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Autogramm Jeep Wrangler: Ehrlich fährt am längsten

2018-12-07

Autogramm Jeep Wrangler Ehrlich fährt am längsten Das Grundkonzept des Jeep Wrangler stammt von 1941. Es funktioniert aber immer noch - das zeigt die Testfahrt in dem neu aufgelegten Geländewagen. Der erste Eindruck: Dieses Auto passt irgendwie zu Ken, dem Freund der Barbie-Puppe. Sie erinnern sich? Der Jeep Wrangler sieht jedenfalls nach Spielzeug aus und lässt sich mit ein paar Handgriffen auch noch umbauen, wie ein Spielzeugauto eben. Das Dach lässt sich abnehmen, die Türen aushängen. Das sagt der Hersteller: Alles neu und doch ganz der Alte - auf diesen Nenner bringt Jeep-Sprecher Ariel Gavilan die vierte Generation des Wrangler. Denn die Autolegende von 1941 erfordere bei jeder Weiterentwicklung einen behutsamen Umgang. Zum Beispiel beim Design, das in vielen Details noch den originalen Willy's Jeep zitiert. Vor allem aber bei den technischen Eigenschaften: Während andere Geländewagen verweichlichten, bleibe der Wrangler ein Offroader, der fast überall weiter komme. Dennoch verharre der Wagen nicht in der Vergangenheit, sagt Gavilan und lenkt den Blick in den Innenraum, in dem jetzt mit einem Touchscreen die Moderne Einzug gehalten hat. Das ist uns aufgefallen: Der Wrangler ist ein Typ mit Ecken und Kanten. Dass man das wörtlich nehmen kann, merkt man spätestens beim Einsteigen. Während andere Allrad-Klassiker wie der Mercedes G-Klasse oder der Land Rover Discovery innen ordentlich weichgespült wurden, hat sich der Jeep einen rustikalen Charme bewahrt. Das Armaturenbrett steht fast senkrecht unter der Frontscheibe. Die groben Schalter sind in widrigen Fahrsituationen gut zu bedienen. Der Schaltknauf ist so groß und stabil, dass er Halt bietet - genau wie die massiven Griffe, die am Rahmen vor den Türen angebracht sind. Jedes Detail des Wranglers macht deutlich, dass er nicht in einen Topf geworfen werden darf mit all den Kombis und Kleinwagen, die sich heute SUV nennen. Obwohl von derart ruppiger Natur, fährt sich der Wrangler zivilisiert. Man sitzt bequem, die Ergonomie im Cockpit stimmt, und der Fahrkomfort ist besser als in jedem seiner Vorgänger. Und das obwohl die Lenkung noch immer sperrig ist, die Federung holprig und der Motor kernig. Das Aggregat hat an den 2,2 Tonnen schwer zu schleppen. Mehr als 160 Sachen sind nicht drin. Dazu rauscht der Wind um die kantige Karosserie. Wen das stört, der sollte sich nach einem anderen Auto umsehen. Das allerdings würde bedeuten, auf den Aktionsradius des Wrangler zu verzichten. Denn der fährt dank Leiterrahmen ohne Scheu ins Gelände. Nicht umsonst haben die Jeep-Ingenieure alle einschlägigen Offroadwerte wie die Wattiefe (für die Fahrt durch Wasser) oder die Böschungswinkel (für die Fahrt am Hang entlang) beim Generationswechsel noch einmal verbessert. Nach wie vor gibt es eine Untersetzung für die neue Achtgang-Automatik, die kraftvolles Fahren bei niedriger Geschwindigkeit ermöglicht. Für jede Achse ist eine Differentialsperre im Angebot, die verhindert, dass Räder durchdrehen. Derart bestückt, schafft der Jeep sogar den legendären Rubicon Trail, der für Geländewagen ähnliche Bedeutung hat wie die Nürburgring-Nordschleife für Sportwagen. Aus diesem Grund trägt der Wrangler die Plakette "Trail Rated", die ihm die Eignung für extremes Gelände attestiert, wie einen Orden. Werfen Sie einen Blick in den Innenraum des Jeep Wrangler - mit unserem 360-Grad-Foto: Während der Wrangler in dieser Disziplin ganz der Alte geblieben ist, flirtet er mit der Moderne. So steckt in den Rundscheinwerfern der meisten Modelle nun LED-Technik. In der Mittelkonsole prangt ein Touchscreen mit Online-Navigation. Viele Instrumente sind digitalisiert, eine obligatorische Rückfahrkamera kompensiert die schlechte Sicht nach hinten. Eine Handvoll elektronischer Systeme wie ein Totwinkelassistent sind auch an Bord. Das muss man wissen: Es hat zwar gedauert, bis es der in den USA Ende 2017 präsentierte Wrangler über den Atlantik geschafft hat. Doch jetzt rollen die ersten Autos mit dem internen Generationencode "JL" zu den deutschen Händlern. Die verlangen mindestens 46.500 Euro und bieten reichlich Auswahl. So gibt es den Wrangler mit zwei Motoren, die beide neu in die Baureihe kommen: Ein 2,2 Liter großer Diesel mit 200 PS Leistung und 450 Nm Drehmoment sowie ein 2,0-Liter-Benziner, der auf 270 PS und 400 Nm kommt. Bei den Karosserien gibt es Zwei- und Viertürer. Dazu kommen drei unterschiedliche Dächer, die sich um- oder abbauen lassen. Das werden wir nicht vergessen: Wie der Jeep mit seiner eigenen Legende spielt. Also auch die zahlreichen Zitate aus der Vergangenheit, die die Designer im und am Auto versteckt haben: Zum Beispiel die Silhouette des Originals auf dem Schaltknauf und im Rahmen der Frontscheibe. Und wenn man in der Heckklappe die Konstruktionsskizze entdeckt, ist endgültig klar, dass man es mit einer Legende zu tun hat. Fahrzeugschein Hersteller: Jeep Typ: Wrangler Karosserie: Geländewagen Motor: Vierzylinder-Turbodiesel-Direkteinspritzer Getriebe: Achtgang-Automatik Antrieb: Allrad Hubraum: 2.143 ccm Leistung: 200 PS (147 kW) Drehmoment: 450 Nm Von 0 auf 100: 10,3 s Höchstgeschw.: 160 km/h Verbrauch (ECE): 7,6 Liter CO2-Ausstoß: 202 g/km Kofferraum: 553 Liter umgebaut: 1.044 Liter Gewicht: 2.119 kg Maße: 4882 / 1894 / 1838 Preis: 56.000 EUR Newsletter Autotests: Die wichtigsten Modelle im Check

Quelle: http://www.spiegel.de/auto/fahrberichte/jeep-wrangler-vierte-generation-des-offroad-urgesteins-im-test-a-1240423.html#ref=rss

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