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"Flotte! Der Branchentreff" 2020
Ralph Wuttke, Chefredakteur Flottenmanagement

Wie schnell kommt der Mobilitätswandel?

Der Trend geht weg vom Auto, hin zu flexibler Mobilität, diese dann mindestens elektrisch (zumindest ohne Diesel) und per Sharing oder gleich mit einem E-Bike oder E-Roller, so ist oft in verschiedenen Medien zu lesen. Die Verkaufszahlen indes sprechen eine andere Sprache. In der Flotte sowieso, und dafür gibt es gute Gründe.

Der Fuhrparkleiter ist von einigen Sachzwängen getrieben: Mobilität muss in erster Linie effektiv sein und kostengünstig. Der viel fahrende Außendienstmitarbeiter hat meist keine Zeit zum häufigen Zwischentanken, aus Kostengründen soll er ohnehin eher nicht direkt an der Autobahn tanken und idealerweise spät nachmittags, wenn der Sprit günstig ist. Das bedeutet: Die Reichweite muss stimmen. Der kostengünstigste Antrieb für lange Strecken ist derzeit nun mal noch der Diesel und mit der neuesten Norm gibt es auch keine Fahrverbote – und schier unbegrenzte Reichweite mit kurzen Tankzeiten.

Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach Elektromobilität: Die Halbierung der steuerlichen Belastung von Elektroautos und Plug-in-Hybriden für den Arbeitnehmer zeigt Wirkung, wenn auch noch weniger als von der Bundesregierung gehofft. Hier gilt es, aufzupassen: Gerade Plug-in-Hybride lohnen sich für den Arbeitgeber nur dann, wenn der Fahrer auch wirklich regelmäßig Strom tankt und nicht einfach mit dann teurem Benzin zum halben Steuersatz fährt. Hier sollte in der Car-Policy und im Dienstwagenüberlassungsvertrag eine entsprechende Regelung enthalten sein.

E-Bikes und E-Roller boomen tatsächlich, aber auch hier muss der Fuhrparkleiter mit Bedacht agieren: Denn nachdem die Autos mit unzähligen Assistenzsystemen, Airbags und stabiler Fahrgastzelle immer sicherer geworden sind, stellen sich die Menschen nun völlig ungeschützt auf einen elektrisch betriebenen Roller und stürzen sich so in den Straßenverkehr – oft als Gefahr für sich und andere. Bei betrieblich genutzter Mikromobilität und der berühmten „letzten Meile“ sollte also ein deutlicher Fokus auf Sicherheitsaspekte – vom Fahrzeug über Sicherheitsausstattung bis zum Fahrverhalten – gelegt werden. Gefährdungsbeurteilung und Einweisung sind hier nochmals wichtiger als beim Kraftfahrzeug, einfach weil die Unfall- und Verletzungsgefahr statistisch deutlich höher ist und dem Nutzer die Erfahrung fehlt.

Wir leben gerade in der spannenden Übergangszeit, in der noch „alles“ möglich ist: Diesel und Benziner werden noch einige Zeit den Markt dominieren, aber die lang herbeigeredete „neue“ Mobilität ist schon mehr und mehr spürbar. Es ist also spätestens jetzt an der Zeit für den Fuhrparkleiter, sich mit den neuen Techniken und Mobilitätskonzepten zu beschäftigen – mindestens, um für „später“ gerüstet zu sein und erste Erfahrungen gemacht zu haben.

Ralph Wuttke
Chefredakteur
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