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Schönes Ding: Audi Urban Concept: Formel-E für Alle

2019-10-22

Schönes Ding: Audi Urban Concept Formel-E für Alle Die Automobilgeschichte ist voll von irren Studien, die erst begeisterten und dann doch verschwanden. So das Audi Urban Concept, ein Stadtmobil im Rennwagen-Look. Wieviel Auto braucht der Stadtmensch? In jüngster Zeit wird auf diese Frage gern ideologisch geantwortet. Etwa mit "gar keines" oder, als Teil der Klima-Gegenbewegung, mit "einen SUV". Dabei gab es von Autoherstellern schon viel smartere Antworten. Auf der IAA 2011 zeigten mit Audi, Opel und VW gleich drei Unternehmen für die City entwickelte Fahrzeuge, von denen das Audi Urban Concept den reifsten und gewitztesten Eindruck machte. Die Studie habe "das Potenzial, zum Trendsetter einer neuen Mobilität zu werden", schwärmte ein Audi-Sprecher damals. Es hieß, das Auto sei "mehr als ein Gedankenspiel" und "für die nähere Zukunft gedacht". Wie man heute weiß, waren diese Aussagen PR-Gewäsch. Der Audi Urban Concept - wie auch die beiden anderen Schmalspur-Studien der Messe, der Opel Rak-e und der VW Nils - gerieten schon unmittelbar nach der Messe in Frankfurt in Vergessenheit. Die wichtigste Funktion des Ingolstädter City-Zweisitzers war offenbar schon auf der IAA erfüllt: Unter anderem sollte der Audi Urban Concept Aufmerksamkeit vom Elektroauto i3 Concept abziehen, das Audi-Konkurrent BMW auf der IAA 2011 erstmals präsentierte. Abseits der Marketing-Spielchen war die Audi-Studie in vielerlei Hinsicht ein gelungenes Konzept: Mit einer Karosserie aus Kohlefaser-verstärktem Kunststoff, mit zwei E-Maschinen (Gesamtleistung 15 kW/20 PS) sowie einem Lithium-Ionen-Akku im Unterboden. Es gehe um die Prinzipien "Leichtbau, Effizienz und Reduktion", hieß es bei Audi damals. Die Kanzel des Hightech-Kabinenrollers ließ sich nach hinten verschieben, wenn Fahrer und Beifahrer ein- oder aussteigen wollten. Die beiden Sitze waren schräg zueinander versetzt angeordnet, um das Format möglichst schlank zu halten. Im Heck gab es eine Schublade für Gepäck und an den vier Ecken des Fahrzeugs 21 Zoll große Räder, in deren Verkleidungen LED-Lichtbänder eingearbeitet waren. Ein Segelflugzeugmodell als Inspirationsquelle Optisch folgte der Audi Urban Concept einer Linie, die man modernen Minimalismus nennen könnte. Die Ingolstädter Designer verbreiteten damals die Legende, im Studio habe zu Inspirationszwecken das Modell eines Segelflugzeugs gestanden. Der Platzbedarf war mit einem Format von 3,20 Meter Länge, 1,70 Meter Breite und 1,20 Meter Höhe deutlich kleiner als bei anderen Kleinwagen. Trotzdem trug die Studie einige für die Marke typische Merkmale, etwa den wuchtigen Single-Frame-Kühlergrill an der Fahrzeugnase oder die zackig gestalteten Scheinwerfer. Preisabfragezeitpunkt:06.06.2019, 13:31 UhrOhne Gewähr ANZEIGE Jürgen PanderEinmalig!: Die skurrilsten Concept Cars Verlag:nDelius KlasingnSeiten:n176nPreis: EUR 29,90 Die Rennwagen-Assoziationen, die das Konzeptauto allein durch die ausgestellten Rädern auslöste, waren allenfalls optischer Natur. Als Höchstgeschwindigkeit gab Audi 100 km/h an, als Reichweite 60 Kilometer. Für ein Stadtmobil sind das bei weitem ausreichende Werte, man durfte sich nur nicht von den Äußerlichkeiten des Autos zu falschen Erwartungen verleiten lassen. Ein Leichtbau-Fahrzeug mit 480 Kilogramm Leergewicht Audi hatte die Daten bewusst gewählt, denn so entsprach der Wagen den Vorgaben eines Leichtfahrzeugs nach der EU-Klasse L7e. Fahrzeuge dieser Klasse, etwa Quads, dürfen maximal 15 kW leisten und 400 Kilogramm wiegen, wobei bei E-Fahrzeugen die Batterie nicht zum Leergewicht zählt. Das Audi Urban Concept mit 15 kW Leistung und 480 Kilo Leergewicht inklusive Batterie erfüllte die Vorgaben. Wie übrigens auch das Elektro-Minimalfahrzeug Renault-Twizy, das im Frühjahr 2012 auf den deutschen Markt kam. Es ist das bislang einzige Mobil dieses Zuschnitts, das als Serienmodell angeboten wird. Dem Audi Urban Concept jedenfalls blieb der Sprung vom andersartigen Messe-Hingucker zum Serienfahrzeug versagt. Auch eine zweite, offene Cabrio-Variante der Studie änderte daran nichts. Dazu hätte es wohl eines massiven Publikumszuspruchs bedurft. Heute parkt das Audi Urban Concept in der historischen Sammlung der Marke in Ingolstadt. Quasi als Erinnerung daran, wie man sich im Jahre 2011 die Zukunft des städtischen Individualverkehrs vorgestellt hatte. Mehr im Internet Audi DeutschlandSPIEGEL ONLINE ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internetseiten.

Quelle: https://www.spiegel.de/auto/fahrkultur/audi-urban-concept-das-schmalspur-stadtauto-ohne-zukunft-a-1292526.html#ref=rss

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