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Wie sicher ist das Reisen im Flixbus?

2019-05-21

Wieder ein schweres Busunglück: Auf der A9 bei Leipzig starb ein Fahrgast, Dutzende wurden verletzt. Wie gefährlich ist das Reisen in einem Fernbus? Und was tut Flixbus für die Sicherheit seiner Passagiere? Schweres Busunglück auf der A9 bei Leipzig: In Richtung München überschlägt sich ein Flixbus, kracht liegend in die Begrenzung. Unter der Wucht des Aufpralls knickt die Schutzplanke ein wie ein Strohhalm. Mindestens ein Fahrgast stirbt, weitere 74 Menschen in dem Bus werden zum Teil schwer verletzt. Die Bilder sind dramatisch, die Opferzahlen hoch: Wenn ein Reisebus verunglückt, ist das Entsetzen groß. Das verwundert kaum, wenn man die Ausmaße eines solchen Busses bedenkt. Der Unglücksbus von Leipzig ist vier Meter hoch, 14 Meter lang, 2,50 Meter breit.Sein Motor hat rund 500 PS, 13 Liter Hubraum und wiegt mehr als eine Tonne.Der Bus bietet – je nach Ausbau – Platz für bis zu 87 Reisende. Voll beladen, wiegt er 26 Tonnen. Einmal in Fahrt, lässt sich solch ein Fernbus nicht so einfach aufhalten. Das zeigen die Spuren des Unfalls auf der A9. Doch wie sicher ist das Fahren im Flixbus? Generell sind Sie im Fernbus sicher unterwegs. Auf einer Milliarde Personenkilometer (Zahl der transportierten Personen multipliziert mit der Distanz) kommt es zu 0,12 Toten. Damit ist der Bus fast so sicher wie der Zug (0,05). Zum Vergleich: Im Auto liegt der Wert bei 1,97 – europaweit sogar bei 3,03. In Deutschland reisen rund 25 Millionen Fahrgäste pro Jahr per Fernbus – und fast jeder von ihnen steigt dabei in einen der leuchtend grünen Flixbusse. Mit einem Anteil von rund 95 Prozent sind die Bayern der absolute Marktführer. Wenn es mit dem Fernbus kracht, ähneln sich oftmals die Ursachen, sagt der ADAC. Häufige Gründe sind: Zu geringer Sicherheitsabstand zum VorausfahrendenFehler beim AbbiegenZusammenstöße beim Wenden oder RückwärtsfahrenWenn es dabei zum Brand kommt, kann ein vermeintlich leichter Unfall zur Katastrophe führen. Tatsächlich sei der Brandschutz ein Problem der Busse, kritisiert der ADAC: Die Anforderungen an verbaute Materialien seien deutlich weniger streng als beispielsweise im Zug oder auf dem Schiff. Hier fordert der Verkehrsclub strengere Normen. Außerdem sollten moderne Assistenzsysteme zur Pflicht werden. Was tut Flixbus für die Sicherheit? Flixbus-Sprecher Martin Mangiapia erklärt gegenüber t-online.de: "Die Fernbusflotte, die für uns im Einsatz ist, ist mit modernsten Sicherheitssystemen ausgestattet." Ihre Sicherheit gehe über die geforderten Standards hinaus. Dazu gehören demnach Features wie Fahrdynamikregelung, Spurhalteassistent, Abstandsregeltempomat, Aufmerksamkeitsassistent sowie ein Brems- und Notbremsassistent. Außerdem lasse man stichprobenartig unangekündigte Kontrollen durchführen, in Deutschland durch den Tüv Süd. Die Organisation würde monatlich 500 Checks vornehmen. Die Fahrer würden ein umfangreiches Training erhalten, wobei die Sicherheit im Mittelpunkt stehe. Mangiapia: "Neben theoretischen Einheiten zu Verkehrsvorschriften üben die Fahrer in Simulationen auch das Fahren und Bremsen unter verschiedensten Bedingungen – von vereisten Straßen bis hin zu stockendem Verkehr." Darüberhinaus gebe es eine digitale Schulungsplattform für alle 7.000 Flixbus-Fahrer – die übrigens nicht bei Flixbus angestellt sind, sondern bei Partnerunternehmen. Wie erkennt man einen sicheren Reisebus? Allerdings gibt es auch in der Fernbus-Branche immer wieder Negativ-Beispiele. Sie können im Vorfeld einer Reise und beim Einsteigen das Unternehmen und den Bus überprüfen. Achten Sie dabei auf folgende Aspekte: Sammeln Sie vor der Buchung Informationen über das Unternehmen im Internet.Überschlagen Sie bei sehr günstigen Angeboten, ob der Preis überhaupt die entsprechende Leistung abdecken kann. Bei so genannten Butterfahrten ist generell Skepsis geboten.Kann Ihnen der Reiseveranstalter bestätigen, dass seine Fahrer die vorgeschriebenen Lenk- und Ruhezeiten einhalten?Vor dem Einsteigen in den Bus zeigt ein Blick auf die Plaketten für Hauptuntersuchung und Sicherheitsprüfung, ob sie gültig sind.An der Reifenflanke können Sie ablesen, ob die Reifen noch genutzt werden dürfen. Die DOT-Nummer verrät ihr Alter: Zum Beispiel bedeutet die Nummer 0816, dass der Reifen in der achten Kalenderwoche im Jahr 2016 produziert wurde.Nach maximal sechs Jahren sollte ein Reifen gewechselt sein. Da Busse aber viel mehr Kilometer abspulen als normale Autos, ist ein Blick aufs Profil meist sinnvoller: Ist es noch mindestens 1,6 Millimeter tief oder schon abgefahren?Wo sitzt man im Bus am sichersten? Wenn aber etwas passiert, dann wird es auch für die Reisegäste schnell gefährlich. Besondere Risiken im Reisebus sind Auffahrunfälle und – wegen seiner Höhe – das Umkippen. Untersuchungen zeigen, welche Plätze gefährlich sind und auf welchen Plätzen Sie im Reisebus am sichersten sitzen. Besonders unsicher sitzt man vorn in der Nähe des Fahrers und der großen Windschutzscheibe.Auch auf den hinteren Sitzplätzen ist man bei einem Unfall besonders gefährdet, wenn etwa ein Lkw auf das Heck auffährt.Am Fenster sitzt man unsicherer als am Gang. Außerdem kann hier bei einem Unfall der Fluchtweg – nämlich der Gang – durch andere Fahrgäste blockiert sein.Die sichersten Plätze im Bus sind also in der Mitte des Busses am Gang.Auto gegen Bus, Bahn & Flugzeug: Damit reisen Sie wirklich schnell und billigExklusive Studie: Für viele lohnt sich ein Auto nichtReisebus in Flammen: Wie rette ich mich bei einem Busbrand?Was tun bei einem Brand? Sobald Sie Rauch- oder Schmorgeruch wahrnehmen, informieren Sie den Fahrer.Auch bei offenem Feuer gilt: Nicht erst Löschversuche unternehmen, sondern sondern sofort zum Fahrer! Ansonsten verlieren Sie kostbare Zeit.Der Fahrer hält schnellstmöglich an und öffnet die Türen. Alle Fahrgäste verlassen den Bus zügig, bringen sich hinter einer Leitplanke in Sicherheit. Achten Sie auch auf andere Fahrgäste. Dann entfernen Sie sich mindestens 50 Meter vom Bus, um nicht von herumfliegenden Teilen getroffen zu werden. Betreten Sie nicht die Autobahn und folgen Sie unbedingt den Anweisungen des Busfahrers.

Quelle: https://www.t-online.de/auto/technik/id_85784896/flixbus-unfall-bei-auf-der-a9-wie-sicher-ist-reisen-mit-dem-fernbus-.html

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