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Auch in der Leasingbranche können Start-ups Geschäftsmodelle optimieren

Innovative Impulse

In sämtlichen Branchen denken Start-ups die Strukturen neu und bringen durch Kooperationen in langjährig gewachsene Unternehmensprozesse frischen Wind. Das Kofferwort FinTech steht für die Kombination der Wörter Financial Services und Technology (nach Gabler Wirtschaftslexikon) und umschreibt die Kerntätigkeit der Start-ups, digitale Technologien für Finanz- und Versicherungsprodukte zu entwickeln. Wie aber können Leasinggesellschaften von den Aktivitäten profitieren?

Wie in allen Unternehmen, die Dienstleistungen oder Produkte anbieten, gibt es mehrere Bereiche, die sich durch die Digitalisierung optimieren lassen. Interne Prozesse können schlanker, schneller, transparenter und sicherer gestaltet werden, wovon natürlich auch der Kunde profitiert. Im Produkt- und Dienstleistungsangebot gilt dasselbe. Sämtliche Prozesse müssen profitabel, aber auch kundengerecht und wettbewerbsfähig aufgesetzt werden. „Hier gibt es vielfältige Ansatzpunkte, bei denen die Digitalisierung es ermöglicht, bessere Angebote zu präsentieren und sich gegenüber anderen Finanzierungsformen wie dem Kredit zu profilieren. Denn viele Objekte liefern heute Daten, die dazu genutzt werden können, ergänzende Services anzubieten. Die Spanne reicht von nutzungsabhängigen Abrechnungsmodellen (pay-per-use) und Wartungs- und Reparaturdiensten, die sich punktgenau nach dem tatsächlichen Verschleiß richten, bis zur Einbindung von Fahrzeugen in komplexere Mobilitätsdienste“, sagte Dr. Matthias Pytlik, Referatsleiter Betriebswirtschaft und Finanzierung beim Bundesverband Deutscher Leasing-Unternehmen e. V. (BDL), im März 2018 dem Portal FinCompare im Interview. Er sieht in der Zusammenarbeit zwischen FinTech- und Leasingunternehmen hervorragende Chancen auf komparative Vorteile für beide Seiten: Leasingunternehmen bieten den Kontakt zum Kunden und verfügen über fundierte Kenntnisse der Objekte. FinTechs liefern das notwendige technische Know-how, um die Geschäftsmodelle zu digitalisieren und weiterzuentwickeln.

Das machen sich bereits einige Leasinggesellschaften zunutze und gaben Auskunft über die Art und Weise der Kooperation mit Start-ups beziehungsweise warum, wie und wo sie solch passende Partner suchen und finden. Karsten Rösel, Geschäftsführer ALD Automotive: „Wir haben ein Inhouse-Start-up gegründet, um zum einen die digitale Transformation der ALD Automotive voranzutreiben und zum anderen agile Arbeitsweisen innerhalb des Unternehmens zu fördern und zu etablieren. Darüber hinaus pflegen wir vor allem in innovativen Bereichen mit starkem IT-Hintergrund und bei innovativen Geschäftsideen Kooperationen und Partnerschaften mit Start-ups. Hier arbeiten wir beispielsweise mit dem Innovation Hub der Société Générale in Berlin zusammen.“

Bei der ARI Fleet Germany GmbH kann man auf Unterstützung aus Übersee setzen, denn die Zusammenarbeit mit Start-ups hat in der Unternehmensgruppe eine lange Tradition, wie Majk Strika, Managing Director Europe, ausführt: „In den USA stehen wir mit Holman Enterprises auf verschiedenen Standbeinen, seit drei Jahren sind wir dort mit unserer Venture-Capital-Tochter stark im Markt von innovativen Lösungen vertreten. So bieten wir nicht nur Software-, Telematikund Fahrzeug-Abo-Modelle, sondern suchen permanent nach potenziellen Ideen, die den Flottenmarkt nachhaltig verändern werden. Beispielsweise liefern wir mit Flexdrive eine Software und Finanzierungslösung, die Fahrzeug-Abo-Modelle für einen der Marktführer in den USA bereitstellt. Wir unterstützen vor allem mit unserem Wissen über den Markt, über Finanzierungsmöglichkeiten, mit Kommunikation und mit unserem Netzwerk.“

 Bereits im Oktober 2018 stellte Dr. Hauke Christian Öynhausen, Leiter Konzern-Strategie der Deutschen Leasing AG, die digitale Transformation des Konzerns auf dem 3. Forum Digitalisierung des BDL in seinem Werkstattbericht dar: Die Deutsche Leasing positioniert sich als Smart Follower und setzt die digitale Transformation zweigleisig im sogenannten explore- und exploit-Pfad um. Während der exploit-Pfad die Produkt- und Prozessoptimierung, das Datenmanagement und die Weiterentwicklung der IT-Infrastruktur im Rahmen des bestehenden Kerngeschäfts vorsieht, werden im explore-Pfad neue Geschäftschancen entwickelt, Prototypen geprüft und Lösungsansätze entwickelt. Hierfür hat die Deutsche Leasing die Digital Innovation Unit (DIU) als Forschungs- und Entwicklungseinheit eingerichtet. Sogenannte Trend- und Suchfelder bilden den Rahmen für die operative Ideengenerierung, eines dieser sei beispielsweise „pay-per-use“.

Auch bei der Volkswagen Leasing GmbH konnten schon einige Produkte unter Mitwirkung von Start-ups entwickelt und etabliert werden. Durch den Kauf von sunhill technologies im Smart-Parking- Bereich wurde das Geschäftsfeld Smart Parking erschlossen und dieses später durch den Kauf von PayByPhone sogar noch vergrößert. Das bald ausgerollte Produkt bringt die Vorteile, die Volkswagen Leasing vor allem in schlankeren, digitalen Prozessen von Start-ups, einer interessanten Kundenbasis oder der Erweiterung des Geschäftsmodells sieht, auf den Punkt. „In Deutschland profitieren unsere Flottenkunden im Laufe der kommenden Monate von einem speziell auf Fuhrparks zugeschnittenen Smart-Parking-Produkt von PayByPhone. Mit diesem kann der Fuhrparkmanager alle Fahrer online anlegen und erhält damit eine Sammelrechnung für alle Parkvorgänge seiner Flotte. Fahrer profitieren von einem voll digitalen Parkabrechnungsprozess, ohne Kleingeld, Fuhrparkmanager von geringerem administrativem Aufwand“, fasst Knut Krösche, Geschäftsführer der Volkswagen Leasing GmbH, die Vorteile des neuen Produkts zusammen.

Dass in der Leasingbranche noch einige Vorbehalte gegenüber FinTechs bestehen, zeigte die Podiumsdiskussion im Rahmen des letztjährigen Forums Digitalisierung. Im Laufe dieser wurden jedoch einige dieser durch folgende Aussagen entkräftet: Im Ergebnis wurden FinTechs weniger bedrohlich als häufig in den Medien dargestellt eingeschätzt. Ihnen fehle bei guten Ideen letztlich der Zugang zum Markt, jedoch gebe es bereits zahlreiche Kooperationen von FinTechs und Leasinggesellschaften. Das fordert die Leasingbranche dazu heraus, sich zu öffnen, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und Kontakte zu knüpfen. Chancen dazu bietet das nächste Forum Digitalisierung, das am 18. Oktober 2019 in Berlin stattfindet und sich den Themen Unternehmenstransformation im Zeitalter der Digitalisierung sowie KI und Robotics in der Anwendung widmet.

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