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Die Kurzzeitmiete eines Fahrzeugs stellt nicht nur bei einer Dienstreise eine interessante Variante dar

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Nie war es wohl wichtiger, flexibel von A nach B zu kommen, gerade auch in der heutigen Arbeitswelt. Immer wieder treten dabei Situationen auf, in denen eine kurze Anmietung von Fahrzeugen durchaus Sinn macht, beispielsweise für zeitlich befristet angestellte Mitarbeiter einer Firma, bei kurzzeitigen Engpässen in der Flotte oder auf Dienstreisen. Flottenmanagement hat sich näher mit der Variante Kurzzeitmiete befasst und einige ausgewählte Anbieter miteinander verglichen.

Zuerst einmal sollte geklärt werden, was genau hinter der Begrifflichkeit Kurzzeitmiete steckt. In der Regel erstreckt sie sich – je nach Anbieter – über einen Zeitraum von wenigen Stunden bis hin zu einem Monat. Sie reiht sich damit in der Regel zwischen Carsharing und Langzeitmiete ein. David Braun, Produktmanager Carsharing bei Deutsche Bahn Connect, sagt: „Unternehmen brauchen bedarfsgerechte Angebote. Daher gilt: Mietwagen oder Carsharing sind bei kürzeren Strecken und Nutzungszeiten eine gute Alternative.“ Insbesondere im Hinblick auf Flexibilität, Effizienz und Einsparpotenzial biete der Mietwagen als Alternative beziehungsweise Ergänzung zum Leasing und zum Fahrzeugkauf entscheidende Vorteile, sagt Christian Holler, Head of Business Rental Mobility Germany der Enterprise Holdings. So gebe es keine Kapitalbindung für das Unternehmen und somit eine Steigerung der Liquidität, keine beziehungsweise eine überschaubare zeitliche Bindung und somit ein geringes finanzielles Risiko. Außerdem sei eine Optimierung des eigenen Fahrzeugpools aufgrund der kurzfristigen Verfügbarkeit möglich, da die Poolbestände konsequent heruntergefahren und Nutzungsspitzen über Kurzzeitmietwagen kompensiert werden könnten. Darüber hinaus sei es ein weiterer Vorteil, dass im Gegensatz zur geschäftlichen Nutzung privater Pkw keine Kilometergeldrückerstattung und kein zusätzlicher Verwaltungsaufwand entstünden. Armin Hofer, Geschäftsführer der Euromobil Autovermietung GmbH (Volkswagen Financial Services | Rent-a-Car), ergänzt: „Dazu kommt, dass Aufwendungen für Unterhalt und Reparatur entfallen.“ Steffen Engelbrecher, Leiter Mietgeschäft, Mobility Concept GmbH, gibt aber zu bedenken, dass die Kurzzeitmiete als Substitutionsgut für eigene Firmenfahrzeuge zu teuer sei.

Kompakt- und Mittelklassemodelle ...
... werden bei der Kurzzeitmiete am häufigsten nachgefragt, geben die Anbieter fast unisono an. Dieter Jacobs, Geschäftsleitung Fuhrparkmanagement bei der LeasePlan Deutschland GmbH, erklärt: „Im Normalfall fahren Geschäftskunden einen Mietwagen, der eine Klasse unter ihrem Dienstwagen liegt. Das wird in den meisten Fällen durch die Unternehmen so vorgegeben.“ E-Fahrzeuge spielen bei der Vermietung indes noch keine große Rolle. Philipp Loebermann, Director Sales der Choice GmbH (InMotion Rent und Schwedenflotte), führt dies vor allem auf die (zu geringe) Reichweite zurück. Auch die kurzfristige Verfügbarkeit solcher Fahrzeuge sei nicht immer gegeben, berichten einige Anbieter. Dominik Kühnlein, Leiter Vertriebsinnendienst der Europa Service Autovermietung, weiß jedoch von einer zunehmenden Nachfrage nach solchen E-Modellen zu berichten.

Schnelle Abhilfe
Ob mit elektrischem oder konventionellen Antrieb, eine Panne mit dem Fahrzeug ist immer ärgerlich, erst recht bei einem kurzzeitig angemieteten Auto. Hier versprechen die Anbieter allerdings direkte Unterstützung. Christian Schüßler, Commercial Director bei Arval Deutschland, sagt: „Wir halten unsere Kunden im Schadenfall ohne administrativen oder finanziellen Sonderaufwand nahtlos mobil. Ob das letztendlich der Pannenservice oder ein Ersatzwagen ist, hängt vom Einzelfall ab.“ Dominik Kühnlein von der Europa Service Autovermietung bestätigt: „Bei der Kurzzeitmiete handelt es sich um eine Dienstleistung, die den Mobilitätsanspruch des Kunden aufrechterhält. Insofern es zu einem Stillstand seines Mietwagens kommt, wird der Nutzer mobil gehalten.“

Auf Dienstreise
Steht eine Dienstreise an, stellt die Kurzzeitmiete eine interessante Variante dar – sei es für die komplette Reise oder für Teilstrecken. Das haben die Anbieter längst erkannt und sich entsprechend darauf eingestellt. So berichtet David Braun von Deutsche Bahn Connect: „Unser dezentrales Stationsnetz fügt sich perfekt in die Bedarfe von Dienstreisenden ein. In den meisten Großstädten besteht die Möglichkeit, Fahrzeuge direkt in Wohnortnähe zu übernehmen.“ Daneben würden Bahnhofsstationen in der Fläche den Fernverkehr der Deutschen Bahn ergänzen. Dies erlaube es Dienstreisenden, große Strecken schnell und entspannt zurückzulegen, ohne am Zielort auf die Flexibilität eines Pkw verzichten zu müssen, so Braun weiter. Christian Holler von der Enterprise Holdings verspricht „eine Präsenz an nahezu allen für Geschäftsreisen relevanten Standorten, die weltweit kontinuierlich ausgebaut werden“. Ein besonderes Highlight: Der Geschäftsreisende kann per „Pick-up-Service“ von Enterprise abgeholt und zu der nächstgelegenen Filiale gefahren werden. Neben der genannten Flexibilität und Verfügbarkeit ist auch eine unkomplizierte Buchung wichtig. So sind digitale Instrumente wie Apps zunehmend von Bedeutung. Vinzenz Pflanz, Senior Vice President Group Sales der Sixt SE, sagt dazu: „Die Kunden können ihr Wunschfahrzeug über die Sixt App bis zu 30 Minuten vor der Anmietung aus der Premiumflotte an der jeweiligen Station auswählen und es am Zielort direkt per Mobiltelefon öffnen – ganz ohne Umweg über den Counter.“

Fahrzeugrückgabe
Und wie läuft der Rückgabeprozess eines Fahrzeugs bei der Kurzzeitmiete ab? Bei jedem Anbieter gibt es hier ähnliche Modalitäten, die sich meist in den Details unterscheiden. So sagt beispielsweise Karsten Rösel, Geschäftsführer ALD Automotive, dass die Fahrzeugrückgabe zu jeder Zeit möglich sei, sofern die Station des Autovermieters nach den regulären Öffnungszeiten über einen Schlüsselkasten verfüge. Rösel weiter: „Die Mietwagen werden grundsätzlich vollbetankt bei Anmietung übergeben und werden in diesem Zustand wieder übernommen.“ Bei LeasePlan werden gemäß Dieter Jacobs viele Services für die Fahrer übernommen. „Beispielsweise bringen wir das Fahrzeug zum Wunschort und holen es auch wieder ab. Damit ist auch die Schlüsselrückgabe jederzeit und überall möglich. Sollte es dem Fahrer nicht möglich sein, das Fahrzeug vor der Rückgabe noch zu betanken, übernehmen wir auch diesen Service kostenpflichtig“, so Jacobs.

Ausblick
Die Kurzzeitmiete ist kein Konzept, das frisch aus dem Boden gestampft wurde. Das macht es aber nicht schlechter, im Gegenteil. Die Prozesse haben sich über die Jahre immer mehr eingespielt, die Bedürfnisse der Kunden sind bekannt und können dementsprechend immer besser erfüllt werden. Trotzdem muss sich die Kurzzeitmiete immer wieder auf dem Markt behaupten, vor allem gegenüber der Variante Carsharing. Philipp Loebermann von der Choice GmbH rechnet damit, dass „Carsharing vor allem in den urbanen Räumen für einen Rückgang der klassischen Kurzzeitmiete sorgen wird“. Frank Langbein, Commercial Sales Director Germany bei der Hertz Autovermietung GmbH, macht sich hier aber keine Sorgen: „Wie in der Vergangenheit rechnen wir auch in Zukunft mit einer wachsenden Nachfrage nach Fahrzeugen zur Kurzzeitmiete.“ Karsten Rösel von ALD Automotive hat dafür auch eine Begründung: „Die Entwicklung am Geschäftsreisemarkt zeigte in den vergangenen Jahren einen Anstieg der Reiseaktivitäten deutscher Unternehmen in Verbindung mit der Buchung eines Mietwagens. Die Nachfrage nach Kurzzeitmieten wird – auch bedingt durch Mobilitätsbudgets für Mitarbeiter – weiter ansteigen.“ Wie sich der Markt weiter entwickeln wird, darüber kann nur gemutmaßt werden. Letztlich fasst Christian Schüßler von Arval Deutschland das Ganze treffend zusammen: „Die unterschiedlichen Mobilitätslösungen haben alle ihre Daseinsberechtigung. Ob es letztendlich Carsharing, Leasing oder Miete ist, ob Elektro, Hybrid oder Euro 6d-Temp: Welches Modell das Richtige ist, muss im Einzelfall geprüft werden.“

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