen von Start-ups beziehungsweise Unternehmen mit einem jüngeren Personalportfolio zur Erhöhung der Mitarbeiterbindung und -motivation mithilfe von Mobilitätsbudgets. Dass insbesondere ein Mobilitätsbudget zu niedrigeren Emissionen führt, zeigen erste Auswertungen bei der belmoto GmbH: „Die Pilotphase hat gezeigt, dass eine durchdachte Budgetierungslösung einen großen Mehrwert für unsere Kunden bringt. Wir konnten im Durchschnitt die Fuhrparkkosten und die Emissionen über 30 Prozent senken. Gleichzeitig haben wir die Arbeitgeberattraktivität gesteigert und durch zufriedene Mitarbeiter eine höhere Ergebnisorientierung erreicht. Darüber hinaus konnten wir die nutzbare Reisezeit deutlich erhöhen. Dies hat wiederum einen positiven Einfluss auf Produktivität und Erholungsphasen für die Mitarbeiter“, sagt Philip Kneissler. „Mobilitätsbedürfnisse von Mitarbeitern umfassen zudem weit mehr als nur den klassischen Dienstwagen. Heute geht es um werthaltige Incentivierung.“ Die Digitalisierung spielt dabei in die Hände der Anbieter, deren Kernkompetenz in diesem Bereich liegt: „Besonders innovative Unternehmen im urbanen Umfeld mit einem hohen Anteil an spezialisierten und anspruchsvollen Mitarbeitern fragen unser digitales Mobililitätsbudget MOBIKO an“, berichtet Manfred Tropper, Geschäftsführer mantro benefits GmbH. „Diese Unternehmen sind oftmals an mehreren Standorten in Deutschland vertreten und haben den Anspruch, ebenfalls ein digitales und zeitgemäßes Mobilitätskonzept einzuführen.“

Mobilitätsapps werden bei der Umstellung auf alternative Konzepte zum klassischen Dienstwagen unabdingbar und je mehr Verkehrsmittel über eine App buchbar und nutzbar sind, umso wertvoller wird diese. „Wir stellen unseren Kunden die von uns entwickelte CPM-UX App sowie das CPMUX Online-Kundenportal zur Verfügung. Mit der kostenlosen App können die Fahrer von unterwegs auf Knopfdruck die nächste Tankstelle, Werkstatt oder Mietwagenstation finden. Die Buchung von Mobility Services haben wir ebenfalls in unserem CPM-UX Tool integriert“, so Mattes Decker, Geschäftsführer der Car Professional Management GmbH. Dass es nicht nur spezielle Unternehmens- oder Flottenlösungen sein brauchen, macht die Verbindung von BMW und Daimler zur Bündelung ihrer Mobilitätsdienstleistungen in SHARE NOW klar. Fünf der innovativsten urbanen Mobilitätslösungen vom Carsharing bis zum Ride-Hailing vereinen sich unter einem Dach. Und auch Sixt will mit SIXTshare das konzerneigene Carsharing-, Miet- und Fahrdienst-Angebot national und international zukunftssicher aufstellen.

Fazit
Vor der Umstellung der Unternehmensmobilität sollten Firmen sich der eigenen Zielstellung bewusst sein. Mithilfe von professionellen Mobilitätsberatungen können regional und überregional ganzheitliche Veränderungen hin zu einem flexiblen, nachhaltigen Mobilitätsmanagement angestoßen werden, das nicht nur zufriedenere Mitarbeiter mit sich bringt, sondern sich auch kostensparend und nachhaltig auswirkt. Viele Flottendienstleister können hier passende Angebote aus einer Hand liefern.

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