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Hersteller e.Go: Billig-Elektroauto könnte wegen Kaufprämie deutlich teurer werden

2019-11-20

Hersteller e.Go Billig-Elektroauto könnte wegen Kaufprämie deutlich teurer werden Der erhöhte staatliche Zuschuss für Elektroautos belastet den Hersteller e.Go. Das Aachener Unternehmen erwägt deshalb sogar, den Verkauf in Deutschland einzustellen. SASCHA STEINBACH/ EPA-EFE/ REX Das Elektroauto e.Go leidet - unter der erhöhten staatlichen Subventionierung und den Folgen des Dieselskandals Die neue Kaufprämie setzt den Elektroautohersteller e.Go unter Druck. Bundesregierung und Autobranche hatten auf dem Autogipfel Anfang November vereinbart, dass die Kaufprämie für E-Fahrzeuge deutlich aufgestockt wird. Für rein elektrische Autos unterhalb eines Listenpreises von 40.000 Euro soll der Zuschuss von bisher 4000 Euro auf 6000 Euro steigen. Die Hälfte der Prämie zahlt der Staat, den anderen Teil der Hersteller - in Summe 3000 Euro. Und genau dort liegt für e.Go-Chef Günther Schuh das Problem. Das Geschäftsmodell von e.Go basiert darauf, ein E-Auto zu einem möglichst niedrigen Preis anzubieten. Mit 15.900 Euro für die Basisvariante ist der e.Go derzeit sogar das günstigste Elektroauto in Deutschland. Das extrem reduzierte Fahrzeug bietet daher keinen Spielraum bei den Margen. Hinzukommt, dass e.Go das Geld nicht mit dem Verkauf von Verbrennerautos querfinanzieren kann, wie es die großen Hersteller tun. Ein Preisaufschlag für die Kunden wäre für Schuh daher die einzige Lösung. Sprich, den Prämienanteil von 3000 Euro müsste e.Go direkt auf die Kunden umwälzen. "Da wir den e.Go von Anfang an aber als ein für jedermann bezahlbares Elektroauto konzipiert haben, ist die Kaufprämie für uns deshalb äußerst kontraproduktiv", sagt Schuh. Und dass die Investoren bereit sind, die Mehrkosten zu stemmen, sei laut Schuh mehr als fraglich. Dieselskandal treibt Kosten zusätzlich in die Höhe Hinzukommt ein weiteres Problem: der Dieselskandal. Im Zuge der Abgasaffäre haben viele Zulieferer ihre Geschäftsbedingungen geändert - das trifft nun auch den Elektroautohersteller e.Go. So haben die Zulieferer eigene Abnahmeprozeduren eingeführt, die sicherstellen sollen, dass die gelieferten Komponenten nach dem Einbau auch gesetzeskonform vom Autohersteller eingesetzt werden. Durch den daraus entstehenden Mehraufwand habe sich die Auslieferung der Fahrzeuge laut Schuh stark verzögert. Außerdem seien dadurch Mehrkosten von rund 35 Millionen Euro entstanden. Um diesen Betrag auszugleichen, müsste der Preis für den e.Go um weitere 1200 Euro steigen, meint Schuh. e.Go will die Preiserhöhung seiner Modelle allerdings so gering wie möglich halten und fordert deshalb, den Eigenanteil der Prämie bei reinen Elektroautoherstellern auszusetzen. Derzeit führt Schuh daher Gespräche mit politischen Entscheidern. Bei einem Besuch im e.Go-Werk in Aachen habe Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) versichert, dass man das Problem erkannt habe, berichtet Schuh. Auch mit dem nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet (CDU) sei Schuh im Gespräch. "Ich bin hoffnungsfroh, dass wir für reine Elektroautohersteller noch eine Ausnahmeregelung erwirken können", sagt Schuh. Könnte er die volle Prämie an die Kunden weitergeben, würde das Basismodell nur noch 9900 Euro kosten. Welche Autos mit der Prämie jetzt günstig werden Für den Fall, dass keine Einigung erzielt werde, hat Schuh noch einen Plan B. Doch der dürfte viele Kunden, die auf den Billig-Stromer warten, ebenso wenig begeistern wie Schuh selbst. "Notfalls muss ich überlegen, meine Autos erst einmal in den Nachbarländern anzubieten, bis das Problem in Deutschland behoben ist", sagt Schuh - etwa in den Niederlanden, Belgien oder der Schweiz. Durch die entstandene Verzögerung konnte e.Go bislang nur rund 200 Fahrzeuge an Kunden ausliefern, 600 sollen es bis zum Ende des Jahres insgesamt werden. Ursprünglich waren bis dahin allerdings 4300 E-Autos geplant. Ende nächsten Jahres soll die Produktion deutlich erhöht und der Zweischicht-Betrieb im Werk eingeführt werden. Ab Ende 2021 plant e.Go, jährlich 30.000 Autos zu produzieren.

Quelle: https://www.spiegel.de/auto/aktuell/elektroautos-e-go-preis-des-city-stromers-koennte-sich-deutlich-erhoehen-a-1297041.html#ref=rss

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