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"Flotte! Der Branchentreff" 2020
Lars Schimming (li., BEMOBI) im Gespräch mit Julia Scheurell (re., Flottenmanagement)

„Marktplatzgedanke“

Interview mit Lars Schimming (Berater Automotive BEMOBI und Kommanditist bei der BEHUB Vertriebsnetz GmbH & Co. KG).

Flottenmanagement: Welche für die Flottenbranche relevanten Dienstleistungen und Produkte bietet BEMOBI an?

Lars Schimming: Es gibt viele Mobilitätslösungen auf dem Markt, aber welche macht für ein Unternehmen wirklich Sinn? Wir beraten den Kunden, wenn er eine Lösung für innovative und effiziente Unternehmensmobilität sucht, beispielsweise durch eine bessere Auslastung seiner Flotte oder durch Einführung von Corporate Carsharing. Wir können Analysen zur bisherigen Flottennutzung erstellen und Verbesserungspotenziale aufzeigen. Mit unseren Produktpartnern erstellen wir anschließend individuelle Lösungen und führen diese in der Flotte ein. Hierbei vernetzen wir bewährte Anwendungen und generieren eine Mobilität, die auf die Anforderungen des jeweiligen Unternehmens zugeschnitten ist. Durch die Anwendung von nachrüstbarer Hardware für das Fahrzeug können wir dem Nutzer eine kostensparende Lösung bieten. Die dadurch möglich werdenden Funktionen reichen vom Öffnen/ Schließen des Fahrzeuges per Smartphone bis hin zur Erfassung von Daten zum Fahrverhalten eines Nutzers. Mobilität hat viele Gesichter. Gemeinsam mit unseren Kunden implementieren wir seine Lösung, als ein Teil seines Teams. Wir möchten damit Unternehmen eine sinnvolle Mobilität ermöglichen beziehungsweise Mobilität als effizienten Geschäftsprozess umsetzen.

Flottenmanagement: Wann und mit welcher Idee ist BEMOBI entstanden? Mit welcher Mitarbeiterstärke und mit welchem Erfahrungsschatz seid Ihr an den Start gegangen?

Lars Schimming: Auf „Flotte! Der Branchentreff“ 2018 haben Thomas Cordier (Geschäftsführer von BEHUB, Anm. d. Red.) und ich uns wiedergetroffen und eine große Schnittmenge an Ideen für den Automotivesektor entdeckt, die wir über BEHUB und BEMOBI seit Ende letzten Jahres realisieren. Aus meinem beruflichen Werdegang – als gelernter Kfz-Mechaniker konnte ich unter anderem Erfahrung bei einem Leasinganbieter und im Autohaus in der Flottenbetreuung sammeln und anschließend mein Wissen über Digitalisierung bei einem e-Commerce Unternehmen erweitern– kenne ich viele sehr unflexible Produkte, die nicht zu den individuellen Bedürfnissen eines Kunden passen oder schwierig bei ihm einzubinden sind. Unser Ziel ist es jetzt, mit unseren Dienstleistungen und Produkten mehr Mobilität in die Anwendung zu bringen. Thomas steuert die entsprechende Erfahrung im Marketing und Vertrieb bei, damit ergänzen wir uns bestens.

Flottenmanagement: Wie spielt Ihr die Vorteile eines Start-ups in der Automotivebranche aus?

Lars Schimming: Durch unsere Start-up-Mentalität haben wir die Flexibilität, uns schnell den Marktbedürfnissen anzupassen. Wir sind ein kleines Team und können dadurch beim Kunden leicht Teil seines Teams werden, um unsere Expertise insbesondere mithilfe von digitaler Technologie einzubringen. Wir arbeiten vertrieblich im Netzwerk mit freien Handelsvertretern, und langjährig mit BEHUB kooperierenden Experten aus dem Marketing und der digitaler Kommunikation. Unser Team ist eingespielt, wir kennen die Sprache des Marktes und können sinnvoll die Kompetenzen einsetzen, die das jeweilige Projekt benötigt. Zudem kümmern sich zwei Mitarbeiter im Backoffice um die Terminkoordination und Verwaltung.

Flottenmanagement: Mit welchem USP und mit welchen Strategien und Argumenten erhaltet Ihr Zugang zu den für Euch wichtigen Märkten? Welches Potenzial seht Ihr für Euch im Flottenmarkt?

Lars Schimming: Wir haben viele interessante Gespräche geführt, in denen wir uns dem Kunden vorgestellt haben, ihm erläutern konnten, dass wir ihn entlasten, während er sich um sein Kerngeschäft kümmert. Wir können ihm mit einfachen digitalen Mitteln Zeit sparen, indem wir Flottenanalysen übernehmen und ihm so Verbesserungsmöglichkeiten bei der Fuhrparknutzung und -verwaltung aufzeigen. Interessant für uns sind insbesondere die kleinen und mittelgroßen Flotten, denn da ist der Entscheidungsweg kürzer, die Hürden niedriger, um neue Konzepte wie Carsharing einfach mal auszuprobieren. Wenn Datenschutz das Argument dagegen ist, haben wir Möglichkeiten, die Daten anonymisiert zu verwenden. Wir sind der Meinung, dass sobald der Mitarbeiter an finanziellen Einsparungen in Form von Belohnungen beteiligt wird, motiviert dies und bindet ihn an das Unternehmen. In Kürze starten wir ein Pilotprojekt mit einem Leasinggeber, der seine Poolfahrzeug besser nutzen und sie deshalb in einem Carsharing-Konzept seinen Mitarbeitern anbieten will. So können die Fahrzeuge ganz bequem per Smartphone gebucht und geöffnet werden.

Flottenmanagement: Wie wichtig sind Partnerschaften, Netzwerke und Synergien für die Weiterentwicklung des Geschäfts? Wie nutzt Ihr diese, auch um BEMOBI bekannt zu machen?

Lars Schimming: Die Präsenz auf Veranstaltungen und Messen ist genauso wichtig wie der Social-Media-Auftritt. „Flotte! Der Branchentreff“ 2019 war jetzt noch mal ein Härtetest, ob unser Konzept so funktioniert und verstanden wird, wie wir es uns überlegt haben. Nun können wir sicher sagen, dass wir den Nerv getroffen haben, und unser Konzept über die entsprechenden Kanäle verbreiten. Partnerschaften sind uns sehr wichtig, denn wir selbst bieten keine Produkte an. Aber tatsächlich werden durch unsere Dienstleisterfunktion weitere Produktentwickler auf uns aufmerksam, die gerne ihre Produkte in unser Portfolio bringen und mit uns vertreiben möchten, weil wir den direkten Zugang zu den Flotten haben. Wir möchten diesen Marktplatzgedanken vorantreiben: Mir schwebt vor, dass wir alle miteinander für eine gute Lösung arbeiten und nicht jeder für sich allein. Die Dienstleister bieten ihre Produkte und Lösungen an, über Marktanalysen erfährt der Nutzer, was er braucht, und entscheidet, was er haben möchte.

Flottenmanagement: Welche Ziele steckt Ihr Euch in einem sich derzeit rasant verändernden Mobilitätsmarkt?

Lars Schimming: Unser Ziel ist, die nachhaltige Mobilität mit voranzubringen und mit unserer Unterstützung die Prozesse in den Firmen zu beschleunigen. Entscheidend hierbei ist auch, ein Verständnis für die Wichtigkeit der Daten im Auto des Mitarbeiters zu schaffen und Anreize zu generieren, die helfen, dass die Daten freigegeben werden. In Deutschland laufen wir Gefahr, den digitalen Anschluss zu verlieren. In anderen Ländern ist es weniger problematisch, mittels Telemetrie die Fahrzeugdaten zu nutzen und damit Prozesse zu optimieren, in den Niederlanden beispielsweise liegt die Quote bei 70 Prozent der Fahrzeuge, in Deutschland gerade mal bei 20. Wir engagieren uns mit BEMOBI, den Unternehmen die Angst vor Datenmissbrauch zu nehmen und die positiven Effekte der Datennutzung zu propagieren.

 

INNOVATIONSTREIBER START-UP

In unserer neuen Rubrik „Start-up“ stellen wir junge, innovative Unternehmen aus der Automotivebranche vor, die mit ihren Dienstleistungen und Produkten die Fuhrparkverwaltung und auch die Unternehmensmobilität im Gesamten nachhaltig und effizient gestalten wollen. Gemäß der Definition des Bundesverbandes Deutsche Startups e. V. fallen darunter „Unternehmen, die jünger sind als zehn Jahre, ein geplantes Mitarbeiter-/Umsatzwachstum haben und/ oder hochinnovativ in ihren Produkten/Dienstleistungen, Geschäftsmodellen und/oder Technologien sind“. Gerade die Digitalisierung sämtlicher Verwaltungs- und Buchungsprozesse öffnet hier Tür und Tor für technologieaffine Gründer. In diesem Bereich lässt sich mit geringem Startkapital viel bewegen.

Flexible Mitarbeiterstrukturen und niedrige Hierarchien beschleunigen die Reaktionsfähigkeit. Zudem helfen die Möglichkeiten, die sich durch Social Media bieten, bei der Bekanntmachung der Produkte in den Zielgruppen. Und wer es schafft, namhafte Investoren als Unterstützer für aussichtsreiche Ideen zu gewinnen, bekommt Zugang zu den wichtigen Märkten. Ideenschmieden unter den Dächern bekannter Konzerne bringen eine Menge neuer Mobilitätsideen auf den Markt, die natürlich auch den protegierenden Konzernen zugutekommen sowie den Mobilitätswandel mitgestalten und vorantreiben sollen.

Schon 2017 hat der Industry Analyst Ramnath Eswaravadivoo von Frost & Sullivan Mobility prognostiziert, „dass die Umsätze in der Mobilitätsbranche bis 2025 voraussichtlich auf 1,89 Billionen US-Dollar anwachsen und die OEMs versuchen werden, daraus Kapital zu schlagen, indem sie in Start-ups der Branche und auf der ganzen Welt investieren oder diese übernehmen“.

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