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Nur eine Zwischenlösung? Oder wie konkurrenzfähig ist die Langzeitmiete?

Konkurrenz fürs Leasing?

Wenn immer eine Lücke zwischen dem kurzfristigen Mobilitätsbedarf und einer langfristigen Anschaffung in Form von Fahrzeugkauf oder -leasing klafft, greift das Konzept der Langzeitmiete. Flottenmanagement zeigt in einer großen Übersicht die Unterschiede ausgewählter Anbieter und erläutert, was dieses Konzept so attraktiv für Fuhrparks macht.

Befristete Arbeitsverträge, Mitarbeiter in der Probezeit, Projektarbeiten oder Ausfälle von Fahrzeugen sind typische Szenarien, in denen sich der Fuhrparkleiter die Frage stellen muss, ob sich eine langfristige Anschaffung eines neuen Fahrzeugs lohnt oder ob er besser mit einem Mietkonzept fährt. „Mit einer Laufzeit zwischen einem und zwölf Monaten bietet die Langzeitmiete mehr Flexibilität für kurzfristige Mobilitätsbedarfe. Das ist besonders interessant für solche Unternehmen und Branchen, deren Mobilitätsbedarfe nicht immer planbar sind. So kann der Fuhrparkleiter kurzfristig über die Fahrzeuge verfügen, sie aber auch bei sich verändernden Marktbedingungen jederzeit ohne Zusatzkosten zurückgeben“, erläutert Armin Hofer, Geschäftsführer der Euromobil Autovermietung GmbH (Volkswagen Financial Services | Rent-a-Car). Julian Wolter, Head of Subscription Business Models | Head of Carcharter bei der CHOICE GmbH, hebt daneben hervor, dass sich die Langzeitmiete auch dann lohne, wenn die Auslastung einer auf Leasing basierenden Flotte nicht gegeben sei oder wenn es gilt, die Lieferzeiten bei neuen Leasing- oder Kauffahrzeugen zu überbrücken. Gleichzeitig gäbe es laut CHOICE gegenüber dem Leasing noch den Vorteil, dass die Langzeitmiete mehr Flexibilität biete. So könnten die Nutzer beispielsweise im Sommer einen Kombi fahren und im Winter auf SUV umsteigen. Im Vergleich zur Kurzzeitmiete würde es hingegen zu weniger Fahrzeugwechseln kommen und konkrete Fahrzeugmodelle seien auswählbar. Dadurch sei es gegenüber der Kurzzeitmiete leichter, die Car-Policy des Unternehmens zu berücksichtigen.

Die Einsatzmöglichkeiten von Langzeitmietkonzepten fasst Lutz Gäbel, Leiter Langzeitmiete bei der akf servicelease GmbH, zusammen: „Im gewerblichen Bereich hat sich die Langzeitmiete in den letzten Jahren immer weiter durchgesetzt. So haben viele Unternehmen, die von wirtschaftlichen Schwankungen abhängig sind oder mit zeitlichen Projekten arbeiten, ganz oder teilweise auf langfristige Leasingverträge verzichtet oder diese zurückgefahren. Im modernen Fuhrparkportfolio wird von Fuhrparkberatern je nach Unternehmen und Branche ein Anteil von Langzeitmietwagen zwischen 10 bis 25 Prozent empfohlen, um auf kurzfristige Marktschwankungen reagieren zu können.“

Nur Vorteile?
Die Vorteile einer längeren Miete im Vergleich zum Leasing oder Kauf liegen auf der Hand: Zum einen besteht kein Restwert- und Reparaturrisiko, zum anderen sind Kosten, wie zum Beispiel für die Kfz-Versicherung, für Wartung und Verschleiß sowie GEZ, in der Regel bereits in der Rate enthalten. Zudem wird das Schadenmanagement für gewöhnlich vom Vermieter übernommen. Auch die Transparenz und die Kalkulierbarkeit der Kosten machen die Langzeitmiete attraktiv. „Es besteht die Möglichkeit, das Wunschfahrzeug zu konfigurieren und zu bestellen – hier wird dann beispielsweise ein Select-Vertrag über 36 Monate erstellt –, die Leistungen sind im Full Service analog den Fahrzeugen aus dem verfügbaren Mietwagenpool. Eine Anmietung ohne Serviceleistungen wie beim Finanzleasing kann hingegen nicht dargestellt werden“, erklärt man uns vonseiten der Maske Fleet GmbH.

Einer der größten Vorteile der Langzeitmiete liegt jedoch in ihrer Flexibilität: „Die Fahrzeuge sind sofort verfügbar und die Vertragslaufzeit kann individuell vereinbart werden. Das heißt im Umkehrschluss, dass Fuhrparkkunden innerhalb kürzester Zeit eine bedarfsgerechte Lösung erhalten. Hinzu kommen Pluspunkte wie der bundesweite Zugriff auf über zahlreiche Vermietstationen, ein einfacher und schneller Mietprozess über die App oder die Buchungsplattform oder auch die fest kalkulierbare Rate (inklusive Wartung, Versicherung, Pannendienst und 24/7-Hotline). Auch vor dem Hintergrund der andauernden Dieseldiskussionen und drohender Fahrverbote greifen Fuhrparkkunden gern auf Langzeitmieten zurück“, betont Karsten Rösel, Geschäftsführer der ALD Automotive.

Jedoch lassen sich die unterschiedlichen Anforderungen eines Unternehmens hinsichtlich des Fuhrparks nicht allein durch das Konzept der Langzeitmiete abdecken, weiß Frank Hägele, Geschäftsführer Fleet bei der Deutschen Leasing AG, zu berichten: „Bei Mietfahrzeugen handelt es sich naturgemäß um Standardlösungen und nicht um individuelle Fahrzeuge. Es gibt zwar die Möglichkeit, bestimmte Ausstattungen zu wählen, aber eben nicht wirklich genau das Fahrzeug mit den Spezifikationen zu fahren, die man möchte. Zudem werden die Fahrzeuge unter Umständen mehrfach innerhalb der Mietzeit getauscht und sie sind in der Regel auch optisch als Mietfahrzeuge zu erkennen.“

Wegbereiter E-Mobilität
Oftmals wird Carsharing als der Wegbereiter der Elektromobilität betrachtet, „da hier wesentlich kürzere Fahrtstrecken zu erwarten sind“, wie Frank Langbein, Director Commercial Sales Germany bei der Hertz Autovermietung GmbH, zu verstehen gibt. „Aber eigentlich kann die Langzeitmiete hierbei eine wichtige Rolle spielen: Denn mit der Langzeitmiete haben Fuhrparkverantwortliche die Chance, Elektroautos in ihre Flotte einzuführen und die Alltagstauglichkeit der Fahrzeuge und die Resonanz auf Mitarbeiterseite zu testen; dank der flexiblen Rückgabemöglichkeiten das sogar recht risikolos“, erklärt Frank Langbein weiter. Bei InMotion Rent und Volvo Schwedenflotte, die in Kooperation mit CHOICE angeboten werden, geht man sogar ein Stück weiter: „Generell erleben wir eine Art ‚Auferstehung‘ der Fahrzeuge mit alternativen Antrieben. Vor allem auf Grund der niedrigeren Besteuerung im Dienstwagen-Fall. In beiden Konzepten (InMotion Rent und Volvo Schwedenflotte) bieten unsere Partner Produkte mit alternativen Antrieben an. Das wird in Zukunft weiter zunehmen„, erläutert Philipp Loebermann, Director Sales bei der CHOICE GmbH.

Auch Christian Schüßler, Commercial Director bei Arval Deutschland, sieht in Mietkonzepten eine interessante Möglichkeit für Unternehmen, in die neuen Antriebsvarianten reinzuschnuppern. Denn gerade auf Kurzstrecken seien batterieelektrische Fahrzeuge auch für gewerbliche Nutzer eine kostengünstige Alternative. Dennoch sind „die Gesamtzahlen in Deutschland ohne Frage noch homöopathisch – haben in den letzten Monaten aber merklich angezogen. Diese Fahrzeuge erfordern ein Maß an bewusstem Fahren, ein Wissen um die vorhandene Ladestruktur und deren sinnvolle Nutzung sowie ein passendes Nutzerprofil“, so Schüßler und ergänzt: „Wir bieten sowohl reine Elektrofahrzeuge als auch Plug-in-Hybride in verschiedenen Segmenten und unterschiedlichen Vertragsvarianten an; auch zur Miete. Dazu passend haben wir natürlich auch Hybrid-Tankkarten im Portfolio und bei längerer Mietdauer können Kunden über unseren Partner New Motion zum Stromer passende Wallboxen erwerben.“

Erste Erfahrungen mit der Resonanz bei Elektrofahrzeugen in der Langzeitmiete hat auch LeasePlan gemacht: „Langzeitmiete ist ein sehr guter Wegbereiter für Unternehmen, um Erkenntnisse über Elektromobilität zu sammeln. Um seinen Kunden zu ermöglichen, alternative Antriebe zu ‚erfahren‘, bietet LeasePlan seit kurzem verschiedene Kategorien von EFahrzeugen im Mietwagenportfolio an. Wir stoßen damit auf sehr positive Resonanz“, erklärt Dieter Jacobs, Geschäftsleitung Fuhrparkmanagement bei der LeasePlan Deutschland GmbH.

Mobilitätsangebot der Zukunft?
Wie sich der Mobilitätsbedarf in den Fuhrparks künftig entwickeln wird, ist schwer vorherzusehen. Jedoch scheinen die einzelnen Mobilitätskonzepte immer mehr miteinander zu verschmelzen, Flexibilität heißt hier das Zauberwort. Vinzenz Pflanz, Senior Vice President Group Sales der Sixt SE: „Die Langzeitmiete ist wie die Kurzzeitmiete und alternative Mobilitätskonzepte ein Baustein im Mobilitätsmix eines Unternehmens. Auch mit Blick auf die Langzeitmiete ist Sixt der Meinung, dass bislang voneinander getrennte Mobilitätsformen künftig miteinander verschmelzen und die Mietmodelle anhand ergänzender und alternativer Konzepte deutlich flexibilisiert werden. So erfreuen sich Lösungen wie Sixt unlimited, Sixt MaaS oder Sixt Flat aufgrund zahlreicher Vorteile – etwa die hohe Flexibilität, die mögliche Einsparung von Kosten oder der Einsatz als Incentive im sogenannten ‚War for talents‘ – einer kontinuierlich wachsenden Beliebtheit.“

Gleichwohl hat jedes Konzept auch seine Schwachstelle und wird deswegen nur selten die einzige Lösung sein: „Ein Leasingfahrzeug kann individuell konfiguriert und ausgestattet werden. Dies geht jedoch zu Lasten der schnellen Verfügbarkeit. Bei der Langzeitmiete sind die Fahrzeuge bereits vorkonfiguriert, das könnte man als Schwäche herausstellen. Bei Deutsche Bahn Connect schauen wir uns den Bedarf und die Vorlieben unserer Kunden an und bauen daraufhin unseren Fahrzeugpoolmix auf. So gelingt es uns, den Kundenwusch zu fast einhundert Prozent zu erfüllen“, gibt Mingo Beilfuss, Produktmanager integriertes Flottenmanagement bei Deutsche Bahn Connect, zu verstehen.

Aus diesen Gründen ist „in vielen Unternehmen ein Fuhrparkmix aus Leasing- sowie Mietfahrzeugen bereits Standard und Teil der Unternehmensstrategie. Unternehmen können so schnell auf Änderungen des Geschäftsumfeldes reagieren“, fasst Christian Gelhard, Sales Director bei der Athlon Germany GmbH, die aktuelle Lage zusammen.

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