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Der Grundgedanke der Sharing-Economy „Teilen und Nutzen“ spiegelt sich im Leasing wider

Teilen statt besitzen hat Tradition

Eine zunehmende Sharing-Affinität in Deutschland beeinflusst auch die Fuhrparkbranche – Nutzer wie Dienstleister. Der Bundesverband Deutscher Leasing-Unternehmen e. V. (BDL) hat dies zum Anlass genommen, seinen Jahresbericht 2019 unter den Oberbegriff „Leasing in Zeiten der Sharing-Economy“ zu stellen. Wir fassen zusammen, welche Auswirkungen der Mobilitätswandel auf das Leasinggeschäft hat.

2018 gehörte die Mobilität zu den drei beliebtesten Share-Economy-Sektoren in Deutschland: 19 Prozent der Befragten gaben laut einer Umfrage von PricewaterhouseCoopers (PwC) an, Fortbewegungsmittel zu nutzen, die im Sharing-Prinzip angeboten werden. „Die Treiber der Share-Economy sind heute ganz klar die unter 40-Jährigen – Frauen und Männer fast gleichermaßen“, sagt Prof. Dr. Nikolas Beutin, Leiter Customer Practice bei PwC Europe. „Für viele von ihnen scheint zu viel Eigentum eher schweres Gepäck zu sein, das sie als Statussymbol weniger reizt, als dies bei der vorherigen Generation der Fall ist.“

Selbst wenn sich die Sharing-Economy grundsätzlich auf die private Nutzung bezieht, übertragen sich diese Tendenzen auch auf betriebliche Anwendungsbereiche. Leasing und Pooling gelten hier schon seit Jahrzehnten als probate Mittel, Besitztum zu vermeiden und so zur Ressourcenschonung beizutragen, wie auch Daniel Ziegerer, Geschäftsführer der Schweizer Stiftung sanu durabilitas, in seinem Gastbeitrag im Jahresbericht erklärt: „Da der Hersteller oder Lieferant das Produkt in diesem Fall nach der vereinbarten Nutzungsdauer zurücknimmt, hat er ein viel größeres Interesse daran, sein Produkt so zu entwerfen, dass es eine möglichst lange Lebensdauer hat, reparaturfähig ist und wiederverwendet werden kann. Wird das Produkt danach durch einen weiteren Konsumenten genutzt, wirkt sich dies ebenfalls positiv auf die Ökobilanz aus.“ So, wie es beim Fahrzeugleasing auch praktiziert wird.

Derzeit befindet sich die Wirtschaft in einer Umbruchphase, Sharing-Konzepte gewinnen auch im B2B-Bereich an Bedeutung, disruptive Geschäftsmodelle wälzen aufgrund der Digitalisierung ganze Branchen um, fasst BDL-Präsident Kai Ostermann die aktuellen Entwicklungen in seinem Vorwort zum Jahresbericht zusammen. „Kunden erwarten flexible, nutzungs- und serviceorientierte Finanzierungsmodelle. Nicht zuletzt befindet sich das Automobilgeschäft, das stärkste Leasing-Segment, im Umbruch. Das Auto verliert für nachfolgende Generationen an Reiz. Kunden fragen bereits heute nach alternativen Mobilitätskonzepten, Carsharing gewinnt auch im gewerblichen Bereich an Attraktivität.“

Wie sich die Branche darauf einstellt, haben wir bei ausgewählten Dienstleistern nachgefragt. Zentraler Baustein der betrieblichen Mobilität bleibt auf absehbare Zeit das Leasing, das sehen alle Befragten so. Allerdings lösen sich starre Vertragsbedingungen – auch beeinflusst durch sich verändernde Kundenbedürfnisse – mehr und mehr auf, das heißt, zeitliche und Laufleistungsvorgaben werden flexibler und können so besser an die Kundenanforderungen angepasst werden. Die Leasinganbieter haben sich schon länger mit Alternativen zum Leasingkonzept auseinandergesetzt: Langzeit- und Kurzzeitmietangebote flankieren das Kernprodukt Full-Service-Leasing, um den Flotten kurzfristig Mobilität zur Verfügung stellen zu können.

Darüber hinaus finden Angebote wie Carsharing oder Mobilitätsbudgets Eingang in das Portfolio. Frank Hägele, Geschäftsführer Fleet der Deutsche Leasing AG, bleibt noch zurückhaltend: „Wir beobachten die Entwicklungen in diesen Bereichen sehr genau und führen auch Kooperationsgespräche. Aus meiner Sicht ist genau dieser Markt noch sehr am Anfang, er wird sich jedoch rasch entwickeln. Interessant für uns sind vor allem geschlossene, gewerbliche Sharingangebote, die wir auch in Verbindung mit alternativen Antrieben sehen.“ Denn die Nutzungswahrscheinlichkeit hängt sowohl vom Standort als auch von der Unternehmensgröße ab, wie das aktuelle AMO Fuhrpark-Barometer belegt: Im urbanen Raum sind Sharing-Konzepte bereits deutlich etablierter als in ländlichen Gegenden. Und während von den großen Unternehmen mit über 1.000 Mitarbeitern bereits 74 Prozent alternative Mobilitätsformen nutzen oder dies für die nächsten drei Jahre planen, sind es von den kleinen Unternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitern lediglich 38 Prozent. Mittelfristig werden die Leasinggesellschaften nicht drum herumkommen, ihre Angebotspalette auszuweiten.

Doch welche Mobilitätsformen machen für eine Flotte Sinn? Über allem steht die individuelle Bedarfsanalyse, die der Dienstleister zusammen mit dem Fuhrparkmanagement durchführt und die die Auslastung der Flottenfahrzeuge im Blick haben sollte. „Man darf nicht vergessen, dass es im professionellen Flottenmanagement vor allem um die Effizienz der Mobilität geht – auch aus Kostenaspekten. Inwiefern die Einführung eines betrieblichen Carsharings sinnvoll oder doch die klassische User-Chooser-Flotte der bessere Weg ist, ist hochgradig individuell“, erinnert Knut Krösche, Geschäftsführer der Volkswagen Leasing GmbH. Und je vielseitiger der Leasinggeber als Mobilitätsdienstleister aufgestellt ist, umso wichtiger ist diese Analyse, denn mit der Wahl der passenden Produkte steigt die Effizienz und damit auch die Zufriedenheit der Mitarbeiter. „Entscheidend ist die Auslastung eines Fahrzeugs durch den oder die Fahrer“, meint Henning Schick, Sales Director Europe bei der ARI Fleet Germany GmbH, und wird mit seinen Einschätzungen schon deutlicher: „Außendienstler, die fast täglich unterwegs sind, fahren am besten ihren ‚eigenen‘ Pkw.

Bei den Flotten spielt der Motivationsaspekt nach wie vor eine wichtige Rolle. Bei temporären oder sporadischen Bedarfen geht der Trend eindeutig zum Pooling – die Einsparmöglichkeiten sind teilweise erheblich. Es gibt Unternehmen, in denen fünf Prozent der Fahrzeuge, mitunter sogar mehr, überflüssig sind. Bei unseren Fuhrparkanalysen identifizieren wir entsprechende Optimierungspotenziale und machen Vorschläge, wie ein Fahrzeugpool unter Zugrundelegung der Nutzungsstruktur am besten organisiert wird.“ Das Pool-Car-Management ist ein zentraler Baustein im Angebot von ARI Fleet. Es kann sowohl flottenintern im Rahmen eines Fuhrparkmanagements als auch übergreifend für mehrere Kunden, soweit deren Mobilitätsanforderungen zueinanderpassen, realisiert werden. Über eine leistungsfähige Dispositionssoftware sind jederzeit Fahrzeuge verfügbar und zugleich ist der Bestand bestmöglich ausgelastet. Darüber hinausgehender Bedarf kann im Rahmen von ARI FlexLease kurzfristig und unkompliziert abgedeckt werden.

Auch bei der LeasePlan Deutschland GmbH hat man festgestellt, dass die Anforderungen an flexible und unkomplizierte Mobilitätslösungen steigen. „Wir führen intensive Gespräche darüber mit den Kunden und stellen fest, dass sie in viele verschiedene Richtungen denken und sich informieren wollen. Wir arbeiten derzeit an innovativen, neuen Lösungen für den Fuhrpark aus dem Bereich Miete, die noch mehr Flexibilität und Mobilität bieten sollen. Hierzu gehören auch neue Sharing-Ansätze für den Fahrzeugpool“, so Dieter Jacobs, Geschäftsleitung Fuhrparkmanagement .

Wenn es um Effizienz in Bezug auf die Auslastung bei relativer Flexibilität geht, scheint sich ein Trend in Richtung Carsharing und Carpooling zu entwickeln. Für eine Vielzahl an Mobilitätsmöglichkeiten über das Fahrzeug hinaus bietet sich das Mobilitätsbudget als hochgradig flexibles und zudem zukunftsweisendes Produkt an. Noch ist die Zahl der Anbieter überschaubar. André Girnus, Geschäftsführer Athlon Germany GmbH, begründet die Einführung dieses Produktes folgendermaßen: „Gerade in Großstädten nutzen viele Menschen mittlerweile eine Vielzahl an unterschiedlichen Mobilitätsdienstleistungen, wie Leihfahrräder, E-Scooter, Carsharing oder den klassischen ÖPNV. Viele Arbeitgeber haben diesen Trend erkannt und befinden sich im intensiven Austausch mit uns, welche neuen Produkte und Services wir für diesen Bedarf anbieten können. Wir haben darauf reagiert, indem wir das Produkt My Benefit Kit entwickelt haben. Arbeitgeber können ihren Mitarbeitern ein flexibles Mobilitätsbudget anbieten, sodass diese falls gewünscht Abstriche beim Dienstwagen machen und das gesparte Geld in andere Angebote wie ein hochwertiges Fahrrad, ein neues Smartphone oder in einen Kita-Zuschuss investieren können. Wir merken, dass diese Form der Gehaltsumwandlung gerade für junge, urbane Arbeitnehmer sehr interessant ist, denen ein Dienstwagen nicht mehr so wichtig ist.“

Die Digitalisierung treibt den Mobilitätswandel und insbesondere die Sharing-Economy mit an, auch hier müssen die Leasinggesellschaften in jedem Geschäftsbereich up to date bleiben, um im Wettbewerb mithalten zu können. Das Investment des einen oder anderen Anbieters mit bis zu 170 Millionen Euro pro Jahr erscheint dabei enorm, umschließt aber sämtliche Bereiche von der Digitalisierung der Produkte über verbesserte IT-Lösungen bis hin zum Ziel der kontinuierlichen Automatisierung aller Prozesse, wie es beispielsweise bei der Volkswagen Financial Services der Fall ist oder wie es bei LeasePlan unter der „Digital LeasePlan-Strategie“ vorangetrieben wird. Bei ARI Fleet ist die Automatisierung durch intelligente IT ein wichtiges Merkmal des eigenen Fuhrparkmanagementprogramms, sie gewährleistet damit schnelle und präzise Prozesse in Analyse, Planung und operativer Durchführung. Die Muttergesellschaft in den USA hat bereits vor vielen Jahren die Bedeutung von Big Data erkannt und entsprechende Konzepte konsequent umgesetzt und weiterentwickelt.

Der Mobilitätswandel ist in vollem Gange. Und weil die Nachfrage das Angebot bestimmt, legen innovative Leasinganbieter nachgefragte Produkte auf, um ihren Kundenstamm bedienen zu können beziehungsweise neue Kundengruppen anzuziehen. Im Bereich der innovativen Services liegt also auch ein großes Wachstumspotenzial, das zur richtigen Zeit ausgeschöpft werden will.

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