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Audi AI:ME: In der Wolke durch die Hölle

2019-04-16

Audi AI:ME In der Wolke durch die Hölle Das Auto verliert seine Rolle als Statussymbol? Das sieht Audi anders und präsentiert ein Carsharing-Fahrzeug für Angeber. Der AI:ME prunkt und protzt - spart aber an einer ungewöhnlichen Stelle. In Städten wie Shanghai ist Autofahren zur Stoßzeit schon jetzt die Hölle. Zwei Stunden für zehn Kilometer sind nicht selten, die Luft dabei so dick, dass man kaum sehen und atmen kann. Fast alle Studien zur Stadtentwicklung schlussfolgern, dass es noch schlimmer wird: Die Menschen ziehen vom Land in die Städte, der Verkehr verdichtet sich weiter. Carsharing, Robotertaxis und all die anderen Verheißungen der schönen, neuen Autowelt bergen gerade für Premiumhersteller Probleme - leben sie doch davon, dass Menschen viel Geld für ihr eigenes Auto zahlen. Zweckmäßige Fahrzeuge zum Teilen - mitunter mit abwaschbaren Sitzen wie der Smart Vision EQ - passen wenig zu Mercedes, Porsche, BMW und Co. Audi hat nun ein Auto gezeigt, das beides können soll: Die Städte entlasten und dennoch das Gefühl von Luxus und Privatheit vermitteln. Damit auch die Hölle von Shanghai ihren Schrecken verliert. AI:ME nennen die Ingolstädter die Studie, die dabei herausgekommen ist. Vom ersten Auto fürs Premium-Carsharing der Zukunft spricht Audis Designchef Marc Lichte. Es gehe nicht nur darum, die Insassen sicher und schnell von A nach B zu bekommen. Sondern darum, ihnen die Fahrt so angenehm wie möglich zu gestalten, sagt Lichte und blickt in den mit Wolle, Holz und Corian ausgeschlagenen Innenraum. Vorn hat der zwei bequeme Sitze und im Fond ein Polster, das mehr Sofa ist als Sitzbank. Während sich der Autopilot durch den Stau quält, wird der AI:ME zur Chill-out-Area auf Rädern. Meditative Musik und Lichtspiele entspannen die Passagiere, der Wagen unterdrückt alle Außengeräusche. Die Luft ist so klar, dass unter der Pergola am verglasten Dach und vorne im Armaturenbrett der Efeu sprießt - so deutet jedenfalls Audi diese Design-Übertreibung. Bedienelemente gibt es kaum mehr. "Erstens, weil die Menschen zu kurz im Auto sein werden, um ihre Funktion zu lernen", ist Lichte überzeugt. "Zweitens, weil man das smarter lösen kann", sagt der Designer und streicht über die Türkonsole. Die wird dann zum Touchpad, während Lichte mit seinem Blick auf den Bildschirm unter der Frontscheibe das nächste Menü auswählt. Und weil AI:ME zumindest in bestimmten Stadtvierteln und Situationen alleine fahren soll, verschwindet auf Knopfdruck das Lenkrad. Es verschmilzt mit dem, was vom Armaturenbrett übrig geblieben ist, zu einem Tischchen. Aus Sicht manches Experten beschreitet Audi den richtigen Weg. "Zeit ist das neue Premium", sagt Autoprofessor Stefan Bratzel von der Hochschule der Wirtschaft in Bergisch Gladbach. "Anbieter müssen Premium-Mobilitätsdienstleistungen konzipieren, mit der die Mobilitätszeit zielgruppengerecht genutzt werden kann." Beim Versuch die Zukunft zu deuten, hat Audi sich offenbar aber auch in der eigenen Geschichte bedient. Je länger man den AI:ME anschaut, desto stärker fühlt man sich an den Audi A2 erinnert, obwohl der einen halben Meter kürzer und viel schmaler war als die Studie, die mit 4,30 x 1,90 Metern kein Kleinwagen ist. Vor allem die nach außen gewölbte Heckscheibe lässt die Vergangenheit aufleben. Anders als beim A2 zieht sich der Knick von hinten aber ums gesamte Auto und läuft mitten durch die Seitenfenster. Das macht den AI:ME unverwechselbar - und extrem geräumig, was vor allem der Schulterfreiheit guttut. Das Beleuchtungskonzept macht den AI:ME zur Lichtorgel auf Rädern, mit LED-Elementen an Front, Flanke und Heck. Dabei geht es mehr um Sicherheit als um Show. Der AI:ME kommuniziert laut Audi so mit den anderen Verkehrsteilnehmern. Vornehme Alternative zum Taxi Auch beim Fahren probiert Audi etwas Neues. Vielleicht zum ersten Mal verweigern sich die Bayern dem Wettrüsten und setzten auf einen einfachen Antrieb. Schließlich sei der AI:ME die meiste Zeit nur mit 20 bis 70 km/h unterwegs. Da müssen 175 elektrische PS an der Hinterachse reichen. So genügt ein 75 kWh großer Akku, um fünf bis sechs Stunden durch die Stadt zu schnurren. Für Lichte ist der AI:ME Teil einer Familie von Autos, die auf einzelne Einsatzzwecke zugeschnitten sein werden. So sieht er im Aicon von der IAA 2017 das Langstreckenauto des autonomen Zeitalters, der PB18 ist bei aller Technik ein möglichst analoger Rennwagen für den Spaß auf der Strecke, und nun gibt der AI:ME die vornehme Alternative zum Taxi. Keinen dieser Wagen wird der Kunde selbst besitzen, sondern bei Bedarf leihen oder autonom kommen lassen. Für Automobilwirtschaftler Bratzel ist das ein Geschäft mit Zukunft. Er glaubt nicht daran, dass mit dem Eigentum am Auto auch der Wunsch zur Selbstdarstellung endet: "Es wird auch bei Sharingangeboten verschiedene Leistungs- und Preisklassen geben," ist der Professor überzeugt: "Menschen wollen sich differenzieren und sind auch bereit dafür zu bezahlen."

Quelle: https://www.spiegel.de/auto/aktuell/audi-ai-me-eine-auto-wie-fuers-carsharing-gemacht-a-1262976.html#ref=rss

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